Hamburg ist schon wieder Krisengebiet. Nach 180 Minuten mit acht Gegentreffern. Doch der HSV steckt nicht allein im Schlamassel.

Mit der Tradition ist es so eine Sache.

Sie kann einem Verein Glanz verleihen und Aura. Sie kann aber auch zur Bürde werden. Und zwar immer dann, wenn die eigenen Ansprüche mit der Wirklichkeit nicht mehr Schritt halten.

Beim Hamburger SV hat man das am Samstag erlebt - mal wieder. 1:5 gegen 1899 Hoffenheim. Peinlich, bitter, blamabel. Die Hansestadt ist schon wieder Krisengebiet. Nach 180 Minuten Bundesliga-Fußball.

Dabei hatte man das 3:3 zum Saisonstart bei Schalke 04 noch gefeiert. Ein Remis beim Champions-League-Qualifikanten. Das für sich genommen gut - doch die Freude über den Punkt vernebelte offenbar den Blick auf die eigenen Abwehrschwächen.

Nun sind es ja schon acht Gegentreffer - in zwei Spielen.

Gibt es Hoffnungsträger? Rafael van der Vaart vielleicht? Als Anführer verpflichtet, ist er nur noch eine Leidfigur. Und nein - das "d" ist kein Rechtschreibfehler, sondern traurige Realität.

[image id="b21c1a47-63cf-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Doch kommen wir zurück zu Schalke, Hamburgs Auftaktgegner. Auch hier: Krise. Schon jetzt. Ein weiterer Traditionsklub, der am Samstag unterging. 0:4 gegen Wolfsburg. Der VfL wird oft als Retortenklub verspottet, wie übrigens auch Hoffenheim.

S04-Trainer Jens Keller wirkte nach der Packung ratlos. Kein gutes Zeichen. Zumal man sich schon am Mittwoch mit PAOK Saloniki um den Einzug in die Königsklasse balgen wird.

Viel Zeit zur Ursachenforschung bleibt also nicht. Das ist misslich. Nun sind es ja schon sieben Gegentreffer - in zwei Spielen.

Auch in Frankfurt und Stuttgart dürfte die Laune derzeit nicht gerade überragend sein. Zwei Europapokal-Teilnehmer, null Punkte. Krise? Sieht ganz so aus.

Obwohl: Auch Werder Bremen steckte in dieser noch so jungen Saison schon tief im Schlamassel. Nach dem Pokal-Aus in Saarbrücken herrschte an der Weser mancherorts schon Weltuntergangsstimmung.

Und jetzt? Sechs Punkte aus zwei Spielen, noch kein Gegentor. Zwar "nur" gegen Aufsteiger Braunschweig und den FC Augsburg, aber immerhin. Es geht aufwärts.

Dabei schien die Krise nach der enttäuschenden vergangenen Spielzeit und der Cup-Blamage zur Tradition bei Werder zu werden.

In Hamburg weiß man, wie sich das anfühlt.

Weiterlesen