1000 Spiele in der Bundesliga: Bayern-Trainer Heynckes feiert "Juppiläum" © getty

Die Bayern schenken ihrem Coach zum Jubiläum gegen Werder einen Sixpack. Der Titel rückt näher, der Pokalfight gegen den BVB auch.

Vom FC Bayern berichten Tom Vaagt und Mathias Frohnapfel

München - Einige Profis des FC Bayern sollen sogar geschwitzt haben. Ein wenig zumindest.

Viel mehr war auch gegen Werder Bremen nicht nötig.

6:1 (2:0) hieß es am Ende. Eine weitere Demonstration der eigenen Stärke, ein weiterer Schritt in Richtung der ohnehin kaum gefährdeten Meisterschaft.

Und das alles auch noch mit einer Art B-Team. Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller Co. konnten sich bereits für den Pokal-Kracher am Mittwoch gegen Borussia Dortmund schonen.

"Die Spieler, die vorher nicht gespielt haben, haben mein Vertrauen gerechtfertigt", sagte Heynckes, der neben anderen auch den Edelreservisten Arjen Robben und Mario Gomez mal wieder eine Chance von Beginn an gab.

Robben und Gomez nutzen Chance

Die Bilanz: Robben brachte es auf ein Tor und zwei Vorlagen. Für Gomez standen am Ende zwei Tore und eine Vorlage zu Buche.

In seiner insgesamt 1000. Bundesligapartie als Spieler oder Coach hatte Heynckes also mal wieder alles richtig gemacht.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sechs Wechsel im Vergleich zum 3:1 unter der Woche beim FC Arsenal, sechs Tore gegen Werder - vielleicht hätte Heynckes am Samstag auch noch einen Lottoschein ausfüllen sollen.

Das Resultat wäre wohl klar gewesen: Sechs Richtige.

"Nach den Veränderungen haben wir 20 Minuten gebraucht, um unseren Rhythmus zu finden", sagte der Trainer.

Der Rest war nicht viel mehr als eine Bewegungseinheit unter Wettkampfbedingungen.( 679380 DIASHOW: Der 23. Spieltag )

Erstes Gegentor 2013

Robben (25.) und Javi Martinez (29.) hatten die Bayern mit ihren Toren in die Spur gebracht.

Als dann auch noch Werders Abwehrspieler Sebastian Prödl nach einer Notbremse gegen Gomez vom Feld musste (44.), wurde es zu einer weiteren Bayern-Gala und einem ungemütlichen Nachmittag für die Bremer.

Ein Eigentor von Theodor Gebre Selassie (49.), Gomez (51. und 89.) und Franck Ribery (86.) machten das Schützenfest aus Münchner Sicht perfekt.

Irgendwann zwischendurch gelang Kevin De Bruyne ein kaum ins Gewicht fallender Gegentreffer (58.). Wobei: Ganz ohne Bedeutung war das Tor nicht.

Erstmals im Jahr 2013 musste Bayern-Keeper Manuel Neuer in der Bundesliga hinter sich greifen.

"Darüber sind wir ein bisschen verärgert", meinte Heynckes. Doch das Positive überwog - wie fast immer in den vergangenen Monaten.

Heynckes lässt Zukunft offen

Neben dem Sieg gab es für den Coach auch noch einen Blumenstrauß und eine schicke Uhr zum "Juppiläum".

Seine Zukunft ließ Heynckes, der im Sommer von Pep Guardiola abgelöst wird, derweil erneut offen. Die Jagd nach dem Bundesligarekord von Otto Rehhagel (1033 Spiele) scheint für den 67-Jährigen jedenfalls kein Anreiz zu sein.

"So wie es im Moment aussieht nicht. Aber warten wir bis zum Sommer ab", sagte Heynckes. Er will sich lieber auf die Gegenwart und die unmittelbare Zukunft konzentrieren.

Wie auf den kommenden Mittwoch und das Pokal-Viertelfinale gegen Doublegewinner BVB.

"Das wird ein riesiger Pokalfight", versprach der Coach. So sah es auch Karl-Heinz Rummenigge.

"Es ist das Spiel der zwei besten deutschen Mannschaften, es wird spannend und qualitativ hochwertig", sagte Münchens Vorstandschef. Vielleicht steht dem FCB sogar mal wieder ein echter Härtetest bevor.

Robben auch gegen BVB dabei?

Wahrscheinlich wieder mit Robben, der aufgrund der Sperre von Franck Ribery im Team bleiben dürfte.

"Ich bin bereit", ließ der Niederländer bei LIGA total! wissen: "Ich habe zum Sieg gegen Werder meinen Beitrag geleistet. Mehr kann ich nicht machen."

Brauchte er auch nicht. Werder war leichte Beute.

"Das war eine Schlappe", gestand Trainer Thomas Schaaf: "Wir haben Nachlässigkeiten gezeigt, die eiskalt bestraft wurden."

Der Coach wirkte dennoch gewohnt cool. Keine Spur von Schweiß. Wenisgtens ein Bremer hätte am Samstag auch ein Bayer sein können.

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