Mandzukic' Unzufriedenheit beim FCB könnte Bewegung in den Lewy-Deal bringen. Magath deutet bei SPORT1 ein Tauschgeschäft an.

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Von Jan Reinold

München - Für einen "super, super Spieler", der Mario Mandzukic laut Pep Guardiola ja ist, hat der Kroate einen recht schweren Stand beim neuen Trainer des FC Bayern.

Im Supercup gegen Borussia Dortmund musste der Mittelstürmer Mandzukic - mit wenig Erfolg - auf der Außenbahn ran. Beim Audi Cup wurde er im Halbfinale gegen Sao Paulo eingewechselt, auch im Finale gegen Manchester City musste er zunächst auf die Bank.

Offenbar wird der in der Triple-Saison vor Mario Gomez gesetzte Mandzukic unter Pep Guardiola eher als "super, super Joker" ("Abendzeitung") benötigt. Und weil ihm diese neue Rolle aus verständlichen Gründen nicht besonders zusagt, könnte sich ein Tauschgeschäft mit dem bei Borussia Dortmund ebenfalls nicht mehr ganz glücklichen Robert Lewandowski anbahnen.

"Ein Wechsel von zwei Unzufriedenen", sagte Felix Magath am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1, "kann beide glücklich machen".

Mandzukic klagt

Der Plan könnte für alle Seiten Sinn machen. Bereits nach dem Champions-League-Finale im Mai brachte die "Sport Bild" ein entsprechendes Tauschgeschäft zwischen FCB und BVB ins Gespräch.

Für Lewandowski, der trotz eines Vertrags bis Juni 2014 unbedingt schon in diesem Sommer nach München wechseln möchte, sollten Mandzukic oder Xherdan Shaqiri plus eine Millionensumme nach Dortmund wechseln.

Kurz vor dem Liga-Start am Freitag kommt das Thema nun erneut auf, denn Mandzukic soll sich beim Triple-Sieger intern beklagen, dass Guardiola nicht auf ihn setze. Der Ex-Trainer des FC Barcelona, so der Eindruck nach der Vorbereitung, möchte lieber mit einer "falschen 9" spielen lassen, also ohne einen echten Mittelstürmer.

Wenn der lange verletzte Mario Götze in den nächsten Tagen wieder richtig fit ist, dürfte der ehemalige Dortmunder wohl diese Rolle ausfüllen. Und Mandzukic? Der, meinte Guardiola vor einigen Wochen, könne ja "vielleicht mal Verteidiger" spielen.

Magath mahnt

Die Aussage war wohl eher als Scherz gemeint, auch wenn Guardiola Flexibilität groß schreibt.

Mandzukic' Problem ist, dass er eigentlich nur als Mittelstürmer infrage kommt. Auf den Außen, das hat nicht nur der Supercup gezeigt, ist er keine Alternative zu Arjen Robben, Franck Ribery oder Thomas Müller.

Zudem dürfte dem 27-Jährigen, vertraglich bis 2016 an die Bayern gebunden, bewusst sein, dass sich seine Position mittelfristig weiter verschlechtern wird. Denn wenn Lewandowski spätestens im Sommer 2014 von Dortmund nach München wechselt, wird der Pole wohl kaum auf der Bank sitzen.

Attacken über polnische Medien

Ein Ausweg könnte also nun ein Tausch der beiden Stürmer sein. An Lewandowski dürfte ein solches Manöver nicht scheitern, der 24-Jährige hat klargestellt, dass er so schnell wie möglich zu den Bayern will.

Dortmund aber pocht auf Erfüllung des bis Juni 2014 laufenden Vertrags und schob einem Wechsel in diesem Sommer unmissverständlich einen Riegel vor. Nur: Das Thema ist einfach nicht totzukriegen.

Zuletzt brachte Lewandowski mit Attacken in polnischen Medien gegen seinen Noch-Arbeitgeber Unruhe. Der polnische Nationalspieler fühlt sich offenbar von Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc betrogen.

Lewandowski "in seinen Gefühlen gefangen"

Seine angebliche Aussage im Boulevardblatt "Fakt", es könne eine Zeit kommen, in der er "mit schlechter Stimmung zum Spiel komme", könnte man zudem als Streikdrohung interpretieren.

Lewandowski sei "gefangen in seinen Gefühlen", sagte Magath, und wenn ein Spieler etwas gegen seinen Willen tun müsse, bringe er nicht seine volle Leistung.

Offiziell aber rechnet man bei den Bayern nicht damit, dass der BVB dem Drängen seines Top-Stürmers doch noch nachgibt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine 180-Grad-Kehrtwende macht und sagt, der Spieler kann - wohin auch immer - jetzt noch wechseln", meinte FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im "kicker".

Bruchhagen hofft auf Verhaltensänderung

Geht es nach Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen, bleibt Lewandowski ohnehin in Dortmund. Und zwar nicht nur bis 2014.

"Für die Bundesliga ist ganz wichtig, dass dem FC Bayern in Borussia Dortmund ein Konkurrent verbleibt. Meine Hoffnung ist, dass eine erfolgreiche Saison von Lewandowski in Dortmund bei ihm zu einer Verhaltensänderung führt, dass er seinen Vertrag in Dortmund verlängert", sagte das Mitglied des DFL-Vorstands im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1:

"Das wäre für die Bundesliga die richtige Entscheidung. Wenn Lewandowski auch noch zum FC Bayern geht, habe ich die Angst, dass das Titelrennen zu klar für die Bayern ausgeht."

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