Adam Szalai brauchte nur 14 Minuten für sein erstes Schalker Bundesliga-Tor © imago

Der Schalker Zugang stach in seinem ersten Spiel als Joker. Mit dieser Rolle will sich der Ungar aber nicht auf Dauer abgeben.

Von Andreas Reiners

Gelsenkirchen - Adam Szalai schwingt keine großen Reden.

Im Gegenteil. Der Ungar von Schalke 04 gibt sich bescheiden und will vor allem Taten für sich sprechen lassen. Eine erste erfolgreiche Eigenwerbung betrieb er bereits mit seinem Treffer gegen den Hamburger SV (Bericht). Wer nun aber damit rechnet, dass der Acht-Millionen-Zugang Ansprüche stellt, sieht sich (noch) getäuscht.

"Fußball ist ein Mannschaftssport, da müssen individuelle Interessen zurückgestellt werden. Mein Ziel ist immer, dass die Mannschaft in der Liga, im Pokal und der Champions League so viele Siege wie möglich holt. Und da bin ich nur ein Teil des Ganzen", so Szalai im Gespräch mit SPORT1.

Szalai absolvierte nach seinem Wechsel von Mainz nach Gelsenkirchen eine gute Vorbereitung, auch wenn er in den vergangenen Wochen nach seiner Lendenwirbel-Verletzung zunächst einmal fit werden musste. Trotzdem: Ein Stürmer will vor allem eines - spielen. Und das natürlich auch gegen den nächsten Gegner Wolfsburg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm).

Mitbegründer der "Bruchweg-Boys"

Das konnte Szalai, der mit Lewis Holtby und Andre Schürrle 2010 in Mainz durch eine Sieben-Siege-Serie und den Sturm an die Tabellenspitze die "Bruchweg-Boys" gründete, nach einem Kreuz- und Außenbandriss fast ein ganzes Jahr nicht. Der Verein hielt trotzdem an dem Nationalspieler fest.

Sein Dank: Im August 2012 verlängerte er seinen auslaufenden Vertrag vorzeitig. Er habe sich nicht mit einem ablösefreien Abgang verabschieden wollen, erklärte er. Doch trotz aller Gefühlsduselei bleibt der Fußball am Ende immer ein Geschäft (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Fall von Szalai war es letztendlich für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Mainz bekam einen Millionenbetrag als Entschädigung, Schalke einen Stürmer der gehobenen Güteklasse und Szalai selbst die Chance, den berühmten nächsten Schritt zu gehen. "Als ich die Möglichkeit bekam, bei einem Topverein wie Schalke zu spielen, musste ich nicht lange überlegen", erklärte Szalai.

Druck auf Huntelaar

Auf Schalke hat der 25-Jährige aber Klaas-Jan Huntelaar vor der Nase, den er bereits aus seiner Zeit bei Real Madrid kennt. Er werde sich nicht vor ihm verstecken, hatte Szalai kürzlich erst erklärt. Möglich ist allerdings auch, dass beide zusammen stürmen.

Vor allem aber soll Szalai Schalke unabhängiger von ihrem Torjäger machen und ihn ersetzen, falls der sich verletzt oder hin und wieder mal eine kreative Auszeit nimmt. Dann soll der Ungar zur Stelle sein.

Was er gegen den HSV mit seinem Tor zum 3:3-Endstand bewies. Ist Szalai trotzdem enttäuscht, dass es nicht für die erste Elf reichte? "Nein, überhaupt nicht. Ich bin erst seit ein paar Wochen auf Schalke und ich muss mich erst einmal gut einspielen und die Leute kennenlernen, um reinzukommen", erklärte er.

Glücklich über ein paar Minuten

Auch in Mainz brauchte Szalai seine Zeit, um zu einem Stammspieler zu reifen. "Das versuche ich auch auf Schalke zu werden", sagte er. Er sei nun erst einmal überglücklich, dass er die Minuten bekommen und der Trainer ihm das Vertrauen geschenkt habe.

Auf seine eigenen, kurzfristigen Ziele angesprochen, hält sich Szalai wie immer galant zurück. Kampfansagen a la Königsblau? Fehlanzeige. "Mein Ziel ist es, dass ich Schalke mit meiner Qualität dabei helfe, denn es kommt immer nur auf den Erfolg des Teams an."

Acht Millionen für den Backup

Der blieb zum Auftakt aus, trotz einer laut Szalai "super Vorbereitung und einem sehr, sehr harten Training. Wir müssen das dann aber auch umsetzen, wenn es um etwas geht". Wo sieht er noch Verbesserungsbedarf? "Überall. Schalke hat den Anspruch, immer gewinnen zu wollen."

In der Tat: Der Schalker Luxus, sich für acht Millionen Euro einen Backup für Huntelaar zu leisten, zeigt, wo der Weg der Königsblauen in dieser Saison hingehen soll: Mit mehr Breite im Kader peilt S04 Stück für Stück die Spitze an.

Wirklich glücklich wirkte der Torjäger in Teilzeit in den Katakomben des Schalker Stadions nach dem Auftakt-Remis deshalb nicht. "Ich bin reingekommen mit meiner Qualität, um der Mannschaft zu helfen, das Spiel zu drehen. Ich freue mich, dass es zumindest mit dem 3:3 noch geklappt hat. Aber mit dem Resultat kann ich nicht zufrieden sein."

Ganz der Teamplayer eben.

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