Aren Robben (M.) und Javi Martinez (r.) erzielten die ersten beiden Tore der Münchner © getty

Der Rekordmeister beschenkt Trainer Heynckes mit einem Sechserpack gegen desolate Bremer. Robben und Gomez nutzen ihre Chancen.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Andreas Kloo

München - Das Juppiläum verlief wie gemalt für Jupp Heynckes.

Der Bayern-Coach fügte in seinem 1.000 Spiel als Bundesliga-Trainer beziehungsweise Spieler seiner Erfolgsvita den nächsten Sieg hinzu: Mit 6:1 schlugen die Münchner Werder Bremen und gewannen damit 2013 im siebten Pflichtspiel in Folge. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Unabhängig vom Ausgang des Spiels Gladbach - Dortmund am Sonntag wird der Rekordmeister so weiterhin mindestens 15 Punkte vor dem BVB rangieren.

Den 71.000 Fans in der Münchner Arena besorgten Arjen Robben (25.), Javier Martinez (29.), Mario Gomez (52., 89.) und Franck Ribery (86.) einen vergnüglichen Nachmittag.

Hinzu kam noch ein Werder-Eigentor durch Theo Gebre Selassie (49.). Den Bremer-Ehrentreffer steuerte Kevin de Bruyne bei (58.).

Werder vermochte den zweiten FCB-Anzug nicht zu stoppen, ein Platzverweis für Sebastian Prödl versaute die Dienstreise an die Isar zusätzlich ( 679380 DIASHOW: Der 23. Spieltag ).

Wechsel auf sechs Positionen

Jupp Heynckes veränderte sein Team auf sechs Positionen, nachdem die Münchner im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales bei Arsenal geglänzt und 3:1 gesiegt hatte.

Als vorderste Sturmspitze begann so Mario Gomez. Arjen Robben, Xherdan Shaqiri und Luiz Gustavo liefen im Mittelfeld neu auf. In der Defensive starteten Diego Contento und Jerome Boateng anstelle von David Alaba und Daniel van Buyten.

Die Bayern leisteten sich vor dem heißersehnten Pokalviertelfinale gegen Dortmund am Mittwoch dazu den Luxus, Bastian Schweinsteiger eine Verschnaufpause zu gönnen.

Von der Tribüne verfolgte der Mittelfeldstratege den Start seines Teams, das ja trotz der zig Umstellungen keinen größeren Bruch zeigen wollte.

Werder offensiver - bis zur 20. Minute

Doch bis zur 20. Minute hatte Werder zumindest statistisch mit 3:1-Torschüssen die Nase vorn: Für den FCB probierte es lediglich Robben, Kevin de Bruyne, Marko Arnautovic und Aleksandar Ignjovski feuerten indes auf den Bayern-Kasten.

Dieser norddeutsche Mini-Sturmlauf war für den Tabellenführer so etwas wie ein Weckruf.

Denn die Bayern spielten jetzt zielstrebiger nach vorne, erst ließ jedoch Gomez die Großchance aus (23.), ehe es Robben besser machte.

Philipp Lahm kurvte auf der rechten Seite bis zur Grundlinie und bediente dort maßgenau den Niederländer, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (25.)

Martinez zur Stelle

Unmittelbar nach der Führung hätte Shaqiri auf 2:0 erhöhen können, doch dem jungen Schweizer wurde kurz vor Werder-Keeper Sebastian Mielitz noch der Ball weggeschnappt.

Besser machte es dagegen Javier Martinez - seit Wochen ohnehin in Bestform. Der Spanier traf per Kopf nach wunderschön gezirkeltem Robben-Freistoß (29).

Standard-Training zahlt sich aus

Dass der FCB zuletzt fleißig Standards übte, hatte ja Thomas Müller unter der Woche schon SPORT1 verraten. Jetzt holten sich die fleißigen Münchner dafür die Belohnung ab.

In der Folge kontrollierte der Rekordmeister weiterhin souverän die Partie, 65 Prozent Ballbesitz bis zur Pause und eine Passgenauigkeit von 88 Prozent dokumentierten das.

Rot für Prödl

Und Bremens Sebastian Prödl machte es unmittelbar vor Halbzeitpfiff den Roten sogar noch leichter.

Gegen Gomez, der freie Bahn zum Tor hatte, foulte er ungestüm an der Strafraumgrenze und sah folglich Rot von Schiedsrichter Marco Fritz.

Bayern mit Blizstart in Hälfte zwei

Nach der Pause hätten die Bayern sich eigentlich mit Blick auf das große Match gegen Dortmund zurücklehnen können.

Doch die Bremer öffneten den Bayern jetzt Tür und Tor: Erst stocherte Theo Gebre Selassie nach Gomez-Flanke den Ball ins eigene Tor (49.), dann verwandelte Gomez selbst nach schönen Shaqiri-Lupfer zum 4:0 (52.).

Bevor Manuel Neuer bei minus 4 Grad nun ganz einfror, musste der Bayern-Keeper doch noch in Aktion treten. Und zwar um einen Ball aus dem eigenen Tor zu befördern. De Bruyne - von Bayerns Defensive sträflich übersehen - hatte Neuer überlistet (58.).

Die Bayern reagierten wenig irritiert und spielten weiter nach vorn. Zudem durften noch Anatoliy Tymoshchuk und Claudio Pizarro Einsatzminuten sammeln, für den Ex-Bremer Pizarro war es zugleich der erste Auftritt 2013.

Die sehenswerten Schlusspunkte setzten schließlich Ribery zum 5:1 (86.) und Gomez zum 6:1 (89).

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