Joachim Löw ist seit 1. August 2006 Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Bundestrainer Jogi Löw hält große Stücke auf die Spielphilosophie des Startrainers und erklärt Bayern zum Meister-Favoriten.

Frankfurt - Bundestrainer Joachim Löw hat sich lobend über den neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola geäußert und ihn eine "große Bereicherung für die Liga" genannt.

"Er hat klare Ideen, eine klare Spielphilosophie - und die wird er auf den FC Bayern übertragen", sagte Löw der "Bild am Sonntag".

Dass die Erwartungen an den Spanier zu hoch seien, glaubt der 53-Jährige nicht:

"Guardiola wird mit dem Druck zurechtkommen. Er war Trainer in Barcelona, dort hat man von ihm auch immer das Maximum erwartet."

Rauball und Niersbach skeptischer

Unterdessen äußerten sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Liga-Präsident Reinhard Rauball vorsichtiger.

"Einen der weltbesten Trainer hatten die Bayern auch schon mal mit Trapattoni", sagte Rauball.

Niersbach ergänzte: "Oder ihr in Dortmund mit Nevio Scala. Das war dann am Ende auch nicht so toll."

Der Italiener Giovanni Trapattoni scheiterte bei seinem ersten Bayern-Engagement 1995 bereits nach einer Saison ohne Titel.

In seiner zweiten Amtszeit von 1996 bis 1998 gewann er dann aber immerhin je einmal Pokal und Meisterschaft.

Sein Landsmann Scala beendete die Saison 1997/1998 beim BVB als enttäuschender Zehnter und wurde nach nur einem Jahr durch Michael Skibbe ersetzt.

Dortmund einziger Konkurrent

Angesichts des Star-Coaches Guardiola und der prominenten Neuzugänge schiebt Löw den Münchnern erwartungsgemäß auch die Favoritenrolle für den Titel in der Bundesliga zu.

Er halte "nur den BVB für stark genug, dem FC Bayern Paroli zu bieten", sagte der DFB-Chefcoach.

Schalke 04, Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart seien zwar ebenfalls "gut aufgestellt", er sehe aber den Zweikampf zwischen München und Dortmund.

Keine Wachablösung in Europa

Die beiden letztjährigen Champions-League-Finalisten werden nach Ansicht des Bundestrainers zwar weiter eine große Rolle spielen, eine Wachablösung habe aber nicht stattgefunden:

"Es wäre naiv zu glauben, dass ab sofort die deutschen Klubs in Europa dominieren."

Der Unterschied zwischen den Top-Klubs aus Deutschland, England, Spanien und auch wieder Italien sei minimal.

Weiterlesen