SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold fordert nach dem Torklau technische Hilfsmittel. Aubameyang bescheinigt er großes Potenzial.

Hallo Fußball-Freunde,

37 Tore!

Es hat ordentlich geklingelt am ersten Spieltag in der Bundesliga, die Zuschauer bekamen einiges geboten. Dabei wurde dem Hoffenheimer Kevin Volland sogar noch ein weiteres Tor "geklaut".

Ich frage mich, warum die Einführung der Torlinientechnik immer weiter raus gezögert wird. Wir wiederholen uns jede Saison mit diesen Diskussionen.

Es geht um so viel im Fußball. Beim Confed Cup wurde die Torlinientechnik eingesetzt, da ist es eigentlich nicht vertretbar, in der Bundesliga noch darauf zu verzichten. In anderen Sportarten werden die technischen Hilfsmittel seit Jahrzehnten angewandt.

Ich weiß nicht, warum das im Fußball so lange dauert und wo das Problem liegt. Letztendlich schützt die Technik auch die Schiedsrichter. Man hat dann eine Entscheidung, die feststeht.

Das ist gerecht. Es gibt keinen besseren Beweis als den Bildbeweis. Das ist einfach so.

Der FC Bayern München und Borussia Dortmund haben am ersten Spieltag bereits unterstrichen, dass sie die beiden Mannschaften sind, die um den Titel spielen werden. Sie haben die meisten Optionen, das größte Potenzial.

Dortmund hat 4:0 in Augsburg gewonnen, das ist auswärts schon eine echte Hausnummer. Ich habe mich kürzlich mit Experten aus Frankreich über den dreifachen Torschützen Pierre-Emerick Aubameyang unterhalten.

Alle haben gesagt, dass Aubameyang ein Spieler mit großem Potenzial ist. Sehr schnell, sehr dynamisch. Ich glaube, dass die Fans in Dortmund und in der ganzen Bundesliga noch viel Spaß mit ihm haben werden.

Die Bayern haben stark begonnen, in der zweiten Halbzeit lief es dann nicht mehr ganz so rund.

Es ist generell so, dass die Underdogs am Anfang eine größere Chance haben, die Favoriten zu ärgern. Es wird noch am Feintuning gearbeitet, aber wenn die Maschine erst richtig ins Laufen kommt, dann wird es ganz schwer.

Einen schlimmen Start hat Eintracht Frankfurt erlebt. 1:6 gegen Aufsteiger Hertha BSC, das finde ich schon bedenklich. Die Frankfurter spielen jetzt gegen Bayern, dann in Braunschweig, bevor Dortmund kommt.

Da wird die Partie gegen die andere Eintracht schon richtungweisend.

Im schlimmsten Fall hängen die Frankfurter dann bis zum Ende der Hinrunde unten drin. Diesen Monat stehen für die Eintracht auch noch die Spiele gegen Qarabag FK aus Aserbaidschan um die Qualifikation zur Europa League an.

Auch das wird kein Zuckerschlecken. Wenn die Mannschaft dann nach vier Spieltagen mit einem oder sogar ohne Punkte dasteht, kann es schon ungemütlich werden.

Für die Hertha war der Start natürlich toll, es ist schön, gleich Punkte zu sammeln. Aber ich habe schon vorher gesagt, dass es für Aufsteiger nur um den Klassenerhalt geht.

Man muss nur an Fortuna Düsseldorf denken. Da hätte zur Winterpause niemand gedacht, dass die Mannschaft noch etwas mit dem Abstiegskampf zu tun haben könnte.

In Berlin gilt es also auf dem Teppich zu bleiben.

Bis zum nächsten Mal,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt wöchentlich als Kolumnist für SPORT1.

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