Der BVB-Coach reagiert betont gelassen auf die neuen Provokationen des Angreifers und verspricht schnelle Klärung.

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Dortmund - Trainer Jürgen Klopp und die Klub-Bosse von Borussia Dortmund reagieren betont gelassen auf die Provokationen von Torjäger Robert Lewandowski.

"Für mich ist das, was er tut, tausend Mal wichtiger als das, was er sagt", meinte der BVB-Coach auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Erstrundenspiels im DFB-Pokal am Samstag (ab 15.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) beim Regionalligisten SV Wilhelmshaven.

"Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen alles klären werden", ergänzte der 46-Jährige. Alles, was zu besprechen sei, werde zudem intern besprochen, so Klopp weiter. Lewandowski habe sich auch nach dem jüngsten Interview nicht verändert.

"Alle Abläufe sind unproblematisch", sagte Klopp. "Wenn das nicht so wäre, würde ich irgendwann dazu etwas sagen - und ganz bestimmt darauf reagieren."

Drohung via Zeitung?

Der 24 Jahre alte Lewandowski, der seit Wochen auf einen Wechsel zu Triple-Sieger Bayern München drängt, war am Mittwoch in der polnischen Zeitung "Fakt" mit den Worten "Ich fühle mich von Borussia betrogen" zitiert worden (BERICHT: Aufstand statt Anstand).

Zudem soll er gesagt haben: "Ich weiß nicht, ob die Situation auf Dauer spurlos an mir vorbeigeht."

Es sitze bei ihm im Unterbewusstsein, "und es wird eine Zeit kommen, wo ich mit schlechter Stimmung zum Spiel kommen werde".

Der Zeitung zufolge ärgert er sich zudem über sein vergleichsweise geringes Gehalt.

Streik unwahrscheinlich

Die Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV) hält es für ausgesprochen unwahrscheinlich, dass Lewandowski tatsächlich einen Gang zurückschaltet.

"Nach meinen Informationen hat Robert Lewandowski es nicht so gesagt, wie es kolportiert wurde. Es gab keine Androhung, die Leistung zu reduzieren", sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky über den im Sommer noch als VDV-Spieler des Jahres gewählten Polen.

Die Auseinandersetzung zwischen dem BVB und Lewandowski werde "sicher kein juristischer Fall werden".

Leistungsverweigerung "unvorstellbar"

Allgemein ergänzte Baranowsky: "Das würde auch gar keinen Sinn machen. Der Spieler würde sich ins eigene Fleisch schneiden. Sein Image und sein Marktwert würden leiden, das Gehalt ist normalerweise stark leistungsbezogen, er müsste bei den Fans durch den Hölle und würde riskieren, auch bei den Fans und Verantwortlichen des neuen Vereins kritisch beäugt zu werden."

Alles in allem sei es "unvorstellbar, dass ein Spieler absichtlich schlecht spielt, um einen Verein unter Druck zu setzen".

Prozess nicht sinnvoll

Den Schritt, auf Freigabe aus einem Vertrag zu drängen, beäugt die Spielergewerkschaft grundsätzlich kritisch.

"Grundsätzlich sind Verträge einzuhalten. Das gilt für beide Seiten", erklärte Baranowsky. Eine außerordentliche Kündigung eines Spielers sei nur in einem Extremfall möglich, zum Beispiel, wenn er von einem Verantwortlichen geschlagen oder übel beleidigt wurde.

Aber auch da gelte: Ein Herausklagen sei wenig sinnvoll, "weil sich ein Prozess bis über das Ende der Transferperiode hinziehen und dem Spieler somit ein halbes Jahr Arbeitslosigkeit drohen würde".

Auszeichnung für Lewandowski

Klopp geht jedenfalls davon aus, dass die Geschichte bald erledigt sein wird und man am Ende der Saison das Gefühl haben könne, das Thema habe es nie gegeben, sagte der BVB-Coach.

Er empfahl Lewandowski dann sogar demonstrativ für die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres.

Zuckerbrot statt Peitsche, ist offensichtlich die Devise.

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