Zum Saisonauftakt mussten sich Max Kruses (r.) Gladbacher beim FC Bayern mit 1:3 geschlagen geben © getty

Gegen Hannover braucht Gladbach einen Sieg. Dafür sorgen soll Max Kruse - bei dem es nicht nur auf dem Platz stürmisch zugeht.

Von Anuscha Loza und Mathias Frohnapfel

München - Ein Tarnfarben-Maserati fährt vor. Max Kruse steigt aus. Das Auto - ein Statement, noch bevor Max Kruse selbst ein Wort gesagt hat. Das ist auch nicht nötig, die Schlagzeile schreibt sich von selbst: Max Kruse, der Extrovertierte.

Und tatsächlich: Als zurückhaltend würde man den Gladbacher Stürmer nicht beschreiben. Späße im Training, so mancher flapsiger Spruch, sogar mal ein umstrittenes Rap-Video auf Youtube: Kruse sorgt für Wirbel.

Wirbeln will Kruse auch auf dem Platz. In der vergangenen Saison noch im Trikot des SC Freiburg äußerst treffsicher (elf Tore), will Kruse am Samstag gegen Hannover (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) auch endlich für Gladbach treffen.

Und das, obwohl der Saisonstart am Niederrhein bislang misslungen ist.

Zwei Pleiten zum Start

Das Aus im Pokal gegen Darmstadt, dann ein 1:3 zum Ligaauftakt bei Bayern München. Doch gerade diese Niederlage in der Allianz-Arena sorgt eigentlich eher für Lust, als für Frust. "Das macht Mut für nächste Woche", findet Kruse.

Tatsächlich zeigte Gladbach vieles, was für eine starke Leistung gegen Hannover sprechen könnte. Überzeugen konnte etwa Kruse selbst, vor allen Dingen im Zusammenspiel mit seinem Offensivkollegen Raffael.

Während es in der Vorbereitung gerade an der Abstimmung der beiden gehapert hat, waren sich die beiden Angreifer im Spiel gegen Bayern einig: Max Kruse stürmte an vorderster Front, Raffael hängend dahinter.

Noch kein Tor

Es sprangen gute Chancen dabei raus - aber keine Tore. Für Kruse kein Grund zur Sorge: "Gerade aus meiner ersten großen Möglichkeit muss ich eigentlich ein Tor machen. Aber das wird sich alles weiter einspielen in der nächsten Zeit."

Bestenfalls bricht die nächste Zeit schon am Samstag gegen Hannover 96 an. Denn ein Sieg ist für die Fohlen Pflicht, um einen kompletten Fehlstart abzuwenden.

Ein gewisser Druck - den Kruse aber höchstens von außen an die Mannschaft herangetragen sieht. "Jetzt haben wir ein Heimspiel, das wir natürlich gewinnen wollen, aber wir machen uns da selbst keinen Druck", erklärte er im Gespräch mit SPORT1.

Kampf um die Plätze

Druck hat Kruse auch persönlich. In Gladbachs Offensive tummelt sich genauso viel Qualität wie Quantität: Neben ihm und Raffael kämpfen auch noch Luuk de Jong, Branimir Hrgota und Peniel Mlapa um Einsatzzeiten auf den offensiven Positionen.

Gerade Hrgota und de Jong haben eine starke Vorbereitung hinter sich und lauern auf ihre Chance. Doch Raffael scheint gesetzt, soll sich zum neuen Dreh- und Angelpunkt des Gladbacher Spiels entwickeln.

Auch auf Kruse hält Trainer Lucien Favre große Stücke und zeigt sich im Umgang mit ihm geduldig: "Er hatte ein super Jahr - aber er braucht seine Zeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass er mit 23 Jahren noch in der Zweiten Liga spielte."

Favre ist überzeugt

Kruses Fähigkeiten sollen das Vertrauen des Trainers möglichst bald rechtfertigen. "Kruse ist einer, der das Spiel lesen kann", sagt Favre über seinen Schützling.

Tatsächlich besticht der Stürmer durch seine Handlungsschnelligkeit, eine Eigenschaft, die ihn etwa im Umschaltspiel und auch im Dribbling auszeichnet. Darüber hinaus ist Kruse technisch passabel, beidfüßig im Abschluss.

All das soll in die Waagschale geworfen werden, damit es gegen Hannover nicht nur zu einer guten Leistung ohne Wert, sondern vor allem zu drei Punkten langt.

"Hannover ist eine spielstarke Mannschaft, da müssen wir hellwach sein. Nichtsdestotrotz haben wir, glaube ich, genug Qualität, um das Spiel zu gewinnen", sagt Kruse.

Ein eher biederes Statement. Für furiosere Schlagzeilen will Kruse am Samstag sorgen. Weder mit Worten, noch mit Autos - sondern mit Toren.

Weiterlesen