Armin Veh ist seit 2011 Trainer von Eintracht Frankfurt © getty

Nach dem Debakel gegen Berlin scheinen sich Bruchhagens Befürchtungen zu bewahrheiten. Veh räumt einen Fehler ein.

Von Christian Stüwe

München - Heribert Bruchhagen warnte zuletzt wie mit einem Megaphon vor einem harten August.

Derart häufig spielte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt auf das knallharte Auftaktprogramm und auf die ungewohnte Doppelbelastung durch die Europa League an.

Nach der Klatsche von Berlin scheinen sich die Befürchtungen des Eintracht-Bosses zu bewahrheiten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Blöder kann es gar nicht laufen, als dass man 1:6 im ersten Spiel verliert", schimpfte Eintracht-Trainer Armin Veh nach der Pleite.

Veh muss jetzt sein Team in Windeseile wieder aufbauen. Denn nächste Woche steht das Heimspiel gegen die Supermacht Bayern München an, dann reisen die Frankfurter zum hochmotivierten Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Im schlimmsten Fall stehen dann nach drei Bundesliga-Spieltagen weiterhin null Punkte auf dem Frankfurter Konto.

"Für seine Entwicklung nicht förderlich"

Beim Thema Bayern tritt auch Rode wieder auf den Plan. Angeblich ist sich der 22-Jährige bereits mit den Münchnern einig und will sich auch dem Konkurrenzkampf im hochkarätig besetzten Mittelfeld der Bayern stellen.

Veh ist natürlich davon wenig begeistert.

"Es ist legitim, wenn Seppl Rode gerne zu Bayern gehen würde, wenn dieser Verein Interesse hat. Ich als Trainer würde ihm das nicht raten. Ich glaube, das wäre für seine Entwicklung nicht förderlich", sagte Veh der "Sport Bild".

3500 Kilometer weite Reise

Doch Bayern ist nicht der harte einzige Brocken im Auftaktprogramm. Im zweiten Heimspiel der Saison wartet Borussia Dortmund auf die Frankfurter. Dazwischen bescherte das Los der Eintracht eine Reise nach Aserbaidschan.

Gegen Qarabag FK geht es am 22. August im 3500 Kilometer entfernten Baku und eine Woche später in Frankfurt um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League.

Sportlich ist die Aufgabe machbar, logistisch allerdings ein enormer Aufwand.

Systemumstellung funktioniert nicht

Zumal die in Berlin arg verunsicherte Mannschaft momentan offenbar andere Probleme hat.

Veh probierte es in der Hauptstadt mit Pirmin Schwegler als einzigem Sechser, davor eine Raute mit Rode, Johannes Flum und Alexander Meier hinter den Spitzen.

Im Angriff durften die Neuzugänge Jan Rosenthal und Joselu rein.

Zur Pause sah Veh das Experiment offenbar als gescheitert an, brachte Takashi Inui und Stefan Aigner für die Ex-Freiburger Flum und Rosenthal und stellte wieder auf das erfolgreiche System der vergangenen Saison um.

Ein Fehler, wie Veh nach Abpfiff einräumte. "In der Halbzeit haben wir umgestellt. Wir haben dann 4-2-3-1 gespielt, was ich Nachhinein besser nicht gemacht hätte, weil das 4-4-2 besser geklappt hat", sagte der Trainer.

Löchrige Abwehr

"Wir haben versagt und verdient so hoch verloren", stellte Alex Meier klar: "Bei uns hat nach dem 4:1 nichts mehr geklappt. Wir müssen das so schnell wie möglich abhaken. Nächste Woche geht es gegen die Bayern weiter."

In Berlin war allerdings wenig zu sehen, was für die Partie gegen den Triple-Sieger Hoffnung macht.

Neben den Systemproblemen präsentierte sich vor allem die Abwehr äußerst löchrig. Eine Überraschung gegen den Rekordmeister scheint derzeit in weiter Ferne, wahrscheinlicher ist, dass die Eintracht zunächst am Tabellenende bleibt.

Nichts Neues im Poker um Kadlec

Auch beim Poker um Wunschstürmer Vaclav Kadlec von Sparta Prag gibt es nichts Neues zu vermelden.

Eigentlich wollte die Eintracht in dieser Woche Klarheit haben, doch das Debakel in Berlin dürfte Manager Bruno Hübner nicht unbedingt bessere Karten in die Hände spielen.

Veh war es zuletzt nicht müde geworden, einen weiteren Stürmer zu fordern. Nach der Frankfurter Absage an Nicklas Bendtner hatte es zwischen dem Trainer und Boss Bruchhagen gekracht.

Dass Kadlec beim Heimauftakt gegen die Bayern Veh zur Verfügung stehen könnte, erscheint extrem unwahrscheinlich.

Steigern muss sich die Mannschaft auch ohne den tschechischen Hoffnungsträger.

"Wenn wir so gegen Bayern spielen, kriegen wir zehn Stück", stellte Veh klar. Der August droht tatsächlich so unbarmherzig zu werden, wie Bruchhagen warnte.

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