Thomas Schaaf ist seit 1999 Trainer der Profis von Werder Bremen © getty

Die Partie gegen Augsburg hat für Bremen richtungsweisenden Charakter. Uli Borowkas Kritik lässt Trainer Thomas Schaaf kalt.

Von Andreas Kloo

München - Auf Uli Borowkas knallharte Kritik wollte er nicht reagieren. (BERICHT: Borowkas Werder-Abrechnung)

"Fragen Sie mich nicht, das macht keinen Sinn", kam Trainer Thomas Schaaf potentiellen Fragen der Journalisten am Mittwoch zuvor.

Schaaf, dessen Rauswurf der früherere Mitspieler Borowka gefordert hatte, wollte aber gleichwohl nicht den Eindruck erwecken, die aktuelle Lage an der Weser völlig unkritisch zu sehen.

"Wir malen uns ja keine rosarote Welt, nehmen ein 1:6 nicht freudestrahlend zur Kenntnis. Wir arbeiten daran, besser zu werden", stellte er in Bezug auf die üble Pleite beim FC Bayern klar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Schritt vor und zwei zurück

Doch das Streben nach Verbesserungen ist bei den Bremern in dieser Saison ein ständiges Auf und Ab.

"Wir sind einfach nicht stabil. Ein gutes Spiel, ein schlechtes Spiel - damit schaffst du es nicht in den internationalen Wettbewerb", haderte Innenverteidiger Sokratis in der "Syker Kreiszeitung".

Der Grieche bringt es auf den Punkt: Ein Schritt vor und zwei zurück.

"Wir haben eine unendliche Diskussion im Wintertrainingslager gehabt, über das, was wir in der ersten Halbserie erlebt haben. Es ist keine Veränderung eingetreten. Man muss leider immer wieder die Dinge benennen, die wiederholt nicht aufgezeigt wurden", kritisierte Schaaf.

Die Konstanz fehlt

Auf die Auftaktniederlagen in der Rückrunde gegen Dortmund und Hamburg antworteten die Grün-Weißen mit beeindruckenden Siegen über Stuttgart und Hannover.

Um dann zu Hause gegen Freiburg zu verlieren und in München sang- und klanglos unterzugehen.

"Wir wollen eine konstant leistungsstarke Mannschaft haben. Wir haben aber das Problem, dass wir den Weg dahin scheinbar so schnell nicht machen können", analysiert Schaaf die Situation der Mannschaft.

Sokratis wirft Flinte ins Korn

Der Weg zurück zu einem Spitzenteam, das um die Europacup-Ränge mitmischt, will den Werderanern nicht so recht gelingen.

"Wir haben nicht die Mannschaft für Europa. Wir spielen um die Plätze acht bis zwölf", klagt Sokratis und wirft bereits die Flinte ins Korn.

Für Borowka ist das ein Unding. "Es kann für Werder Bremen nicht das Ziel sein, zwischen Rang acht und 14 rumzudümpeln", schimpft er. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

Sechs Punkte Rückstand

Doch nicht alle Werder-Spieler wollen die Lage so negativ sehen. "Wenn wir die Chance nutzen und gegen Augsburg gewinnen, dann haben wir mehr Punkte als zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Saison", sagte Sebastian Prödl nach der Niederlage in München.

Sechs Punkte fehlen Werder derzeit auf die Europacup-Plätze.

Sollte auch gegen Kellerkind Augsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kein Sieg gelingen, müssen sich die Bremer wohl erneut von internationalen Ambitionen verabschieden - im dritten Jahr in Folge.

Eichin steht zu Schaaf

Für den neuen Werder-Sportdirektor Thomas Eichin ist das dennoch kein Grund, die Position von Schaaf in Frage zu stellen:

"Ich bin überzeugt, dass der Trainer weiß, was zu tun ist", gab er sich bereits nach der Klatsche in München optimistisch.

Hoffnung machen vor der Augsburg-Partie positive personelle Nachrichten. Aaron Hunt, in München noch von einer Grippe geschwächt, fühlt sich wieder bei Kräften.

Sokratis und Fritz wieder dabei

Sokratis und Clemens Fritz kehren nach Infekten ebenfalls ins Team zurück. (VEREINSSEITE: Alles zu Werder Bremen)

Philipp Bargfrede ist nach seiner Meniskus-OP zumindest wieder ins Training eingestiegen.

Ob Schaaf deshalb weiterhin von "Auffälligkeiten zum Positiven" bei seinem Team spricht?

Klingt doch ein wenig nach rosaroter Welt bei den Grün-Weißen.

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