Mario startet durch: Götze trifft im ersten Einsatz für seinen neuen Arbeitgeber - nicht nur einmal. Das freut nicht jeden.

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Von Patrick Mayer

München - Was für ein Einstand: Nationalspieler Mario Götze hat ein eindrucksvolles Debüt für Bayern München gegeben.

Der 21-Jährige, der im Sommer für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu den Bayern gewechselt war, erzielte beim 4:1 (1:1)-Testspielsieg beim ungarischen Meister FC Györ zwei Tore.

103 Tage nach seinem Muskelbündelriss lief er erstmals im Bayern-Dress auf. Götze traf zwei Minuten nach seiner Einwechslung (62.) zum 2:1, dann in der Schlussminute zum Endstand.

Götze erzielt die Führung

Die Bayern hatten in der ersten Hälfte viele Probleme und lagen zur Pause durch ein sehenswertes Tor von Leandro Martinez (40.) zurück.

Nach einer knappen Stunde wendete sich das Spiel. Zunächst glich Xherdan Shaqiri aus (58.), dann kam Götze für Mitchell Weiser ins Spiel und erzielte prompt die Führung.

Der Nationalspieler hatte zunächst den Pfosten getroffen, traf dann aber im Nachschuss. Abermals Shaqiri erhöhte auf 3:1 (71.), ehe Götze den Schlusspunkt setzte: Er nahm einen verunglückten Rückpass eines Ungarn auf, umspielte einen Gegenspieler und lupfte den Ball über den Torhüter hinweg ins Netz.

Überhaupt zeigte sich der Nationalspieler sehr spielfreudig. In 30 Minuten schoss er fünf Mal aufs Tor. "Der Einstand hätte schlechter sein können. Es war zwar nur ein Testspiel, aber für mich etwas ganz Besonderes", sagte er unmittelbar nach der Partie.

Lange Reha-Zeit

Seine Reha hatte sich lange hingezogen - jetzt folgte das Debüt. Er hatte auf die medizinische Abteilung des FC Bayern vertraut.

"Faith" steht nicht zuletzt unter beinahe jedem Eintrag auf seiner Facebook-Seite. Ins Deutsche übersetzt beschreibt der englische Begriff Vertrauen.

Vertraut hat der deutsche Jung-Star vor seinem Wechsel zum deutschen Rekordmeister auf "das Gesamtpaket" des FC Bayern.

Beim Bundesligaauftakt gegen Borussia Mönchengladbach saß er aber noch auf der Tribüne. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Erster Einsatz für Bayern

Er musste geduldig sein, dem Rat der Ärzte vertrauen.

Seit seinem Wechsel vom Konkurrenten Borussia Dortmund in die Säbener Straße hatte er kein Spiel für seinen neuen Arbeitgeber bestritten - bis zum Test in Györ.

"Ich denke, dass er ein paar Minuten spielen wird", hatte Bayern-Coach Pep Guardiola im Vorfeld angekündigt.

Der Spanier gilt als mit ausschlaggebender Grund für seinen Wechsel.

Bisher ungekannter Shitstorm

"Ich hatte Kontakt zu ihm. Wir hatten mal telefoniert", sagte Götze im "ZDF Sportstudio". Dabei wurde er auch auf die Reaktionen der BVB-Fans auf seinen Wechsel angesprochen.

Kaum ging die Breaking News am 23. April über die Online-Medien, brach ein bisher ungekannter Shitstorm im Netz los.

Die Dortmunder Fangemeinde war aufgebracht ? und wählte teils Begriffe, die weit unter die Gürtellinie gingen.

"Ich kann die Fans einerseits verstehen. Man sollte sich aber auch mal in meine Lage versetzen", sagte er nun im ZDF.

"Grenzen" wurden überschritten

Er habe sich zu diesem Schritt entschieden, "um mich persönlich weiterzuentwickeln".

Es seien "Grenzen überschritten" worden, meinte er. "Die brauche ich nicht im Details zu schildern. Man hat es im Internet nachlesen können."

So ganz scheint er die Beleidigungen nicht überwunden zu haben. Nicht zuletzt war am Unmut vieler Fans sogar die Idee für eine Verabschiedung gescheitert. Eine Vorsichtsmaßnahme.

Heilung verzögerte sich

Nun vertraut er Guardiola und den Bayern. "Es war eine lange Reha-Zeit. Ich bin mit viel Vorsicht rangegangen", schilderte er die Geduldsprobe.

Unmittelbar nach seiner Verletzung hatte er alles versucht, um ? damals noch im Dress der Borussia ? das Champions-League-Finale bestreiten zu können. Es rächte sich.

Die Heilung verzögerte sich. Gespannt erwarten die Bayern-Fans nun, wie fit Götze ist ? und auf welcher Position er spielt.

Guardiola will im künftig die Rolle der "falschen Neun" anvertrauen. Und Götze sich dem Coach - er soll ihn weiterbringen.

Sein neues Vertrauensverhältnis begann unweit des Plattensees.

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