Max Eberl ist seit Oktober 2008 Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach © imago

Sportdirektor Eberl treibt Borussias Umbruch vor dem Spiel in Frankfurt voran. Die Eintracht zittert vor Rückkehrer Arango.

Von Jakob Gajdzik

München - Der Umbruch ist in vollem Gange - mal wieder.

Borussia Mönchengladbach macht bereits vor der Partie bei Eintracht Frankfurt (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) für die kommende Saison Nägel mit Köpfen.

Musste Gladbach letzte Saison nach den Abgängen von Marco Reus, Dante und Roman Neustädter das Team notgedrungen verändern, ist das jetzige Teamlifting geplant.

Nach der Ausleihe von Stürmer Igor de Camargo im Winter zu 1899 Hoffenheim, teilten die "Fohlen" nun auch Angreifer Mike Hanke und Mittelfeldspieler Alexander Ring mit, dass sie in der nächsten Saison nicht mehr das Gladbacher Trikot tragen werden.

"Wir wollen einen Schnitt machen"

"Wir wollen einen Schnitt machen und im Sommer Transfers tätigen", sagte Sportdirektor Max Eberl der "Rheinischen Post" und lässt dieser Ankündigung Taten folgen.

Während bei dem ausgeliehenen Ergänzungsspieler Ring (sechs Einsätze) die Entscheidung, die Kaufoption von HJK Helsinki nicht zu ziehen, nachvollziehbar ist, zeigte sich Hanke von der Maßnahme "fassungslos" (Bericht).

Was wird aus Cigerci?

Der nächste, den es erwischen könnte ist Tolga Cigerci. Der 20-Jährige ist vom VfL Wolfsburg nur ausgeliehen und könnte dem Umbruch der Borussia ebenfalls zum Opfer fallen.

Neben den geplanten Neuzugängen rücken bei der Borussia auch Talente nach, wie der 20-Jährige Amin Younes, der im letzten Spiel gegen den BVB (1:1) sein Startelf-Debüt gleich mit seinem ersten Bundesligatreffer vergoldete.

Aktuell allerdings müssen noch Hanke und Co. ran und den Klub im besten Fall zum zweiten Mal in Folge nach Europa zu schießen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sprung auf Europa-League-Platz möglich

Mit einem Sieg bei der Eintracht würde die Borussia zumindest für eine Nacht auf Europa-League-Platz sechs springen und gleichzeitig den Abstand auf die Hessen (Platz vier) auf vier Punkte verkürzen. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

"Frankfurt übernimmt in dieser Saison so ein bisschen die Rolle, die wir letztes Jahr gespielt haben", lobt Eberl den Aufsteiger bei "Sky".

Die Borussia will aber ebenfalls weiter nach oben.

"Wenn man sich die Tabelle anschaut - da ist alles sehr, sehr eng. Natürlich kann es schnell in beide Richtungen gehen, keine Frage, aber es ist noch alles möglich. Wir wollen uns natürlich jetzt eine gute Ausgangsposition schaffen für die letzten Spiele, wo es dann richtig um die Wurst geht", sagte Mittelfeldspieler Thorben Marx.

Oczipka fürchtet Arango

Da kommt es den Gladbachern entgegen, dass mit Juan Arango einer der wichtigsten Akteure nach überstandener Knöchelblessur wieder dabei ist.

"Bei ihm weiß man nie, wohin er schießt, er macht immer wieder verrückte Sachen", lobte Frankfurts Linksverteidiger Bastian Oczipka Arango als "einen der besten Linksfüßer der Welt".

Auch die Gastgeber aus Frankfurt können mit Stürmer Srdjan Lakic wieder auf einen wichtigen Spieler zurückgreifen. Der Kroate scheint seine Rückenprobleme überstanden zu haben.

"Er ist fit. Ich hoffe, das ändert sich auch nicht", sagte Frankfurts Trainer Armin Veh, der zudem auch wieder mit Takashi Inui planen kann, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat.

Besonderes Spiel für Veh

Für den 52-Jährigen ist das Spiel gegen die Borussia ein spezielles.

"Borussia ist sicher ein besonderer Verein. Ich spüre das immer, wenn ich dort zu Besuch bin. Man trifft alte Kollegen. Es war immer mein Lieblingsverein, schon als A-Jugendlicher", sagte Veh, der zwischen 1979 und 1983 selbst als Spieler die Schuhe für die "Fohlen" geschnürt hatte.

Ziel: 40-Punkte-Marke knacken

Den Gladbachern traut der Coach die erneute Teilnahme an der Europa League zu: "Das ist eine Mannschaft, die um die europäischen Plätze mitspielt. Sie spielen sehr strukturiert", sagte er und warnte: "Es ist schwer, gegen sie zu spielen. Es kann sein, dass es ein zähes Spiel wird."

Sollte der Aufsteiger aus Hessen gewinnen, wäre das erste Saisonziel erreicht - die 40-Punkte-Marke.

"Wir wollen das erst mal schaffen. Ich sage dann, was ich dann zu sagen habe. Aber mit 40 Punkten haben wir unser großes Ziel geschafft", sagte Veh.

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