Thomas Müller (v.) debütierte 2008 bei den Bayern © getty

Mit alter Startelf dominiert Bayern den Auftakt gegen Gladbach, trotz defensiver Schwächen. Die Entscheidung fällt höchst kurios.

Aus der Allianz Arena berichten Martin Volkmar und Mathias Frohnapfel

München - Triple-Sieger FC Bayern hat seinem neuen Trainer Pep Guardiola einen Einstand nach Maß beschert und ist erfolgreich in die 51. Bundesliga-Saison gestartet.

Die Münchner gewannen das Eröffnungsspiel vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena und Millionen Fans an den Bildschirmen weltweit mit 3:1 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach und sind nun Saison übergreifend schon seit 26 Liga-Spielen ohne Niederlage.

Die Tore für den Rekordmeister erzielten Arjen Robben (12.), Mario Mandzukic (16.) und David Alaba per Foulelfmeter (69.).

Die von Lucien Favre trainierten Gladbacher, die 83 Tage zuvor das letzte Spiel der vergangenen Saison 3:4 gegen die Bayern verloren hatte, kamen lediglich durch ein Eigentor von Dante (40.) zum Anschlusstreffer. ( 758798 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltags )

Pfeifkonzert für Rauball

Begonnen hatte die Spielzeit mit einem gellenden Pfeifkonzert. Das musste DFL-Boss Reinhard Rauball, bekanntlich auch Präsident von Borussia Dortmund, bei seiner Eröffnungsrede über sich ergehen lassen.

Danach aber gab es für die heimischen Fans keinen Grund mehr für Pfiffe. Denn die Gastgeber knüpften beinahe nahtlos an die historische Vorsaison an.

Nur eine Änderung gegenüber Wembley

Das zeigte sich schon bei der Startelf, in der es im Gegensatz zum Champions-League-Triumph im Wembley-Stadion nur eine Änderung gab: Der damals verletzte Toni Kroos ersetzte Javi Martinez.

Die beiden Top-Neuzugänge Mario Götze (verletzt) und Thiago (Fieber) fehlten dagegen, der dritte Neue Jan Kirchhoff saß auf der Bank. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und auch auf dem Spielfeld war ungeachtet der zahlreichen Experimente von Guardiola in der Vorbereitung kein Bruch zu erkennen, vielmehr dominierten die Roten die Partie von Beginn an.

[image id="af139103-63d0-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Doppelschlag durch Robben und Mandzukic

Nur folgerichtig fiel schon nach zwölf Minuten der erste Treffer der neuen Spielzeit durch den erneut starken Robben nach schönem Zuspiel des noch stärkeren Franck Ribery.

Vier Minuten später kam Ribery nach Robben-Freistoß frei zum Schuss, die Abwehr von Gästekeeper Marc-Andre ter Stegen verwertete Mandzukic im Nachschuss locker.

Unmittelbar darauf verpasste Schalke-Neuzugang Raffael frei stehend den Anschlusstreffer, noch größer aber war die Chance von Freiburg-Neuzugang Max Kruse, der aus kurzer Distanz am herausragend reagierenden Manuel Neuer scheiterte (30.).

Ex-Gladbacher Dante macht es wieder spannend

Es sprach für die Gäste, dass sie trotz des frühen Rückstands ihre spielerische Linie nicht verloren. Doch es bedurfte eines Ex-Gladbachers, um es wieder spannend zu machen: Nach scharfer Hereingabe spitzelte Dante den Ball ohne Not an Neuer vorbei ins eigene Netz (40.).

Drei Minuten später verhinderte ter Stegen mit einer Glanzparade das 1:3, als er einen 18-Meter-Hammer von Toni Kroos nach Ribery-Vorlage übers Tor boxte. Und bei der anschließenden Ecke war der Nationalkeeper dann bei Mandzukics Kopfball zur Stelle, so dass es mit 2:1 in die Pause ging.

Schlagabtausch nach der Pause

Nach der Pause entwickelte sich die Begegnung beinahe zu einem offenen Schlagabtausch. Die Münchner wählten zwar immer den Vorwärtsgang und hatten bei einem satten 16-Meter-Schuss von Kroos an den Pfosten Pech (60.).

Gleichzeitig war das Team allerdings defensiv überraschend anfällig. Im neuen 4-1-4-1-System von Guardiola mit Bastian Schweinsteiger als einzigem defensiven Mittelfeldspielern blieben viele Räume unbesetzt, vor allem nach Ballverlusten hatte die hoch stehende Elf immer wieder Probleme.

Doppel-Hand von Dominguez

Höchst kurios dann die Entscheidung zugunsten des FCB: Nach Handspiel von Alvaro Dominguez gab Schiedsrichter Tobias Welz Strafstoß, doch ter Stegen parierte mit einer Faust gegen Thomas Müller. Direkt im Anschluss aber spielte der nachsetzende Robben Dominguez den Ball erneut an die Hand, diesmal verwandelte Alaba den folgenden Elfmeter sicher zum 3:1 (69.).

Erst danach wechselte der die meiste Zeit über am Spielfeldrand sehr aktive Guardiola aus und stärkte mit Kirchhoff, Rafinha und Martinez die Defensive.

Den Gladbachern war aber ohnehin nach dem bitteren K.o.-Stoß die Luft ausgegangen, so dass die Münchner den neunten Sieg im neunten Heimspiel des Jahres feiern durften.

Weiterlesen