Ohne Torriecher gegen Wolfsburg: Szalai muss weiter auf sein 13. Saisontor warten © getty

Von einer Grippewelle geschwächt verliert 05 im Kampf um Europa an Boden. Wolfsburg freut sich über spielerische Fortschritte.

Mainz - Der Trainer von der Grippe gezeichnet, der Manager zu Hause im Bett - und die Mannschaft schluckt eine bittere Pille nach der anderen.

Die aktuelle Schwächephase des FSV Mainz 05 könnte dem rheinhessischen Patienten die Teilnahme am Europacup kosten.

Gegen den VfL Wolfsburg krankte das Spiel der maladen Truppe derart, dass es trotz einer Stunde Überzahl nur zu einem 1:1 (1:1) reichte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es war das vierte Spiel ohne Sieg nacheinander.

Die Suche nach der richtigen Medizin gestaltet sich vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag gegen den SC Freiburg schwierig.

FSV-Boss Strutz ernüchtert

"Die Zuschauer sind nach so einem Spiel natürlich ziemlich enttäuscht. Man muss ganz klar sagen, dass wir es auch gegen zehn Mann nicht geschafft haben, unser Spiel aufzuziehen", sagte der ernüchtert wirkende Klubchef Harald Strutz, der am Samstag als einziger Verantwortlicher die Lage kommentierte.

Der erkrankte Manager Christian Heidel war erst gar nicht ins Stadion gekommen, der nach wie vor angeschlagene Tuchel machte sich direkt nach Schlusspfiff wieder auf den Weg unter die heimische Decke.

Kuschelig wird es für die Mainzer Profis in den Tagen vor dem Pokalspiel gegen das Überraschungsteam aus Freiburg sicher nicht.

Das ließ Tuchels Assistent und Vertreter Arno Michels bereits durchblicken.

Fehlerteufel Benaglio

"Wir sind enttäuscht über das Ergebnis und die Art und Weise unseres Spiels", sagte der Co-Trainer nach der Partie vor 27.175 Zuschauern:

"Mit diesem Auftritt können wir nicht einverstanden sein." ( 679380 DIASHOW: Der 23. Spieltag )

Dabei hatten die Wolfsburger eigentlich alles getan, um den Mainzern wieder zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen.

Erst bereitete Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio mit einem haarsträubenden Fehlpass ("Das darf mir niemals passieren, für mich bleibt ein fader Beigeschmack") das erste Bundesligator des dänischen Neuzugangs Niki Zimling (5.) vor.

Danach verabschiedete sich Alexander Madlung frühzeitig: Der VfL-Innenverteidiger sah nach einer halben Stunde wegen einer Notbremse gegen Nicolai Müller die Rote Karte.

Gegen zehn Mann hätten die Mainzer eigentlich genug Zeit gehabt, um trotz des Ausgleichs durch den überragenden Brasilianer Naldo (15.) als Sieger vom Platz zu gehen.

VfL mit Punkt zufrieden

Über weite Strecken war aber nicht einmal zu merken, dass Mainz in Überzahl spielte.

Erst in der Schlusphase konnten die Gastgeber, die es nun auf 33 Punkte bringen, ein wenig Druck aufbauen und immerhin noch zwei Chancen herausspielen.

Ein Sieg wäre aber nicht verdient gewesen.

So sah es auch der zufriedene Wolfsburger Trainer Dieter Hecking, der am 11. Spieltag bereits als Coach des 1. FC Nürnberg in Mainz zu Gast gewesen war (1:2).

Allofs mit todsicherem Siegkonzept

"Die Mannschaft hat sich nach dem Platzverweis hervorragend präsentiert. Dass sie so ein Spiel abliefert, hätte ich nicht erwartet", sagte der Coach:

"Wir haben Mainz fast komplett von unserem Tor weggehalten. So wollen wir Fußball spielen. Das war ein großer Schritt nach vorne."

Mit dem Selbstvertrauen des Punktgewinns im Rücken wollen die Wolfsburger ihre Pokalhürde am Dienstag bei Favoritenschreck Kickers Offenbach meistern.

Für den VfL (27 Punkte) scheint der Pokal der einzige Weg nach Europa zu sein.

Das weiß auch Manager Klaus Allofs: "In Offenbach müssen wir genauso spielen, nur ohne Fehler. Es geht nur mit diesem Aufwand und nicht mit weniger."

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