Mario Mandzukic war in der vergangenen Saison bester Liga-Schütze der Bayern © getty

Bayerns Stürmer will sich im Finale gegen ManCity beweisen. Guardiolas Dauerroration wirbelt auch den Sturm durcheinander.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - Der Jubel glich einer Explosion, mancher Beobachter wollte dabei sogar einen bösen Blick von Mario Mandzukic in die Richtung von Trainer Pep Guardiola gesehen haben.

Blicke lassen sich deuten, vielleicht auch überinterpretieren.

Fest steht aber, dass der Bayern-Stürmer seinem 1:0 gegen den FC Sao Paulo einen besonderen Stellenwert zumaß. Ansonsten hätte der Kroate nicht mit derartiger Wut und Wucht seinen Streich gefeiert (Bericht).

Endspurt Richtung Saisonstart

Mandzukic scheint angespannt. Er wird sicherlich nicht gerade "Halleluja" gerufen haben, als er vor dem Halbfinale des Audi Cups ( 755355 DIASHOW: Die Bilder zum Spiel ) erfahren hatte, dass Guardiola in der Anfangsformation gegen die Brasilianer auf Claudio Pizarro setzt.

Der FC Bayern befindet sich schließlich auf der Zielgerade der Saisonvorbereitung. Nach dem DFB-Pokalauftakt am Montag folgt knapp eine Woche später der Liga-Start gegen Borussia Mönchengladbach.

Jetzt werden die Plätze für die Startelf vergeben und Mandzukic will unbedingt dabei sein. Wer nun auf der Bank sitzt, dessen Chancen sinken. Rapide.

Die Aufstellung im Finale des Vorbereitungsturniers gegen Manchester City (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) könnte so ein wichtiger Fingerzeig sein - nicht nur für Mandzukic.

Fünf Spieler bereits im Sturmzentrum

Guardiola rotierte bisher mit Wonne - auch auf der Position der zentralen Sturmspitze: Franck Ribery, Thomas Müller und Xherdan Shaqiri durften dort schon genauso wie die etatmäßigen Stürmer Mandzukic und Pizarro ran.

Im Supercup in Dortmund musste Mandzukic gar auf den Flügel ausweichen, Shaqiri besetzte das Zentrum. Das Missvergnügen des Torjägers war angesichts der ungewohnten Rollenverteilung kaum zu übersehen.

In der Vorsaison hatte sich Mandzukic gegen Mario Gomez durchgesetzt, jetzt muss er selbst um seinen (fixen) Posten bangen.

Guardiola gefallen die Variationen, seine Elf soll so unberechenbar werden. Zugleich darf der Spanier jedoch die Stimmung bei den sensiblen Profis nicht aus den Augen verlieren.

Komplimente von Guardiola und Rummenigge

"Das Tor sieht einfach aus, aber wenn der Gegner mit elf Mann im Sechszehner steht, ist es nicht einfach. Aber Mandzukic ist ein super, super Spieler", lobte der FCB-Trainer daher den Kroaten nach dem Spiel gegen Sao Paulo ausdrücklich.

Auch FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge pries Mandzukic als "köperlich sehr präsent" und als einen, der immer den Abschluss suche.

Pizarro vergab dagegen in der ersten Hälfte eine hundertprozentige Chance.

Guardiola beobachtet so etwas jetzt sehr genau. Genauso überprüft er, wie sich der etatmäßige Mittelfeldspieler Javier Martinez in der Innenverteidigung wohlfühlt. Oder ob Bastian Schweinsteiger oder Thiago Alcantara eher für die Sechserrolle geeignet ist.

Lahm: Umstellung braucht Zeit

"Es haben einige die Chance auf der Position zu spielen, auch Toni Kroos hat dort schon gespielt", kommentierte Philipp Lahm den Kampf um die Position in der Zentrale im Gespräch mit SPORT1.

Die Umstellung auf das Pep-System laufe weiterhin, gestand der Bayern-Kapitän:

"Man sieht es ja, dass es noch ein bisschen dauert. Wir sind mitten in der Entwicklung, haben aber bis zum Bundesliga-Start noch ein paar Tage Zeit."

Die wird Kreativgeist Guardiola mit neuen Varianten füllen. Gegen Manchester City dürfte Thiago nach seiner Verschnaufpause gegen Sao Paulo wieder in die Startaufstellung zurückkehren, neue Umstellungen inbegriffen.

Wettschießen mit Dzeko?

Bayerns Defensive wird gegen die Citizens im Daueralarmzustand sein, schon beim 5:3-Sieg gegen den AC Milan begeisterte der englische Vizemeister phasenweise mit blitzschnellen Kombinationen.

"Ich kenne Manuel Pellegrini gut, er ist einer der besten Trainer der Welt", erklärte Guardiola vor dem Aufeinandertreffen mit den Skyblues.

Edin Dzeko traf gegen Milan zweimal, FCB-Stürmer Mandzukic würde sich nur zu gerne von Beginn an mit dem Bosnier messen.

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