Am FCB führt in der Meisterschaft kein Weg vorbei, der BVB ist erster Verfolger. Ein Duo kann da kaum mithalten. Der Check.

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Von Jan Reinold und Tobias Wiltschek

München - Alle jagen Pep: Für viele ist es gar nicht mehr die Frage, ob Pep Guardiola mit dem FC Bayern Meister wird, sondern nur noch, wie viele Punkte Vorsprung es dieses Jahr auf Borussia Dortmund sind.

Die Rollen scheinen klar verteilt: Der Triple-Sieger aus München holt auch in der am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach startenden Saison (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) die Meisterschaft. Zu stark scheint der deutsche Rekordmeister. Am ehesten folgen kann, so die allgemeine Erwartungshaltung, noch der BVB.

Was aber passiert, wenn Guardiolas Änderungen gerade zu Saisonbeginn noch nicht greifen, die Bayern ins Stocken geraten?

Wenn Guardiolas Team schwächelt, müssen die Verfolger da sein. Inwieweit Bayer Leverkusen und Schalke 04 zu den Bayern-Jägern gehören, muss sich zeigen. Beide Teams haben sich sinnvoll verstärkt.

SPORT1 nennt zusammen mit Kolumnist Thomas Berthold die Kandidaten für die Meisterschaft und die Champions-League-Plätze:

FC Bayern

In der abgelaufenen Saison waren die Münchner das Nonplusultra - national wie international. Nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte tauschte der Triple-Sieger den Trainer.

Pep Guardiola, Ex-Coach des FC Barcelona, übernahm von Jupp Heynckes - und experimentierte in der Vorbereitung ausgiebig. Auch beim Personal gab es Veränderungen. Für 37 Millionen Euro kam Mario Götze von Dauerrivale Borussia Dortmund, für mehr als 20 Millionen wechselte Thiago Alcantara aus Barcelona an die Isar. Der ohnehin starke Luxuskader der Vorsaison wurde so noch einmal deutlich verstärkt, der Abgang von Mario Gomez zum AC Florenz sollte zu verkraften sein.

Die Erwartungshaltung an Guardiola ist riesig, eigentlich würde wohl nur die Verteidigung des Triples als Erfolg gewertet. Guardiola weiß: "Ich bin an keinem guten Ort, um nicht zu gewinnen."

Borussia Dortmund

25 Punkte betrug der Rückstand am Ende der Bundesliga-Saison auf den FC Bayern, in der neuen Spielzeit will der BVB wieder auf Augenhöhe mit dem großen Favoriten agieren.

Den Abgang von Mario Götze fing man durch die Verpflichtungen von Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang auf, für die in der letzten Saison so anfällige Defensive (42 Gegentore) wurde Sokratis von Werder Bremen geholt.

Durch die Neuzugänge ist der Kader in der Breite besser geworden, von Verhältnissen wie beim FC Bayern ist der BVB allerdings noch ein Stück entfernt.

Bei der Formulierung von Zielen hält man sich in Dortmund zurück. Direkte Champions-League-Qualifikation lautet die Vorgabe, zudem möchte man wieder näher an die Bayern rücken. Dafür muss man "dramatisch weniger Gegentore kassieren", betont Trainer Jürgen Klopp.

Bayer Leverkusen

Trotz des starken dritten Platzes und der direkten Qualifikation für die Champions League gab es bei der Werkself einen Umbruch. Von den Leistungsträgern gingen Dani Carvajal, Michel Kadlec und vor allem Andre Schürrle. Auf der Trainerbank steht Sami Hyypiä nach dem Rückzug von Sascha Lewandowski erstmals allein in der Verantwortung.

Die Abgänge fing Bayer durch einen Mix aus Youngstern und erfahrenen Profis auf. Mit Spielern wie Emre Can, dem italienischen U-21-Nationalspieler Giulio Donati, Ex-Nationalspieler Roberto Hilbert, Emir Spahic oder dem ehemaligen Hamburger Heung-Min Son sollte sich Leverkusen nicht verschlechtert haben.

"Wir haben nicht nur die Lücken gestopft, sondern sind in diesem Jahr in der Breite stärker als in der letzten Saison", sagte Sportdirektor Rudi Völler zu SPORT1. Dennoch geht der Blick nicht in Richtung Tabellenspitze, sondern nach hinten, zu den Verfolgern.

Schalke 04

Der Vierte der Vorsaison hat kräftig aufgerüstet. "Mister Klausel" Horst Heldt hat den Schalker Kader kräftig verstärkt - und das meist kostengünstig, den Ausstiegsklauseln sei Dank.

Innenverteidiger Felipe Santana kam von Lokalrivale Dortmund, Talent Leon Goretzka aus Bochum, Adam Szalai aus Mainz, Christian Clemens aus Köln. Der Kader, den Jens Keller in seiner ersten (wohl) kompletten Saison als S04-Coach zur Verfügung hat, ist in der Breite und Spitze besser.

Vom ersten Meistertitel seit 1958 will aber dennoch kaum einer auf Schalke, das noch in die Champions-League-Quali muss, sprechen.

"Ich halte das für irreführend und fehlplatziert", sagte Klubchef Clemens Tönnies der "Sport Bild": "Unsere Ziele sollten sich vorerst darauf beschränken, uns wieder für die Champions League zu qualifizieren."

Die SPORT1-Prognose:

Läuft alles normal, führt der Weg zum Titel nur über den FC Bayern. Dortmund ist der erste - und wahrscheinlich einzige - Verfolger, darf aber nicht so viele Punkte liegen lassen wie in der Vorsaison. Schalke und Leverkusen sind die ersten Kandidaten für die weiteren Champions-League-Plätze.

Das sagt SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold:

"Der Titel wird wieder zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ausgefochten. Die beiden Mannschaften haben einfach das größte Potenzial und die meisten Optionen. Was die Quantität betrifft, haben die Bayern noch mehr Möglichkeiten als der BVB. Dazu hat der Rekordmeister mit Pep Guardiola einen Trainer, der weiß, was er tut. Das einzige Thema, das zum Problem werden könnte, ist der Sturm. Die Bayern haben nur Mario Mandzukic und Claudio Pizarro. Das ist schon riskant, vor allem wenn Mandzukic ausfallen sollte. Für die Champions League kommen für mich Schalke und Leverkusen in Frage. Das Problem bei den Schalkern ist die Abhängigkeit von Huntelaar."

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