Club-Keeper Raphael Schäfer (r.) rechnet in der Szene des Anstoßes offenbar selbst mit einem Gegentor © imago

Hoffenheim verspielt gegen Nürnberg nach einer 2:0-Führung noch den Sieg und wird vom Schiedsrichter auch noch benachteiligt.

Sinsheim - Der 1. FC Nürnberg hat dank toller Moral und eines "geklauten" Gegentors erfolgreiche Wiedergutmachung für das blamable Pokal-Aus beim Zweitligisten SV Sandhausen betrieben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Franken holten am ersten Spieltag der Bundesliga trotz eines 0:2-Rückstands ein 2:2 (0:1) bei 1899 Hoffenheim.

Mike Frantz (54.) und Neuzugang Daniel Ginczek (57. ) trafen für den Club. David Abraham (35.) und Neuzugang Anthony Modeste (51.) erzielten die Tore für die Hoffenheimer, denen ein reguläres Tor aberkannt wurde.

Kinhöfer nimmt die Schuld auf sich

Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) verweigerte einem Treffer von Kevin Volland die Anerkennung (45.+1). Der Offensivspieler überlupfte Club-Torhüter Raphael Schäfer, der Ball landete klar hinter der Linie, sprang aber durch den Effet wieder aus dem Tor.

Vor allem Schiedsrichter-Assistent Detlef Scheppe hatte in dieser Szene den Überblick verloren und lieferte damit unfreiwillig ein Argument für die Einführung der Torlinientechnik, die laut der DFL allerdings frühestens in zwei Jahren kommen soll.

Kinhöfer nahm die Schuld auf sich: "Wo Menschen urteilen, passieren Fehler ? und das war halt einer. Wir Schiedsrichter würden es begrüßen, wenn diese Geschichte uns abgenommen wird. Aber das ist halt nicht so. Dementsprechend müssen wir die Entscheidung treffen ? und die war heute leider falsch", sagte er bei "sky".

Hoffenheim mit zwei Neuen

Vor 25.730 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena gehörte die Anfangsphase den Nürnbergern. Die Gäste, bei denen die Neuzugänge Emanuel Pogatetz und Ginczek in der Startelf standen, gingen äußerst engagiert zur Sache. Die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger überzeugte vor allem durch ihre Zweikampfstärke.

Die erste gute Chance hatten jedoch die Hoffenheimer durch den Argentinier Abraham, der einen Kopfball nach einer Ecke von Sebastian Rudy nicht im Tor unterbrachte (7.).

Nach dieser Szene entwickelte sich ein attraktives Spiel mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten. Ginczek traf den Pfosten (19.), wenige Sekunden später vergab Eugen Polanski auf der Gegenseite eine Schusschance.

Die Hoffenheimer Mannschaft von Trainer Markus Gisdol, der von Beginn an den Neuzugängen Anthony Modeste und Tarik Elyounoussi vertraute, zeigte die bessere Spielanlage, Nürnberg hielt mit Wucht dagegen. Klare Vorteile konnte sich in dieser Phase keines der beiden Teams erarbeiten.

Modeste trifft beim Bundesliga-Debüt

Nach einer knappen halben Stunde ließ das Tempo nach. Das Team Gisdols, der weiter freiwillig auf die in die "Trainingsgruppe 2" verbannten Profis Tim Wiese, Eren Derdiyok, Matthieu Delpierre, Tobias Weis und Edson Braafheid verzichtet, übernahm zunehmend das Kommando.

Innenverteidiger Jannik Vestergaard scheiterte zunächst nach einer Ecke an Schäfer, Abraham machte es kurz danach in einer ähnlichen Szene besser.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen sich die Hoffenheimer durch den "Torklau" in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht aus dem Konzept bringen. Der französische Angreifer Modeste, der schon in 45. Minute eine gute Chance hatte, erzielte gleich in seinem ersten Bundesliga sein erstes Tor in der deutschen Eliteklasse.

Nürnberg trifft per Doppelschlag

Die Gastgeber konnten sich aber nur kurz über den Treffer freuen, Stark und Ginczek sorgten mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten für den Ausgleich.

Der eingewechselte Neuzugang Josip Drmic (59.) und der frühere Hoffenheimer Per Nilsson (62.) vergaben anschließend sogar die Möglichkeiten zur Führung für in dieser Phase wie aufgedreht spielenden Franken. Nach knapp 70 Minuten dominierten aber wieder die Gastgeber das kuriose und äußerst unterhaltsame Spiel.

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