SPORT1-Experte Thomas Strunz wundert sich, dass von Guardiolas Änderungen aus der Vorbereitung wenig übrig geblieben ist.

Hallo Fußball-Freunde,

der erste Bundesliga-Spieltag hat gleich mehrere bemerkenswerte Geschichten geliefert.

Triple-Sieger FC Bayern ist beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach solide in die Saison gestartet. Überzeugt haben mich die Bayern allerdings nicht.

Mit dem Defensivkonzept wird Pep Guardiola nicht zufrieden sein. Wir haben im Supercup gegen den BVB gesehen, dass das nach hinten losgehen kann.

Es gab im Grunde keine wirkliche Neuerung. Der spielentscheidende Faktor war Franck Ribéry, wie auch oft in den letzten Jahren.

Die größte Überraschung des Spiels war für mich, dass sich nichts aus den Testspielen und aus der Vorbereitung wiederfinden ließ.

Überzeugend war nach leichten Startschwierigkeiten der Auftritt von Borussia Dortmund in Augsburg. Der BVB war schon vor dem Spiel Titelkandidat. Ein anderes Auftreten als in den letzten 60 Minuten hätte mich daher auch überrascht.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Mkhitaryan gefehlt hat und Gündogan Probleme hatte, glaube ich, dass sie auf jeden Fall mit den ersten Elf den Bayern jederzeit gefährlich werden können.

Das Spiel der Borussia ist auf einen klassischen Mittelstürmer ausgelegt, der vorne die Bälle hält, um dann die schnellen Spieler einzusetzen.

Wenn man die schnellen Außen wie Reus und Aubameyang einsetzt und dann in der Mitte Lewandowski ist, der die Bälle auch gut im Sechzehner verarbeiten kann, dann ist das offensiv eine richtige Waffe!

Am Ende muss man hoffen, dass sich nicht drei, vier Spieler gleichzeitig verletzen. Denn ich glaube, dass der Kader in der Breite nicht so aufgestellt ist, wie das für Borussia Dortmund vielleicht notwendig wäre.

Nichtsdestotrotz sind die Dortmunder neben Bayern der einzig ernst zunehmende Titelkandidat. Unabhängig von der Zielsetzung, wird das eine spannendere Nummer als im letzten Jahr.

Erster Tabellenführer ist nach dem Spektakel gegen Eintracht Frankfurt Aufsteiger Hertha BSC. Das ist auch ein ganz großer Verdienst von Trainer Jos Luhukay.

Der hat eine stetige Entwicklung genommen. In Augsburg hat er gemerkt, dass er dort nicht mehr erreichen kann und ging zur Hertha, da er dort mehr Potenzial sah.

Er ist der Stabilisator der Hertha. Er strahlt Ruhe an die Mannschaft und das Umfeld aus.

Es geht um Arbeit und nicht darum, wer welches Auto fährt. Er verkörpert diesen Arbeiter, den Hertha ganz gut gebrauchen kann.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

Weiterlesen