Pierre-Emerick Aubameyang (M.) kostete dem BVB 13 Milionen Euro © getty

Nach seinem Gala-Debüt will sich Dortmunds Aubameyang nicht unter Druck setzen lassen. Auch Ex-Trainer Rohr mahnt zur Geduld.

Von Christoph Lother und Marc Rademacher

München - Der Anfang ist gemacht. Und er war vielversprechend.

Drei Tore zum Einstand waren zuvor noch keinem Spieler in der langen Bundesliga-Geschichte von Borussia Dortmund gelungen.

Jetzt gilt es für Pierre-Emerick Aubameyang, die Leistung aus dem Augsburg-Spiel (Nachbericht) zu bestätigen.

Keine einfache Aufgabe, sind die Erwartungen an den 13 Millionen Euro teuren Neuzugang des BVB nun doch mindestens genauso hoch wie der Salto, den er im Anschluss an seinen ersten Bundesliga-Treffer am Samstag geschlagen hatte ( 758798 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltags ).

"Setze mich nicht unter Druck"

Doch von dem Rummel um ihn herum will sich der Senkrechtstarter nicht verrückt machen lassen.

"So schön mein Bundesliga-Debüt in Augsburg auch war: Da setze ich mich nicht unter Druck", sagt Aubameyang im "kicker".

Er wisse genau, dass "ich in meinen Leistungen erst einmal noch konstanter werden und zeigen muss, dass ich in Deutschland dauerhaft mithalten kann". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das ist ein Prozess, der etwas Zeit in Anspruch nehmen kann", erklärt Aubameyang und verweist auf die Entwicklung seines neuen Teamkollegen Robert Lewandowski.

Der Pole hatte nach seinem Wechsel zur Borussia im Sommer 2010 ein Jahr Anlaufzeit benötigt, ehe er voll durchstartete.

Rohr traut Aubameyang Großes zu

Inzwischen ist Lewandowski einer der großen Stars seiner Mannschaft, ja der ganzen Liga.

Davon ist Aubameyang noch ein gehöriges Stück entfernt. "Star ist ein zu großes Wort", sagt auch Gernot Rohr im Gespräch mit SPORT1.

Zugleich betont der Frankreich-Experte aber, dass "Aubameyang durchaus ein wichtiger Spieler für den BVB werden kann".

Rohr weiß, wovon er spricht. Schließlich trainierte der mittlerweile 60-Jährige von März 2010 bis Februar 2012 die Nationalmannschaft Gabuns und somit auch Dortmunds Neuverpflichtung Aubameyang.

Neuzugang braucht Zeit

Dieser sei ihm schon während seiner Zeit beim französischen Zweitligisten FCO Dijon aufgefallen, berichtet Rohr bei SPORT1.

Und zwar nicht wegen seiner extravaganten Frisuren oder Kleider, sondern wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten ( 759551 DIASHOW: Aubameyang im Porträt ).

"Gerade in Auswärtsspielen kann er seine große Stärke, die Schnelligkeit, ausspielen. Da bieten sich mehr Räume, die Gegner stehen nicht ganz so tief", erklärt Rohr.

Man müsse Aubameyang nur die Zeit geben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Durchbruch in Saint Etienne

Zeit, die der mittlerweile 24-jährige Flügelflitzer bei seinen bisherigen Stationen fast nie bekommen hatte.

Nach drei Ausleihen innerhalb von nur drei Jahren und eher durchwachsenen Engagements in Dijon, Lille und Monaco gelang Aubameyang erst mit dem Wechsel zum AS St. Etienne im Januar 2011 der Durchbruch.

Hier mauserte sich der 1,85-Meter-Mann zum echten Torjäger, erzielte in insgesamt 87 Spielen satte 37 Treffer.

"Im Abschluss ist es in den vergangenen Jahren schon viel besser geworden, sonst wären mir in Saint Etienne nicht so viele Treffer gelungen", erklärt er.

Er sagt aber auch: "Es hätten gut und gerne doppelt so viele sein können."

Familienmensch und Gruppendenken

Ein klassischer Knipser ist Aubameyang also nicht - trotz seines Dreierpacks in Augsburg.

Womöglich fehlt ihm dafür aber auch der nötige Eigensinn, der unbedingte Wille, dass Tor selbst erzielen zu wollen.

"Natürlich würde ich gerne so viele Tore wie möglich schießen", sagt er zwar, aber eben auch "so viele wie möglich vorbereiten".

"Für die Mannschaft zu arbeiten, hat Vorrang", betont der als Familienmensch geltende Gabuner.

Auch sein ehemaliger Trainer Rohr hebt bei SPORT1 hervor, dass Aubameyang "nur in der Gruppe richtig funktioniert". So lud Rohr nur auf Anliegen des Offensivmanns dessen deutlich weniger talentierte Brüder Catalina und Willy einst sogar zum Probetraining bei der Nationalelf ein.

Harte Konkurrenz im Mittelfeld

In Dortmund ist Aubameyang aber auf sich allein gestellt. Und die Konkurrenz gewaltig.

Ob Jakub Blaszczykowski, Henrikh Mkhitaryan oder Marco Reus. Allesamt sind sie Nationalspieler, allesamt pochen sie auf einen Stammplatz in der offensiven Dreierkette des BVB.

"Ich bin mir darüber im Klaren, dass das alles tolle Fußballer sind", sagt Aubameyang, fügt aber hinzu: "Trotzdem möchte ich so oft wie möglich spielen."

Am liebsten natürlich schon wieder am Sonntag gegen Aufsteiger Braunschweig.

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