Sidney Sam, Stefan Kießling und Heung-Min Son trafen gegen Freiburg © getty

Leverkusens Sam, Son und Kießling wirbeln gegen Freiburg und machen Schürrle vergessen. Es purzeln gleich mehrere Rekorde.

Leverkusen - 180 Pflichtspielminuten hat Bayer Leverkusen bislang absolviert.

Und schon bejubelt die Werkself das neue Traum-Trio Sidney Sam, Heung-Min Son und Stefan Kießling.

Unglaubliche 14 Torbeteiligungen haben vereinen die drei Offensivkünstler im Bayer-Trikot nach zwei Spielen schon auf sich und sicherten dem Champions-League-Teilnehmer beim 3:1 (1:1) gegen den SC Freiburg (Bericht) einen perfekten Bundesliga-Start. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dabei erlebten Spieler und Fans mehr als nur ein Auftaktsieg. Eine "geile Gänsehaut-Atmosphäre" auf der neuen Stehtribüne, Kießlings Vereinsrekord und auch noch das Bundesliga-Debüt von Uwe Seelers Enkel Levin Öztunali rundeten den Tag ab.

Freiburg chancenlos

"Wenn Leverkusen gewollt hätte, hätten sie uns abschießen können", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich anerkennend: "Wir hatten nicht den Hauch einer Chance."

In der Tat: Wenn Sam, Son und Kießling wirbelten, sahen die Spieler des Europa-League-Teilnehmers meist nur die Hacken.

Sam kommt nach dem 6:1 im Pokal beim Viertligisten SV Lippstadt und der Partie gegen Freiburg bereits auf drei Treffer und drei Vorlagen, Kießling auf drei Tore und zwei Vorarbeiten, Son traf zweimal und legte einmal auf.

Schürrle schon vergessen

"Es scheint zu klappen", sagte Torschützenkönig Kießling nach dem "Einstand nach Maß", bei dem er prompt wieder das erste Saisontor für Bayer erzielte (22.).

Son (46.) und Sam (52.) sicherten nach dem 1:1 von Mike Hanke (40.) den Sieg. "Ob wir ein magisches Dreieck sein können, werden wir in ein paar Wochen wissen", sagte der Torschützenkönig der Vorsaison.

Der Grundstein ist gelegt, und von Andre Schürrle, der für 22 Millionen Euro zum FC Chelsea abgewandert ist, spricht in Leverkusen schon jetzt niemand mehr.

"Wir ergänzen uns sehr gut", sagte Sam, der den Neuzugang Son im Kabinengang umarmte wie einen alten Freund: "Ich freue mich, dass Sonny sein erstes Tor gemacht. Dass ich es vorgelegt habe, ist umso schöner."

Überraschungs-Rekord für entlasteten Kießling

Auch Kießling wirkte erleichtert, dass nicht mehr alle Last auf seinen Schultern liegt. "Die beiden sind schnell und schließen auch mal ab. Das brauchen wir", sagte er.

Dass er mit einem Treffer im siebten Ligaspiel in Folge einen Vereinsrekord aufgestellt hatte, war ihm gar nicht bewusst. "Wirklich? Schon wieder ein Rekord?", fragte Kießling schmunzelnd.

Bestmarke für Öztunali

Einen weiteren Klub-Rekord stellte Levin Öztunali, vom Boulevard schon "Uns Özi" genannt, auf.

Der Enkel des DFB-Ehrenspielführers Uwe Seeler wurde in der 87. Minute eingewechselt und ist mit 17 Jahren und 146 Tagen nun der jüngste Bundesliga-Spieler überhaupt im Bayer-Trikot.

Nur neun Spieler in der Liga-Historie waren bei ihrer ersten Partie noch jünger.

Frust bei dezimierten Freiburgern

Bei den Freiburgern herrschte dagegen großer Frust. Der Verlust von fünf Leistungsträgern machte sich bemerkbar.

Auf die Frage, ob er befürchte, dass die Umstellung noch viele Monate dauern wird, sagte Streich deshalb: "Ich habe keine Befürchtungen. Ich weiß, dass es so ist. Ich hoffe nur, es dauert kein Dreivierteljahr."

Immerhin traf Neuzugang Hanke gleich bei seinem Debüt. "Das Tor ist mir aber völlig wurscht", sagte der Ex-Nationalspieler. Was Streich nur zu normal fand: "Den Hanke interessiert doch sein Scheiß-Tor nicht, wenn wir 1:3 verlieren."

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