Hiroki Sakai (r.) kam 2012 von Kashiwa Reysol aus Japan nach Hannover © imago

96 überzeugt im Niedersachsen-Duell nur phasenweise und profitiert von zwei Wolfsburger Platzverweisen. Andreasen wird gefeiert.

Hannover - Hannover 96 hat auch dank Leon Andreasen einen perfekten Saisonstart hingelegt.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gewann gegen am Ende nur noch neun Spieler des VfL Wolfsburg in einem rassigen Niedersachsen-Derby 2:0 (1:0) und unterstrich damit ihre Europacup-Ambitionen. Das wichtige 1:0 erzielte Andreasen (17.), der nach mehreren langwierigen Verletzungen wieder topfit ist.

Wolfsburg spielte lange Zeit in doppelter Unterzahl. Youngster Maximilian Arnold sah wegen groben Foulspiels gegen Karim Haggui (32.) die Rote Karte, Neuzugang Timm Klose erhielt wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (52.).

Als der VfL dennoch angriff, lief er noch in einen Konter, den Szabolcs Huszti (84.) abschloss. ( 758798 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltages )

Schwarze Serie geht weiter

96 überraschte seine Fans zum Bundesliga-Auftakt mit einer zumindest in der ersten Halbzeit richtig starken Vorstellung, musste in der zweiten Halbzeit aber trotz doppelter Überzahl noch um die drei Punkte zittern.

Für Wolfsburg und Trainer Dieter Hecking ging mit der Niederlage eine Serie weiter. Zum fünften Mal in Folge verlor er gegen seinen früheren Verein. Zudem war es für den VfL die vierte Pleite in der niedersächsischen Landeshauptstadt nacheinander.

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung agierte Hannover von Beginn an spielfreudig und kreierte immer wieder gute Chancen. Die Aggressivität in den Zweikämpfen und das schnelle Umschaltspiel nach vorne erinnerten in der ersten Halbzeit sogar phasenweise an die glanzvollen Europacup-Auftritte der vorvergangenen Saison.

Bittencourt und Diouf glänzen

Vor allem die Neuzugänge Leonardo Bittencourt und Edgar Prib wirbelten die Defensive der Gäste im ersten Abschnitt ein ums andere Mal durcheinander. Zudem zeigte sich Torjäger Mame Diouf von den anhaltenden Wechselgerüchten um seine Person unbeeindruckt.

Der Senegalese war ein ständiger Gefahrenherd für die Wölfe-Abwehr. Zur Halbzeit applaudierten Trainer Slomka und der Großteil der 44.800 Zuschauer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch auch die Wölfe spielten bei der Rückkehr von Hecking an seine alte Wirkungsstätte lange Zeit gut mit und hatten trotz der frühen Unterzahl ihren Anteil an dem unterhaltsamen Spiel.

Andreasen ist zurück

Bereits nach 78 Sekunden hätte das Team um den Spielmacher Diego in Führung gehen müssen: Koo Ja-Cheol scheiterte aus acht Metern am glänzend reagierenden Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler.

Fortan übernahm 96 das Kommando. Während Bittencourt (6.) und Prib (12.) sowie Diouf (9.) zunächst noch in VfL-Schlussmann Diego Benaglio ihren Meister fanden, traf kurz darauf Andreasen.

Der zuletzt lange verletzte Däne (Kreuzbandriss) erkämpfte sich das Leder im Mittelfeld und schob nach einem feinen Doppelpass mit Diouf aus kurzer Distanz unbedrängt ein. Bei seiner Auswechsslung wurde er frenetisch gefeiert.

VfL im Pech

In der zweiten Halbzeit bot sich zunächst ein völlig anderes Bild. Wieder drängten die Gäste, und Hannover hatte trotz Überzahl alle Hände voll zu tun, den Vorsprung zu behaupten. Zunächst blieb VfL-Stürmer Ivica Olic an Zieler hängen (47.), dann traf Koo aus dem Gewühl nur die Latte (48.).

Im weiteren Verlauf bekamen die Gastgeber die Partie zwar wieder etwas besser in den Griff, ließen aber Konsequenz vermissen. So verpassten Diouf (50., 58. und 68.), Huszti (70.) und Bittencourt die frühzeitige Vorentscheidung.

Glück hatte 96, als der eingewechselte Marcel Schäfer aus spitzem Winkel knapp verzog (77.) und später noch einen Lattenknaller produzierte. Beste Spieler bei den Hausherren waren der agile Diouf und Bittencourt. Bei den Gästen überzeugte Benaglio.

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