Anthony Modeste (r.) wechselte aus Bastia zu den Hoffenheimern © getty

Die Hamburger gehen zu Hause gegen Hoffenheim unter und präsentieren sich dabei wie ein Absteiger. Bei Hoffenheim glänzt Firmino.

Hamburg - Der Hamburger SV hat sich bei seiner Heim-Premiere bis auf die Knochen blamiert.

Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink ging gegen 1899 Hoffenheim mit 1:5 (1:1) unter und spielte über weite Strecken wie ein Abstiegskandidat.

Die Zuschauer quittierten den erschreckend schwachen Auftritt der Hanseaten mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Höchster Auswärtssieg der Geschichte

Die frühe Führung der Gäste durch Roberto Firmino (5.) konnte HSV-Kapitän Rafael van der Vaart zwar noch ausgleichen (44., Handelfmeter).

Doch nach der Pause wurden die Norddeutschen nach Toren von Kevin Volland (50.), einem Doppelpack von Anthony Modeste (67. und 74.) und nochmals Firmino (77.) im eigenen Stadion regelrecht gedemütigt.

Am Ende feierte Hoffenheim den höchsten Auswärtssieg seiner Bundesliga-Geschichte ( 762187 DIASHOW: Bilder des 2. Spieltags ).

Erster Sieg in Hamburg

Für Hoffenheim war es dagegen das Ende des Hamburg-Fluchs. Zum Geburtstag von Trainer Markus Gisdol entführten die Kraichgauer erstmals alle drei Punkte aus der Hansestadt.

Zuvor hatten sie aus fünf Vergleichen lediglich ein Remis geholt.

Vernichtendes Urteil für HSV-Abwehr

"Das Defensivverhalten war sehr, sehr, sehr schlecht. Das war ein Lehrbeispiel, wie man es nicht macht. Wir brauchen nichts zu beschönigen, müssen aber trotzdem nach vorne schauen und uns den Kredit bei den Fans zurückholen", klagte HSV-Coach Fink nach der Partie, betonte aber auch: "Die Saisonziele werden nicht revidiert."

1899-Trainer Gisdol meinte: "Ich bin sehr glücklich, denn das war ein sehr stabiler Auftritt meiner Mannschaft. Es gab wenig Phasen, in denen wir nachlässig waren. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine Phase, in der war jeder Schuss ein Treffer. Vielleicht ist das Ergebnis am Ende auch ein bisschen zu hoch ausgefallen."

Fink vertraut auf Schalke-Elf

Die Hamburger taten sich gegen die Kraichgauer von Beginn an schwer. Vorne lief ohne "echten" Stürmer nur wenig zusammen, und die Hintermannschaft offenbarte gegen das variable Angriffsspiel der Gäste immer wieder große Nachlässigkeiten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nach einer über weite Strecken ganz schwachen ersten Halbzeit hatte der HSV Glück, mit einem Remis in die Pause zu gehen.

Trainer Fink, der exakt auf jene Elf vertraute, die zum Bundesliga-Auftakt vor einer Woche ein beachtliches 3:3 auf Schalke geholt hatte, hielt es bei der Heim-Premiere nicht lange der Bank.

Glücklicher Ausgleich

Nach dem frühen Rückstand versuchte er sein Team wachzurütteln und gab wild gestikulierend taktische Anweisungen. Am Hamburger Auftritt änderte dies allerdings wenig.

Bis zum Hamburger Ausgleich kurz vor der Pause durch einen unstrittigen Handelfmeter, verursacht von Tarik Elyounnoussi, strahlten die Hamburger kaum Gefahr aus. Auch Hakan Calhanoglu, der sich in vorderster Front mit van der Vaart abwechselte, konnte daran nichts ändern.

Bis auf einen Fallrückzieher des Youngsters (7.) blieben die Norddeutschen im Angriff im ersten Abschnitt harmlos.

Frühe Führung durch Firmino

Ganz anders die Gäste. Die Mannschaft von Gisdol spielte geduldig ihren Stiefel herunter. Vor allem die Hereinnahme von Salihovic zahlte sich aus. Der Bosnier, der für Sebastian Rudy in die Startelf rutschte, war am 1:0 durch einen Kopfball von Firmino beteiligt.

Nur sieben Minuten später hätten die Gäste ihre Führung sogar ausbauen können. Doch Anthony Modeste scheiterte freistehend am herauseilenden Nationaltorwart Rene Adler.

Firmino dreht auf

Nach dem Seitenwechsel bot sich den 47.483 Zuschauern im Hamburger Volkspark das gleiche Bild. Während Hamburg in der Vorwärtsbewegung nur wenig zustande brachte, blieb Hoffenheim jederzeit gefährlich.

Fast zwangsläufig traf zunächst Volland nach starker Vorarbeit von Torschütze Firmino. Nur 15 Minuten später hatte Modeste keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz an Adler vorbei zu schieben.

Das 4:1 durch Modeste ebenfalls nach einem Konter bedeute die Entscheidung in einem einseitigen Duell.

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