Sidney Sam (l.) und Bayer feierten ihren zweiten Liga-Sieg in dieser Saison © getty

Ausgerechnet ein ehemaliger Leverkusener trifft ins eigene Netz und besiegelt Stuttgarts Pleite. Labbadia steht unter Druck.

Stuttgart - Bayer Leverkusen hat bei seinem Lieblingsgegner VfB Stuttgart einen zwölf Jahre alten Vereinsrekord eingestellt.

Die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä siegte durch ein Eigentor des Ex-Leverkuseners Daniel Schwaab mit 1:0 (1:0) und gewann damit saisonübergreifend zum siebten Mal in Serie. Zuletzt war dies zwischen September und November 2001 gelungen.

Der VfB steht nach der zweiten Niederlage im zweiten Saisonspiel bereits unter gehörigem Erfolgsdruck. Die Fans machten ihrem Unmut Luft, indem sie durch "Bruno raus"-Rufe die Entlassung von Trainer Labbadia forderten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Kießling bejubelt Arbeitssieg

"Ich bin einfach nur enttäuscht. Die Mannschaft hat heute eine super Leistung gezeigt, der Trainer uns top auf Leverkusen eingestellt. Wir haben unser System etwas verändert und so die Leverkusener Stärken entschärft", sagte Eigentorschütze Schwaab nach dem Spiel:

"Wir haben gut nach vorne gespielt, uns aber nicht belohnt. Und so ein doofes Gegentor ist dann natürlich doppelt bitter."

Bayer-Stürmer Kießling meinte: "Wir nehmen die drei Punkte gerne mit, egal wie das Spiel letztlich gelaufen ist. Wir wissen, dass wir nicht unsere beste Leistung gezeigt haben. Aber solche Siege braucht man."

VfB seit drei Jahren gegen Bayer sieglos

Bayer hatte zunächst optische Vorteile und ein Chancenübergewicht, beschränkte sich später aber fast nur auf die Verwaltung des Vorsprungs.

Hyypiäs Elf ließ offensiv die letzte Konsequenz vermissen ließ und überzeugte nicht durchgängig.

Besonders nach dem Rückstand fehlte bei den Stuttgartern aber auch die Willensstärke, um eine Wende herbeizuführen. Über ein paar gute Ansätze kam die Labbadia-Elf nicht hinaus.

Seit April 2010 hat der VfB nicht mehr gegen Bayer gewonnen.

Schwaab lenkt Kugel ins eigene Netz

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und US-Nationalcoach Jürgen Klinsmann entwickelte sich anfangs ein flottes Spiel.

Leverkusen, das gegen kein anderes Team mehr Bundesliga-Siege vorzuweisen hat, zeigte die etwas bessere Anlage.

Bayers Torjäger Kießling (3.) besaß die beste Chance der Anfangsphase. Nach einem verunglückten Schuss von Stefan Reinartz, zwang Kießling VfB-Keeper Sven Ulreich zur ersten starken Parade.

Machtlos war Ulreich, als Schwaab eine scharfe Flanke von Sebastian Boenisch vor dem einschussbereiten Stefan Kießling ins eigene Tor lenkte.

Labbadia stellt Defensive um

Der Taktik von Labbadia, der mit der Aufstellung des Italieners Cristian Molinaro überraschte, war der Respekt vor Bayers neuer Offensivreihe anzusehen.

Stuttgart wollte Sidney Sam, Heung-Min Son und Kießling möglichst wenig Raum anbieten und verteidigte mit einer Fünferkette.

Konstantin Rausch ließ sich in der Defensive immer wieder weit nach hinten fallen.

Traore vergibt für den VfB

Doch gerade Kießling, der gegen die Schwaben eine außergewöhnlich gute Torquote hat, trat in der ersten Spielhälfte häufig in Erscheinung. In der 17. Minute vergab er jedoch freistehend etwas leichtfertig.

Zu dem Zeitpunkt hätte Bayer aber auch zurückliegen können, denn nur kurz zuvor hatte Ibrahima Traore für den VfB die Führung auf dem Fuß. Der Flügelspieler setzte den Ball aber aus zentraler Position daneben.

Es blieb lange die beste Möglichkeit der Labbadia-Elf.

Bayers Abwehr steht

Leverkusen deckte gerade bei Kombinationen durch die Mitte beständig Lücken im eigentlich sehr massiven Abwehrverbund der Stuttgarter auf.

Sams Pfostenschuss ging ein solcher Angriff voraus. Später hatte der VfB Glück, dass ein Versuch von Lars Bender (32.) geblockt wurde.

Labbadia versuchte nach der Pause mit der Hereinnahme von Cacau und Moritz Leitner für Impulse zu sorgen. Seine Mannschaft verstand es aber nur vereinzelt, brenzlige Situation herbeizuführen.

Unterm Strich war Bayers Abwehr überwiegend Herr der Lage.

Leverkusen hatte in Sam und Verteidiger Ömer Toprak seine herausragenden Spieler. Beim VfB fielen Ulreich und Traore positiv auf.

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