Timo Hildebrand begann seine Karriere 1998 beim VfB Stuttgart © getty

Schalkes Torhüter Timo Hildebrand lobt bei SPORT1 den Aufwärtstrend der "Knappen" und nimmt Klaas-Jan Huntelaar in Schutz.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - Seit Anfang Dezember steht Timo Hildebrand bei Schalke wieder zwischen den Pfosten.

Den Wechsel von Lars Unnerstall zum ehemaligen Nationalspieler Hildebrand hatte noch Huub Stevens vollzogen, ehe er als Schalke-Trainer wenige Wochen später selbst abgelöst wurde.

Doch auch sein Nachfolger Jens Keller hält an Hildebrand fest. Mit dem 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf gelang den Schalkern allerdings erst der zweite Sieg seit seiner Rückkehr ins Tor.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Entsprechend erleichtert war auch der 32-Jährige über den Dreier gegen den Aufsteiger. Doch mit den Spielen in Wolfsburg, zu Hause gegen Dortmund und dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul stehen den Gelsenkirchenern extrem schwierige Wochen bevor.

Im SPORT1-Interview spricht Hildebrand vor dem Spiel in Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) über die bevorstehenden Aufgaben, kleine Schritte aus der königsblauen Krise, seinen Kampf um die Nummer 1 und den kriselnden Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

SPORT1: Herr Hildebrand, im Rückblick gesehen: Bestätigt der Sieg über Düsseldorf den positiven Trend, auch wenn es spielerisch noch nicht das Nonplusultra war?

Timo Hildebrand: Ich glaube, man darf nicht erwarten, dass wir in unserer Situation spielerisch das Nonplusultra auf den Platz bringen. Wir haben von den letzten drei Spielen keins verloren. Das ist schon positiv, wie wir das gestaltet haben. Schließlich haben wir eine lange Durststrecke hinter uns.

SPORT1: War denn wieder mehr Sicherheit im Spiel?

Hildebrand: Auf jeden Fall. Wir haben uns zurückgekämpft und einfach einen dreckigen Sieg eingefahren. Es war enorm wichtig, dass wir wieder mal ein Heimspiel gewonnen haben.

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SPORT1: Was ist mit diesem Ergebnis im Rücken beim VfL Wolfsburg möglich?

Hildebrand: Wir wollen gewinnen, ist doch klar. Wolfsburg auswärts kann man schlagen. Ich denke, das gibt uns jetzt auch ein bisschen Ruhe und Selbstvertrauen.

SPORT1: Haben Sie trotz der jüngsten Krise Ihre Position als Nummer 1 gefestigt?

Hildebrand: Ich meine schon. Für einen Torwart ist es immer schwer, wenn man in so einer schwierigen Phase reinkommt. Auch wenn wir wenig Spiele gewonnen haben, seitdem ich wieder spiele, denke ich, dass ich der Mannschaft Stabilität geben konnte. Ich will immer auf einem hohen Niveau und konstant spielen. Ich denke, das habe ich in der Rückrunde gemacht.

SPORT1: Muss sich die Mannschaft spielerisch noch mehr finden, zum Beispiel Julian Draxler in seiner Rolle als zentraler Spielgestalter?

Hildebrand: Jule hat seinen Job gut gemacht, war immer in den Halbräumen da, nur die letzte Konsequenz hat vielleicht noch gefehlt. Aber viele unserer Spieler sind noch jung und müssen noch dazulernen.

SPORT1: Sie hatten vor dem Spiel gegen Düsseldorf gefordert, man dürfe nicht zu viele einfache Fehler machen. Das hat nur bedingt geklappt, oder?

Hildebrand: Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, Düsseldorf gar nicht zur Entfaltung kommen lassen, viel Druck gemacht und uns auch Torchancen rausgearbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach ein bisschen zu wenig gemacht und uns unnötigerweise wieder ein Gegentor eingefangen. Aber im Endeffekt haben wir eine überzeugende Leistung gebracht.

SPORT1: Machen Sie sich Sorgen um Klaas-Jan Huntelaar, der einfach nicht mehr trifft?

Hildebrand: Ich denke, das ist so eine Phase. Ein Stürmer leidet genauso wie jeder andere Spieler darunter, wenn man schlecht oder nicht so erfolgreich spielt. Vielleicht hängt er deshalb ein bisschen in der Luft. Aber er ist ein enorm wichtiger Spieler.

SPORT1: Gibt es da von Ihnen auch mal aufmunternde Worte, trotz der zumeist großen Distanz zwischen ihnen beiden auf dem Platz?

Hildebrand: Das braucht er nicht. Er weiß, was er kann und ich glaube, er wird für uns in ganz entscheidenden Spielen noch wichtige Tore machen.

SPORT1: Kommt die Mannschaft jetzt auch gerade rechtzeitig zum Derby zu Hause gegen Dortmund in Form?

Hildebrand: Ja, wir wollen den positiven Trend weiter fortsetzen. Wir haben mit Wolfsburg, Dortmund und am Ende mit Gala drei schwere Spiele vor der Brust. Ich hoffe, dass wir die positiv gestalten können.

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