Marvin Ducksch debüttierte im DFB-Pokal und traf gleich im ersten Spiel © getty

Zuletzt haben sich beim BVB zwei Youngster in den Vordergrund gespielt. Langfristig könnten sie zum Ersatz zweier Superstars werden.

Von Tom Vaagt

Hamburg - Am vergangenen Samstag gegen 16.45 Uhr nahm die Karriere an Fahrt auf.

Marvin Ducksch, 19 Jahre alt und von Beruf Torjäger bei Borussia Dortmund, wartete auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz. 0:0 stand es beim Pokal-Auftakt des BVB in Wilhelmshaven. Es mussten Lösungen her. Und Ducksch hatte reichlich Verbesserungsvorschläge im Gepäck.

13 Minuten später bereitete er das 1:0 vor, das 2:0 machte er dann gleich selbst. Man kann das wohl ein gelungenes Debüt nennen.

Danach fühlte sich der Teenager "wie im Traum". Und als er das so sagte, schlich im Hintergrund Jonas Hofmann vorbei. Der zweite hochbegabte Dortmunder Newcomer kennt diese Gemütslage.

Hofmann schon mit Bundesligaminuten

Im vergangenen Dezember hatte der Mittelfeldspieler eine kurze Bundesligapremiere gefeiert und im späteren Saisonverlauf sogar sein erstes Tor erzielt.

Danach war für ihn vieles "wie im Traum". Ein Zustand, der bis heute anhält. Zumal sich Hofmann nach einer überaus gelungenen Vorbereitung mittlerweile zu einer echten Alternative für Trainer Jürgen Klopp entwickelt hat.

In Wilhelmshaven brauchte er nur 14 Minuten, um beim 3:0 gegen den Regionalligisten zwei Tore vorzubereiten.

Mehr Breite für den BVB-Kader

Ducksch und Hofmann: Zwei Youngster, zwei glänzende Perspektiven. Und eine wichtige Erkenntnis für den BVB:

Die Kaderbreite, die dem Champions-League-Finalisten in der vergangenen Saison vielleicht hier und da fehlte, könnte sich nun aus den eigenen Reihen ergeben.

Dringend benötigte Verstärkungen - zumal die 50 Millionen Euro, die der Vizemeister in der Sommerpause in seinen Kader investierte, vornehmlich zur Schließung entstandener Lücken aufgewandt werden musste.

Hofmann einen Schritt weiter

Innenverteidiger Sokratis soll den zum Erzrivalen Schalke 04 abgewanderten Felipe Santana ersetzen. Henrikh Mkhitaryan die Nachfolge von Mittelfeldstar Mario Götze (jetzt FC Bayern) antreten. Als Sahnehäubchen kam dann noch Pierre-Emerick Aubameyang.

Nach den ersten Eindrücken könnte der BVB drei Volltreffer gelandet haben. Doch wer jetzt zudem einen Ducksch oder einen Hofmann in der Hinterhand hat, kann sich wahrscheinlich noch ein wenig glücklicher schätzen.

Wobei der Mittelfeldspieler einen deutlichen Schritt weiter als sein stürmender Kollege Ducksch ist.

Klopp baut Ducksch behutsam auf

"Ich werde Marvin jetzt sicherlich nicht mit zu jedem Bundesligaspiel mitnehmen, damit er dort drei oder vier Minuten spielt", sagte Klopp in Wilhelmshaven: "Der Junge braucht Spielpraxis. Die bekommt er in der Dritten Liga."

Kurzfristig muss Julian Schieber, der im Pokal nicht im Kader stand, also nicht um seinen Status als Stürmer Nummer zwei hinter Robert Lewandowski fürchten.

Langfristig könnte sich die Situation aber erheblich ändern.

Irgendwann Ersatz für Lewy und Reus?

Lewandowski wird zur kommenden Saison zum FC Bayern wechseln. Eine Lücke wird klaffen. Eine Chance für Ducksch, um im Kader weiter nach vorn zu rücken?

Und auch auf Hofmanns Position drohen beim BVB Veränderungen. Nationalspieler Marco Reus könnte den Klub dem Vernehmen nach 2015 für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. Eine Chance für Hofmann, um im Kader weiter nach vorn zu rücken?

Die beiden Talente schon jetzt in die noch übergroßen Fußstapfen der Superstars zu schubsen, wäre allerdings nicht fair.

Sollten sie sie dennoch irgendwann ausfüllen können, wäre das auch für die BVB-Verantwortlichen ganz bestimmt "wie im Traum".

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