Werder Bremen ist Robin Dutts dritte Trainerstation in der Bundesliga
Robin Dutt (M.) löste bei Bremen Thomas Schaaf als Trainer ab © getty

Bei Eichin und Dutt fällt nach dem ersten Erfolg als Werder-Verantwortliche eine Last ab. Braunschweig trauert den Chancen nach.

Braunschweig - Robin Dutt ballte die Fäuste und schrie den Jubel heraus.

Es war die dritte Minute der Nachspielzeit, als Braunschweigs Norman Theuerkauf den Freistoß über das Bremer Tor setzte.

Nur wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin das Spiel ab, und der Bremer 1:0-Sieg zum Bundesliga-Auftakt war perfekt.

Nach der schwachen Vorbereitung und dem Aus im DFB-Pokal betrieb Werder erfolgreich Wiedergutmachung und sorgte für Aufatmen an der Weser (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den Bock umgestoßen

"Für uns alle ist es eine Erleichterung, denn wir warten schon so lange auf ein Erfolgserlebnis", sagte Werder-Sportdirektor Thomas Eichin.

"Wir haben gezeigt, dass bei uns nicht alles so schlimm und negativ ist, wie es oft dargestellt wurde. Wir sind in der Drangphase von Braunschweig cool geblieben und haben den entscheidenden Nadelstich gesetzt."

Wie groß die Erleichterung bei Eichin war, zeigte folgende Aussage: "Allen ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass der Bock umgestoßen wurde."

Für den Nachfolger von Klaus Allofs war es der erste Erfolg mit Bremen seit seinem Wechsel vom Eishockey-Klub Kölner Haie an die Weser im Februar.

Dutt ist erleichtert

Den entscheidenden Treffer zum schmeichelhaften Sieg erzielte Zlatko Junuzovic (82.).

Auch Dutt zeigte sich nach dem gelungenen Saisonauftakt erleichtert:

"Ich glaube, es ist mehr eine Last von der Mannschaft und dem Verein als von mir gefallen. Für die Mannschaft war das richtig wichtig in diesem Hexenkessel. Wir hatten 65, 70 Minuten die bessere Spielanlage."

Lieberknecht zufrieden

Allerdings gehörte auch jede Menge Glück dazu, nachdem erst Ken Reichel nur die Latte (64.) und kurz vor Schluss Jan Hochscheidt den am Boden liegenden Luca Caldirola traf (88.), statt den Ball im leeren Tor unterzubringen ( 758798 DIASHOW: Die Bilder des Spieltags ).

Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht trauerte daher den vergebenen Chance nach.

"Wir hätten fast noch die Antwort auf den Nackenschlag gehabt", sagte der Trainer mit Blick auf die Pokal-Pleite in Bielefeld.

"Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Heute können wir definitiv mit erhobenem Haupt vom Platz gehen."

Dennoch war es für die Eintracht vor 23.325 Zuschauern eine ernüchternde Rückkehr nach 28 Jahren ohne Bundesliga-Spiel.

"Leider stehen wir jetzt mit leeren Händen da, das ist das Negative. Wir hatten gerade in der 2. Halbzeit viele Chancen und ein richtig gutes Spiel gemacht", meinte Kapitän Dennis Kruppke.

Anlaufschwierigkeiten bei Braunschweig

Unübersehbar viel Respekt vor der obersten Spielklasse lähmte über weite Strecken viele Aktionen der Gastgeber.

Lieberknecht hatte acht Erstliga-Debütanten in seine Startformation berufen, entsprechend vorsichtig gingen die Niedersachsen in der Anfangsphase zu Werke.

Petersen scheitert zweimal

Nach ihrer Negativserie von 14 Pflichtspielen ohne Sieg wirkten aber auch die Hanseaten nicht sonderlich selbstbewusst.

Dennoch hätte eine zielstrebige Aktion in der siebten Minute beinahe zum Führungstreffer geführt:

Torjäger Nils Petersen setzte aus sechs Metern Entfernung einen Kopfball knapp neben den rechten Torpfosten.

Braunschweig vergibt Chancen

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel hatte der Ex-Münchner erneut einen Torerfolg auf dem Fuß, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Eintracht-Torhüter Marjan Petkovic, dem Lieberknecht nach einer längeren Zeit des Überlegens den Vorzug vor Daniel Davari gegeben hatte.

Dann begann Braunschweigs Drangphase. Erst scheiterte Reichel (64.), acht Minuten später verzog Ermin Bicakcic nur knapp und kurz vor Schluss vergab Hochscheidt.

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