Ludwig Preis wurde erst am 1. Januar Trainer der Fürther U 23 © imago

Nach der Trennung von Mike Büskens setzt Fürth auf seinen bisherigen U-23-Coach. Der hat einen kuriosen Aufstieg hinter sich.

Fürth - Es ist wohl nicht ungewöhnlich, dass Ludwig Preis Anrufe von Helmut Hack erhält.

Hack ist einer der Geschäftsführer jener Tee-Firma mit Sitz im fränkischen Vestenbergsgreuth, bei der Preis die Abteilung Logistik leitet.

Die jüngsten Gespräche jedoch drehten sich um Fußball: Hack ist auch der Mann, der bei der SpVgg Greuther Fürth alles entscheidet.

Und am vergangenen Mittwoch rief Hack bei Preis an und fragte, ob dieser sich in der Lage sehe, für ein paar Tage einen Bundesligisten zu trainieren.

Preis sagte zu.

Sonderurlaub für den Übergangscoach

Es ist ein schneller, ein kurioser Aufstieg.

Noch bis Dezember hatte Preis den Regionalligisten SC Eltersdorf aus einem Stadtteil von Erlangen betreut. Dann aber gab er dort wegen der angeblich zu großen beruflichen Belastung seinen Posten auf.

Kurz darauf wurde der Trainer der U 23 der SpVgg Greuther Fürth. Dort musste er erst abends die Einheiten leiten, am Vormittag übernahmen das Kollegen aus dem Nachwuchsleistungszentrum.

Jetzt ist der 41-Jährige kurzzeitig Trainer der Profis. Er hat dafür Sonderurlaub bekommen.

Abstiegsgespenst allgegenwärtig

Die Aufgabe als leicht zu bezeichnen, wäre untertrieben.

Die SpVgg Greuther Fürth hat unter Mike Büskens erstmals den Aufstieg in die Bundesliga geschafft, nun droht ihr der sofortige Abstieg: Das Kleeblatt ist Tabellenletzter, 14 Punkte sind es bis Rang 15, aber auch nur vier bis zum Relegationsplatz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Preis soll erst mal eine Trendwende einleiten, mehr darf er nicht, denn ihm fehlt die Lizenz als "Fußball-Lehrer".

Zwei Wochen, länger wird Preis nicht als Ersthelfer zu Verfügung stehen.

Fürth noch ohne Heimsieg

Einstweilen soll oder muss die Notlösung Preis ein Wunder bewirken. Dann kommt Bayer Leverkusen in den Ronhof (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Dort hat Fürth als Erstligist kein Spiel gewonnen.

Preis kann einstweilen nicht mehr von sich geben als ein paar Floskeln: "Ich versuche vor allem, der Mannschaft wieder den Spaß am Fußball zu vermitteln", sagte er unter anderem.

Den Mangel an Erfahrung sieht er locker: "Der Ball ist im Profibereich auch rund."

Nur: Die Fürther Profis trafen damit zuletzt kaum ins Tor.

Suche nach neuem Trainer läuft

Helmut Hack, in doppelter Hinsicht der Vorgesetzte von Preis, sucht derweil nach einem Trainer.

Die Zeit drängt, denn erstens ist die Zeit der Aushilfe ja begrenzt und zweitens das Saisonende nah.

Ralph Hasenhüttl, derzeit beschäftigt bei VfR Aalen, gilt als erster Kandidat, aber der Zweitligist will seinen Coach nicht freigeben.

Aalen will Hasenhüttl nicht abgeben

"Wenn Herr Hack anruft, muss ich ihn abweisen. Ralph hat ein gültiges Arbeitspapier bis 2014 und den Vertrag wird er auch erfüllen", erklärte Manager Markus Schupp bei "Hattrick - Die 2. Bundesliga" auf SPORT1.

Hasenhüttl, ehemaliger Fürther Stürmer, äußerte sich gegenüber SPORT1 zurückhaltender: "Ich bin Trainer des VfR Aalen. Ich habe nicht vor, diese Gerüchte irgendwie zu kommentieren, deswegen sage ich dazu gar nichts."

Angeblich denken die Fürther auch an Christian Ziege, derzeit verantwortlich für die U 18 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Klar ist nur: gesucht wird eine Lösung über den Sommer hinaus.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Fürth: Hesl - Zimmermann, Kleine (Sobiech), Mavraj, Baba - Pekovic, Fürstner - Klaus, Zillner (Prib) - Djurdjic, Azemi (Asamoah)

Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Kadlec - Reinartz, Castro, Rolfes (Bender) - Sam, Kießling, Schürrle

Schiedsrichter: Jochen Drees

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