Jenas Christian Kretzer (l.) gewann das Landespokal-Finale mit 1:0 © imago

Lange war das Heimspiel aufgrund der Flutkatastrophe fraglich, nun freut sich Fünftligist Schott Jena auf den angeschlagenen HSV.

Von Philipp Heinemann

München - Wie man im Pokal besteht, weiß man in Jena bereits.

Im Finale des Thüringer Landespokals setzte sich Schott Jena gegen Drittligist Rot-Weiß Erfurt durch.

Der Lohn für den Fünftligisten: Jena nimmt am DFB-Pokal teil.

Und schon in der ersten Runde zog der Verein ein ganz großes Los.

Am Sonntag kommt der Bundesliga-Dino Hamburger SV zum ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld. (ab 15.45 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER)

In Hamburg hängt der Haussegen schief

Für den Favoriten ist es die Chance zur doppelten Wiedergutmachung: Letztes Jahr schied der HSV in der ersten Runde völlig unerwartet gegen den Karlsruher SC aus.

Und auch jetzt hängt der Haussegen nach einer blamablen 0:4-Testspielpleite gegenDynamo Dresden gehörig schief.

"Das Spiel gegen Dresden war eine Katastrophe. Es ist eine Schande, wenn man als HSV so auftritt und untergeht", sagte Superstar Rafael van der Vaart der "Welt".

"Das einzig Positive an der Niederlage ist, dass sie jetzt passiert ist und jeder von uns begreift, dass Sonntag für uns die Saison beginnt. Dann müssen wir im Pokalspiel in Jena völlig anders auftreten."

Kein Vorteil für den Außenseiter

Rene Friebel, sportlicher Leiter des SV Schott Jena, sieht daher auch keinen echten Vorteil für den Underdog:

"Dass Hamburg nicht in Bestform ist, wird uns nicht schaden", sagte er im Gespräch mit SPORT1.

"Ein 0:4 in Dresden ist für uns jedoch nicht unbedingt förderlich, weil jetzt alle aufgewacht sein werden."

Auch die harte Kritik von HSV-Sportchef Oliver Kreuzer an die Profis will Friebel nicht als positives Zeichen werten:

"Sie haben jetzt vom Trainerteam und vom Vorstand ein paar klare Worte zu hören bekommen. Ich denke, sie werden dann am Sonntag leider Gottes anders auftreten."

Dennoch freut sich die ganze Stadt darauf, wieder einen Erstligisten begrüßen zu dürfen, zumal der Klub nichts zu verlieren hat.

"Auch ein 0:5, 0:7 oder 1:7 wäre das normalste der Welt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt", so Friebel.

Stadion stand unter Wasser

Dabei war die Austragung in Jena aufgrund der Flutkatastrophe lange fraglich, das Stadion war vollständig mit Wasser vollgelaufen.

"Man braucht kein Boot mehr, um ins Stadion zu kommen", sagt Friebel lapidar.

Doch auch als die größten Schäden beseitigt worden waren, stand die Partie nochmal auf der Kippe.

Wegen Rosts an den Flutlichtmasten musste das Stadion gesperrt werden, der Spielbetrieb war untersagt.

Die Stadt Jena, Besitzer des Stadions, wollte die Begegnung jedoch unbedingt möglich machen und ließ die Masten gerade noch rechtzeitig abbauen.

Szenario für die Sensation

Ein Szenario, wie es mit dem Sensationssieg klappen wird, hat Friebel auch:

"Hamburg müsste dreimal gegen den Pfosten schießen und der Ball müsste dreimal wieder rausspringen. Wir selbst müssten einen abgefälschten Schuss irgendwie rein machen."

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