Thomas Berthold sieht die Ursache für den großen Abstand auf die Bayern in der Transferpolitik des BVB begründet.

Hallo Fußball-Freunde,

Franz Beckenbauer scherzte, nur ein Meteoriten-Einschlag an der Säbener Straße könnte den FC Bayern noch vom Titel abhalten. Nun, da bin ich voll und ganz seiner Meinung.

Denn angesichts von 17 Punkten Vorsprung in der Bundesliga auf Dortmund könnten jetzt noch so viele Bayern-Spieler ausfallen, am Ende feiern die Münchner am Marienplatz.

So wie Bayern aktuell auftreten, muss man sagen: Besser geht es kaum.

Selbst der zweite Anzug war immer noch zu groß für Werder. Jupp Heynckes wird nun mit Blick auf DFB-Pokal und Champions League darauf achten, dass er den Leuten mehr Einsatzzeiten gibt, die bisher nicht so viel spielen konnten.

Im DFB-Pokal gegen Dortmund dürfte Mario Gomez aber nur Ersatz sein - anders als Arjen Robben.

Der Niederländer wird aktuell mit jeder Einsatzminute immer stärker und den gesperrten Franck Ribery ersetzen in einem Match, das für beide Teams einen extremen Stellenwert hat.

Die beiden besten deutschen Mannschaften messen sich, da geht es nach den beiden vergangenen Jahren um jede Menge Prestige - vor allem für die Münchner.

Dortmund wird sich aber trotz Bayerns Top-Form in der Allianz Arena nicht überrollen lassen, sondern sich richtig wehren.

Dafür besitzen die Schwarzgelben genug Qualität im Mittelfeld und sind entsprechend ballsicher. Vorne haben sie in Robert Lewandowski, Marco Reus und Mario Götze zudem Spieler mit ganz hoher individueller Klasse.

Dafür, dass Dortmund in der Liga Bayern so hinterher hinkt, ist auch die Kaderplanung verantwortlich. Die Besetzung im Sturm ist für drei Hochzeiten zu wenig.

Hinter Robert Lewandowski klafft nunmal eine große Lücke. Dass der Stürmer aus Polen nicht zu ersetzen ist, hat man auch beim 1:1 in Gladbach gesehen.

Gegen die Bayern könnte er wieder glänzen. Er ist einer, der Spiele entscheiden kann, auch die Transfergerüchte werden ihn nicht beeindrucken.

Günter Netzer und Olaf Thon haben ja zuletzt Ilkay Gündogan und Bastian Schweinsteiger als Konkurrenten in der Nationalelf gegenübergestellt. Ich finde, der Vergleich hinkt.

Schweinsteiger hat eine ganz andere Vita als der sechs Jahre jüngere Gündogan, auch wenn wir in Deutschland froh sein können, im Mittelfeld viele Spieler mit solch großem Potenzial wie Gündogan zu haben.

Schalke tut der Sieg gegen Düsseldorf tut, ich wäre jedoch vorsichtig mit dem Wort Trendwende. Fußballerisch hat man auch gegen den Aufsteiger gesehen, dass bei Königsblau noch vieles im Argen liegt.

Zum Tabellenkeller: Augsburg holte mittlerweile in der Rückrunde bereits so viele Punkte wie vor der Winterpause. Damit steigt das Selbstvertrauen, die Augsburger machen viel wett durch einen geschlossenen Auftritt.

Es ist genau das, was Hoffenheim im direkten Duell vermissen ließ.

Bis nächste WocheEuer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf ist regelmäßig als LIGA total!-Experte im Einsatz und schreibt wöchentlich die Bundesliga-Kolumne für SPORT1.

Weiterlesen