Tom Starke (l.) wechselte im Sommer von Hoffenheim zum FC Bayern © imago

Der Spitzenreiter will sich auch beim Tabellenvorletzen keine Böße geben. 1899-Manager Müller ist trotzdem zuversichtlich.

Von Martin Volkmar und Mathias Frohnapfel

München - Zwei Jahre war Tom Starke Torhüter bei 1899 Hoffenheim und ging im vergangenen Sommer als Publikumsliebling, nachdem die Vereinsbosse Tim Wiese verpflichtet hatten.

Rund neun Monate später sitzt Wiese nur noch auf der Tribüne, Hoffenheim befindet sich im rasanten Sturzflug Richtung Zweite Liga und Starke steht mit Bayern München vor dem Gewinn seiner ersten Meisterschaft - wenn auch nur als Ersatzkeeper.

"Von den Namen her haben sie sich vor der Saison nicht schlecht verstärkt, es war nicht zu erwarten, dass sie in so eine Negativspirale reinkommen", sagte Starke SPORT1 vor der Rückkehr in den Kraichgau am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Es geht für Hoffenheim jetzt nur noch darum, den Klassenerhalt mit allen Mitteln zu schaffen."

Starke winkt Bundesliga-Debüt

Der 32-Jährige könnte ausgerechnet gegen den Ex-Klub zu seinem Bundesliga-Debüt für den souveränen Tabellenführer kommen, denn Jupp Heynckes wird in jedem Fall rotieren lassen.

Dennoch kann der Tabellenvorletzte nicht darauf hoffen, dass die Münchner die Aufgabe zu locker angehen werden.

"Wir wollen mit allen Mitteln Deutscher Meister werden und so schnell wie möglich, da gilt es auch in Hoffenheim die drei Punkte mitzunehmen", erklärte Starke:

"Aber Angeschossene sind immer gefährlich, gegen Bayern läuft man eh immer ein paar Schritte mehr."

Heynckes verspricht "hungrige" Bayern

Ähnlich sieht es sein Coach. Nach dem Triumph gegen den Rivalen Borussia Dortmund (1:0) im Viertelfinale des DFB-Pokals sei seine Mannschaft längst wieder "zur Tagesordnung" übergegangen, betonte Heynckes:

"Wir sind weiter hungrig auf Erfolg und werden in der Meisterschaft nicht nachlassen. Wir wissen, dass wir das Niveau halten, vielleicht noch verbessern müssen. Wenn wir den Kräfteverlust aufgefangen haben, werden wir auch in Hoffenheim einen FC Bayern sehen, wie wir es gewohnt sind."

[kaltura id="0_35ihywun" class="full_size" title="Heynckes attackiert Klopp"]

Müller mit Zweckoptimismus

1899-Manager Andreas Müller versucht sich seit Tagen in Zweckoptimismus. Vielleicht sei das Duell gegen den Rekordmeister zu diesem Zeitpunkt genau das richtige Spiel, meinte Müller im Gespräch mit SPORT1:

"Auch aus so einem Spiel kann man sich positive Energie ziehen. Da zieht mein alter Spruch 'Form schlägt Klasse.' Wir werden das Spiel so angehen, dass eine Überraschung möglich ist."

44 Punkte trennen den derzeit unschlagbar erscheinenden Spitzenreiter von den hochgradig verunsicherten Badenern. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

"Kein Ergebnis-Druck" gegen Bayern

Doch Schonung für das vorentscheidende Kellerduell bei der SpVgg Greuther Fürth (9. März) ist laut Müller beim Treffen zwischen David gegen Goliath in der Rhein-Neckar-Arena keineswegs angesagt.

"Auch aus einem Spiel gegen die beste Mannschaft Europas kann man etwas ziehen. Wenn die Mannschaft da gut aussieht, kann es sie auch beflügeln", meinte der 50-Jährige.

Zumal am Sonntag "kein Ergebnis-Druck" herrsche, wie Marco Kurz hoffnungsfroh erklärte.

Kurz sieht Leben im Team

Trotz der zuletzt desolaten Auftritte seiner Elf gegen den VfB Stuttgart (0:1) sowie den FC Augsburg (1:2) und des Rückstandes von elf Punkten zum rettenden Ufer will Kurz deutliche Lebenszeichen ausgemacht haben.

"Die Mannschaft macht auf mich keinen schlechten Eindruck. Es ist nicht so, dass sie sich ergeben hat oder nicht lebendig ist", beteuerte der 43-Jährige.

Doch der drohende erste Abstieg der Klubgeschichte hatte jüngst sogar Dietmar Hopp auf den Plan gerufen. Der Mäzen sah sich genötigt, die Fortsetzung seines Engagements auch in der Zweiten Liga zu versprechen.

Schwarze Serie, Duo fehlt

In den vergangenen 13 Partien gab es für das 1899-Team, Herbstmeister von 2008, nur einen Sieg. Gegen die Bayern werden zudem die gelbgesperrten Andreas Beck und Eugen Polanski fehlen.

Die Gäste müssen auf Stürmer Claudio Pizarro verzichten, der an den Nachwirkungen einer Grippe laboriert. Ob Pokal-Matchwinner Arjen Robben und andere Reservisten im Kraichgau von Beginn an ran darf, ließ Heynckes offen.

Heynckes warnt

Kategorien wie A- oder B-Elf, davon hält Heynckes sowieso nichts. "Ich mache da persönlich überhaupt keine Unterschiede und finde das auch ein bisschen despektierlich." (BERICHT: Heynckes schimpft über Klopp: Keine Größe )

Und außerdem werde es ohnehin ein schwerer Gang für den erfolgsverwöhnten FCB werden, so Heynckes im Brustton der Überzeugung:

"Da geht es um Arbeitsplätze im Klub, darauf muss man sich einstellen. Man sollte nicht glauben, dass das ein Spaziergang wird, das wird von der Atmosphäre her von Beginn an schwierig."

Die voraussichtlichen Aufstellungen der Sonntagsspiele:

1899 Hoffenheim - Bayern München (15.30 Uhr)

Hoffenheim: Gomes - Ochs, Abraham, Vestergaard, Johnson - Williams, Weis - Schröck, Volland, Usami - de Camargo

München: Neuer (Starke) - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Martínez, Luiz Gustavo - Robben, Kroos, Ribéry - Gomez

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05 (17.30 Uhr)

Düsseldorf: Giefer - Balogun, Latka, Malezas (Langeneke), van den Bergh - Bodzek, Tesche - Kruse, Fink, Bellinghausen - Schahin

Mainz: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik - Baumgartlinger - Müller, Zimling - Ivanschitz - Parker, Szalai

Schiedsrichter: Brych (München)

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