Seit November 2012 Manager in Wolfsburg: Der Ex-Bremer Klaus Allofs © getty

Wolfsburgs Manager hofft auf einen Sieg in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Sein VfL-Konzept wird immer deutlicher.

Von Christoph Gailer

München - Die Sehnsucht nach Beständigkeit ist beim VfL Wolfsburg ähnlich groß wie die Hoffnung auf Erfolge.

Mit vier verschiedenen Trainern in zweieinhalb Jahren waren die Niedersachsen durch die Bundesliga getaumelt bis Stephan Grühsem im November 2012 den Inbegriff der Konstanz präsentierte: Klaus Allofs - zuvor seit 1999 bei Werder Bremen - soll dem VfL seitdem ein neues Profi geben.

"Identifikation ist ein Grund, warum Klaus Allofs heute hier vorgestellt wird", kündigte Wolfsburgs Aufsichtsratsmitglied den neuen Manager bei dessen Vorstellung an.

Erfolge weiter wechselhaft

Nach exakt vier Monaten im Amt wird nun eine Tatsache immer deutlicher: Allofs versucht es in Wolfsburg mit einer Blaupause des einstigen Bremer Erfolgsmodells. Der Ertrag vor dem Punktspiel am Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) ist bisher wechselhaft.

Im Hinspiel bei der Fortuna hatte noch Lorenz-Günther Köstner auf der VfL-Bank gesessen und sein Engagement als Interimstrainer mit einem 4:1-Erfolg beim Aufsteiger begonnen.

Da war Allofs Manager in Bremen und hatte den Auftritt der Wolfsburger in seiner Heimatstadt aus der Distanz verfolgt.

Hecking als Schaaf-Klon

Inzwischen ist er mittendrin beim VfL und Köstner längst wieder Trainer der Wolfsburger U23.

In der Winterpause hatte Allofs den mäßig erfolgreichen Köstner durch Dieter Hecking ersetzt. Einen Coach, dessen Eigenschaften sehr jenen von Bremens Thomas Schaaf ähneln. Zielgerichtet, sachlich, bodenständig, nachhaltig, berechenbar, umgänglich.

Mit Schaaf harmonierte Allofs über ein Jahrzehnt sportlich wie menschlich(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Keine Konstanz

"Dieter ist der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir wollen so schnell wie möglich aus den unteren Tabellenregionen verschwinden und die Tendenz nach oben einschlagen", erklärte Allofs anlässlich der Bestellung Heckings, der ebenso einen Vertag bis 2016 unterzeichnete wie der Manager.

Nach neun Pflichtspielen unter dem ehemaligen Nürnberger Trainer Hecking verfestigt sich jedoch der Eindruck, den man vom VfL schon in der Vorrunde gewinnen musste - die Konstanz fehlt weiterhin. Unterirdischen Auftritten wie gegen Schalke (1:4) folgten Galavorstellungen wie zuletzt in Freiburg (5:2).

Und so ist es wenig verwunderlich, dass sich Wolfsburg weiter in den unteren Tabellenregionen befindet.

Neustart mit internationaler Perspektive

Mit 30 Zählern haben die "Wölfe" vor dem 26. Spieltag neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Unter Heckings Leitung blieb die Mannschaft nur zwei Mal ohne Gegentreffer, erzielte in der Bundesliga lediglich 29 Treffer. Immerhin erreichte man jedoch das Pokal-Halbfinale.

So haben die Niedersachsen sogar die Chance, den eingeleiteten Neustart gleich mit dem Einzug in die Europa League zu krönen. 685650 (DIASHOW: Der 25. Spieltag)

Unabhängig davon plant Allofs hinter den Kulissen die Zukunft und denkt dabei an alte Weggefährten. In Naldo und Diego stehen bereits zwei seiner einstigen Bremer Schützlinge im VfL-Kader. Per Mertesacker könnte daraus im Sommer 2013 ein Trio machen.

Interesse an Mertesacker

"Wenn er auf den Markt käme, wäre das immer interessant", erklärte Allofs, "jeder weiß, was ich von Per halte." Für den Trainerposten der zweiten Mannschaft hat Allofs in Valerien Ismael einen weiteren Ex-Bremer auf dem Zettel. Momentan coacht der Franzose noch die Zweitvertretung von Hannover 96.

Doch damit nicht genug der Bremer Verbundenheit. Auch für andere Sommertransfers geht Allofs' Blick an die Weser: Werders Kevin de Bruyne hat es den Wolfsburgern angetan.

"Wir haben keinen Hehl daraus gemacht, dass dies ein Spieler wäre, der dem VfL gut zu Gesicht stehen würde", sagte Allofs.

Nur mit der Konstanz auf dem Feld muss es dann für den VfL noch hinhauen. Momentan ist Werder da aber wohl nicht das beste Vorbild für eine Blaupause.

Weiterlesen