Stuttgarts Ibrahima Traore (l.) erzielte gegen Nürnberg sein drittes Saisontor © imago

VfB-Trainer Labbadia geht nach dem Remis gegen Nürnberg nicht zu hart mit Team ins Gericht. Der Club zeigt sich selbstkritisch.

Stuttgart - Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt dem VfB Stuttgart wieder nicht.

Schon am Mittwoch geht es im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Bochum (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) weiter.

Deshalb verordnete Trainer Bruno Labbadia seinen müden und angeschlagenen Profis nach dem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg (Bericht) erst einmal Regeneration. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schon die Partie gegen den Club war ein Kraftakt gewesen - nur 43 Stunden nach dem Einzug ins Achtelfinale der Europa League hatten die Stuttgarter erneut auf dem Platz gestanden.

Labbadia sucht keine Ausreden

Doch die Partie beim KRC Genk (2:0) wollte Labbadia, der zuvor noch von "Wettbewerbsverzerrung" gesprochen hatte, nicht als Ausrede gelten lassen, dass der jüngste Aufwärtstrend der Schwaben mit zuletzt zwei Pflichtspielsiegen einen kleinen Dämpfer erhalten hatte. ( 679380 DIASHOW: Der 23. Spieltag )

"Wir wollten schnell umschalten, uns hat aber die Zielstrebigkeit und Genauigkeit gefehlt, oder wir haben zu hastig abgeschlossen. Dann haben wir in der Vorwärtsbewegung einmal nicht richtig umgeschaltet, das hat gereicht. Nürnberg hat dies optimal ausgenutzt", monierte der enttäuschte VfB-Coach und fügte an:

"Ergebnis unbefriedigend"

"Das Ergebnis ist unbefriedigend. Wir waren gut organisiert, haben wenig zugelassen. Es ist ärgerlich, dass wir uns nicht komplett belohnt haben."

Zu hart wollte er mit seiner Mannschaft aber auch nicht ins Gericht gehen, steht doch schon am Mittwoch gegen den Zweitligisten VfL Bochum die nächste "wichtige Aufgabe" bevor:

"Das ist für uns die Möglichkeit, über den März hinaus noch in allen drei Wettbewerben vertreten zu sein. Wir wollen weiter allesversuchen."

Ärger bei Ulreich und Ibisevic

Zumal der VfB vor allem in der Liga "noch nicht da ist, wo wir hinwollen", wie Torwart Sven Ulreich feststellte. Auch Vedad Ibisevic ärgerte sich, "dass wir wieder unnötig Punkte liegen gelassen haben. Wir hätten vorne Tore machen müssen."

Er dürfte vor allem sich selbst gemeint haben. Schon seit 569 Minuten wartet der Bosnier auf seinen elften Saisontreffer. Zuletzt hatte Ibisevic am 8. Dezember beim 3:1 gegen Schalke getroffen - da gleich dreimal.

Traore springt ein

Da Ibisevic derzeit jedoch Ladehemmung hat, musste gegen Nürnberg Ibrahima Traore einspringen, dem in der 51. Minute das 1:0 gelang. Den dritten Erfolg in Serie nach dem 1:0 in Hoffenheim und dem 2:0 in Genk machte jedoch Markus Feulner (77.) zunichte.

Große Freude kam jedoch auch beim Club trotz des späten Ausgleichs nicht auf. "Wir hatten viel Ballbesitz mit dem wir aber nicht viel anfangen konnten. Wir haben zu fehlerhaft agiert, den VfB zu Konteraktionen eingeladen. Wir haben uns eher lethargisch präsentiert. Mehr war nicht drin", moserte Trainer Michael Wiesinger.

Nürnberg selbstkritisch

Auch Kapitän Raphael Schäfer war äußerst selbstkritisch. "Wir haben uns viel vorgenommen - und fast nichts umgesetzt. Wir hatten oft nicht den Mut und haben uns tödliche Ballverluste geleistet", räumte der Keeper offen ein.

Die Mannschaft habe sich in den vergangenen Wochen weiterentwickelt, "aber wenn man den nächsten Schritt machen will, muss man cleverer sein".

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