Dong-Won Ji (l.) ist von Sunderland an den FC Augsburg ausgeliehen © getty

Kämpferisch gute Augsburger siegen und ziehen an 1899 vorbei auf den Relegationsplatz. Hoffenheim spielt wie ein Absteiger.

Augsburg - 1899 Hoffenheim hat im Abstiegs-Showdown beim FC Augsburg ein weiteres Fiasko in dieser traumatischen Saison erlebt.

Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz verlor das Schlüsselspiel nach einer trostlosen Vorstellung vollkommen verdient mit 1:2 (0:1) und steht jetzt auf einem direkten Abstiegsplatz.

Der FCA schob sich dagegen nach einer hektischen und spielerisch dürftigen Partie am Konkurrenten vorbei und hat im Kampf um die Relegation die besseren Karten.

Das Führungstor beim zweiten Heimsieg der Schwaben in dieser Saison erzielte der Südkoreaner Ji Dong-Won (45.). Es war sein erster Bundesliga-Treffer und gleich ein enorm wichtiger.

Sascha Mölders machte schließlich den Dreier mit seinem neunten Tor (79.) in der laufenden Spielzeit perfekt. Für Hoffenheim reichte es nur noch zu einem Treffer von Igor de Camargo (90.+2). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zwei frühe Karten

Die von Hoffenheims Manager Andreas Müller martialisch als "Schlacht" titulierte Begegnung begann mit einem harten Einsteigen von Augsburgs Andre Hahn gegen Matthieu Delpierre, der in der 22. Minute dann auch verletzt ausgewechselt werden musste.

Hoffenheims Volland konterte mit einem ebenso rustikalen Einsatz im Mittelfeld. ( 679380 DIASHOW: Der 23. Spieltag )

Beide sahen sofort Gelb von Schiedsrichter Florian Meyer, der damit die erhitzten Gemüter etwas beruhigte.

Augsburg von Beginn an besser

Spielerisch hatte Augsburg sofort Vorteile.

Die Schwaben überbrückten viel Raum mit schnellen Diagonalpässen, vor allem in Richtung des emsigen Tobias Werner, und gelangten so mehrfach in den Rücken der Hoffenheimer Deckung.

Bis auf einen Schuss von Ji (2. ) verhinderte die Kurz-Elf allerdings lange brenzlige Situationen im eigenen Strafraum.

Ostrzolek legt vor

Nach knapp einer Viertelstunde stellte sich Hoffenheim etwas besser auf die Spielanlage der Elf von Markus Weinzierl ein, ohne jedoch selbst zu drangvollen Offensivaktionen zu kommen.

Mohammed Amsif im Tor des FCA, der den verletzten Österreicher Alexander Manninger vertrat, hatte erst mal einen ruhigen Nachmittag und brachte sich in der 24. Minute nur einmal selbst in Bedrängnis, als er nach einem Rückpass zu lange zögerte und Roberto Firmino anschoss.

Ji (32.), der mit seinem Landsmann Koo Ja-Cheol im Mittelfeld ein auffälliges Gespann bildete, hatte auf der anderen Seite noch eine weitere Schussmöglichkeit, verzog aber weit über das Tor des Brasilianers Heurelho Gomes.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff verwertete er dann eine Flanke von Matthias Ostrzolek sehenswert.

Hoffenheim willenlos

Auch nach der Pause blieben die Kraichgauer seltsam willenlos. Augsburg suchte dagegen weiter den Weg nach vorne und hatte ein optisches Plus.

Vor allem war das Weinzierl-Team wesentlich einsatzfreudiger.

Das beste Beispiel dafür war Torjäger Mölders, der nach einem Zusammenprall im Luftkampf mit lädierter und gepflasterter Nase weiterfightete.

Bei Chancen von Mölders (53.), Koo (64.) und dem für den verletzten Ji eingewechselten Andreas Ottl (74.) war der FCA auch einem zweiten Treffer sehr nahe, während Hoffenheim bis zur 65. Minute noch nicht einen gefährlichen Torschuss abgegeben hatte.

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