Mittendrin, statt nur dabei: Arjen Robben (2.v.l.) kam 2010 von Real Madrd zum FCB © getty

Bayern-Coach Jupp Heynckes belohnt den Niederländer nach dem starken Auftritt gegen Arsenal und gibt ihm vorab sein Vertrauen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

London/München - Einen Rekord im Schnellduschen musste Arjen Robben diesmal nicht aufstellen, um womöglich heiklen Fragen in der Mixed Zone auszuweichen.

Nach dem 3:1-Sieg des FC Bayern bei Arsenal durfte sich Robben Zeit lassen. Er wurde zwar wie in Wolfsburg nur eingewechselt, spielte aber gut eine halbe Stunde.

30 Minuten, die es in sich hatten. Der Niederländer bot sich immer wieder an, beackerte den Flügel, als er ob dafür im Anschluss Kilometergeld kassieren würde.

Mandzukics Treffer eingeleitet

Als Arsenal nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 Druck machte, baute der FCB dank Robben ein Gegenwicht auf. Robben bereitete zudem mustergültig das dritte Münchner Tor vor, als er Philipp Lahm einsetzte, dessen scharfe Hereingabe Mario Mandzukic verwertete. (DATENCENTER: Die Champions League) ( 678008 DIASHOW: Die Bilder des Spiels )

Heynckes war vom bienenfleißigen Mittelfeldmann angetan und verkündete daher am Mittwoch noch am Flughafen: "Arjen Robben wird die nächsten zwei Spiele höchstwahrscheinlich spielen."

Die Zeit als Joker ist somit vorerst beendet - was aber auch damit zu tun hat, dass Franck Ribery im heiß erwarteten Pokalschlagegen gegen Dortmund wegen einer Sperre zuschauen muss.

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Heynckes steckt den Plan ab

Und das Einspielen dafür dürfte angesichts von 15 Punkten Vorsprung auf den BVB schon am Samstag im Liga-Match gegen Bremen beginnen.

Heynckes hatte Robben bereits am Montagabend, also noch vor dem Spiel in London, in seine Planung eingeweiht. "Wir haben da miteinander gesprochen", berichtete der Coach, der so mit einem Schlag Robbens Frustpegel nach unten stellte.

"Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht", meinte Robben in London mit Blick auf das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League. Das Team müsse sich aber trotz allen Lobs in letzter Zeit weiter steigern.

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Robben steigert sich

Der 29-Jährige scheint nach seinem durch zig Verletzungen geprägten ersten Halbjahr beim FCB wieder Fuß zu fassen. Allerdings dürfte es nach wie vor sehr schwer werden, zum uneingeschränkten Stammspieler zu werden.

Das Thema wird Robben aber nicht aus den Augen lassen - auch mit Blick auf Louis van Gaal.

Der niederländische Nationaltrainer hatte jüngst wissen lassen, dass in seiner Mannschaft nur Spieler langfristig eine Chance haben sollen, die auch in ihrem Klubs zur ersten Elf gehören.

Dieses Wunschziel ist aber für Robben weiterhin ziemlich weit entfernt.

Kein Vorbeikommen an Müller

Denn Thomas Müller war gegen Arsenal wieder ein ganz wichtiger Faktor, bereitete ein Tor vor und war auch selbst erfolgreich.

Beide Spieler betonen, auch miteinander auflaufen zu können, Heynckes scheut aber aus verständlichen Gründen die Umbauten in einem bestens eingespielten Team.

"Trainer macht alles richtig"

Eine Versetzung seines Lieblingsschülers Toni Kroos aus dem Zentrum der offensiven Dreierreihe kommt nach dem Glanzauftritt in London sowieso nicht in Frage.

"Der Trainer macht alles richtig, wir spielen einen erfolgreichen und attraktiven Fußball", sagt auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Wie viele andere in der Bayern-Familie blickt auch der Ex-Nationalspieler schon mit großen Erwartungen auf den Pokalfight gegen Dortmund.

"Wir wollen am Samstag unsere Serie ausbauen gegen Bremen, am Mittwoch gibt es dann das ganz große Spiel und das wissen wir."

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