Fürth zieht die Notbremse und entlässt den Trainer. Präsident Helmut Hack erläutert bei SPORT1 die Gründe für den Rauswurf.

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Von Tom Vaagt

Fürth/München - Tabellenschlusslicht SpVgg Greuther Fürth hat sich am Mittwoch von Trainer Mike Büskens getrennt und damit im Kampf um den Klassenerhalt den vielleicht letzten Joker gezogen.

"Wir wissen, dass wir ihm viel zu verdanken haben. Deshalb haben wir in der sportlichen Krise lange keinen Gedanken daran verschwendet, etwas zu tun", sagte Fürths Präsident Helmut Hack im Gespräch mit SPORT1: "Aber wir haben auch eine Verantwortung für den Verein. Wir brauchen einen neuen Impuls."

Keine "Hauruck-Entscheidung"

Einen Nachfolger für den beurlaubten Coach präsentierten die Franken zunächst nicht.

"Wir werden da auch keine Hauruck-Entscheidung treffen und haben uns keine Deadline gesetzt", sagte Hack.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Punktspiel am kommenden Sonntag gegen Bayer Leverkusen werden voraussichtlich U-23-Trainer Ludwig Preis und der sportliche Leiter Rouven Schröder auf der Bank Platz nehmen. Das Duo bereitet die Mannschaft ab Donnerstag auch auf die Partie vor.

Hack sucht Trainer mit Perspektive

Eine Dauerlösung soll das Gespann aber nicht werden. "Der neue Mann muss jemand sein, von dem wir alle überzeugt sind - nicht nur für die Zeit bis zum Saisonende, sondern auch darüber hinaus", sagte Hack: "Wir wollen wieder vorwärts schauen und aus der Abwärtsspirale herauskommen."

Die Krise bei den Fürthern zieht sich allerdings beinahe durch die gesamte Saison.

Seit dem sechsten Spieltag steht der Klub ununterbrochen auf einem direkten Abstiegsplatz und hat nach bisher 22 Partien schon 14 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Der derzeit von 1899 Hoffenheim belegte Relegationsrang ist allerdings nur vier Zähler entfernt.

Nach der Entlassung von Büskens will Fürth zumindest die Kraichgauer noch abfangen. "Wenn wir nicht mehr daran glauben würden, hätten wir diesen Schritt nicht vollzogen", sagte Hack.

Beste Wünsche für Büskens

Trotz der Trennung von Büskens, der das Team 2009 in der Zweiten Liga übernommen und im vergangenen Jahr erstmals ins Oberhaus geführt hatte, schwärmte Hack regelrecht vom geschassten Trainer.

"Das ist kein leichter Tag für uns. So einen Schritt überlegt man sich sehr gründlich. Mike Büskens hat unglaublich viel Energie in seine Arbeit investiert", sagte der Klubchef: "Ich wünsche ihm, dass er nun wieder ein wenig zur Ruhe kommt und neue Kraft tankt."

Kandidat für S04?

Spekulationen zufolge könnte Büskens schon bald einen neuen Arbeitgeber gefunden haben.

Bereits unmittelbar nach der Beurlaubung in Fürth wurde der 44-Jährige im Umfeld von Schalke 04 als potenzieller Nachfolger von Jens Keller gehandelt.

Die Gelsenkirchener, die am Mittwochabend im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Galatasaray Istanbul antreten, werden die Zusammenarbeit mit ihrem derzeitigen Coach wohl spätestens im kommenden Sommer beenden.

Büskens mit Schalker Vergangenheit

Büskens hat derweil eine ganz besondere Verbindung zu Schalke 04. Zwischen 1992 und 2002 bestritt er als aktiver Profi insgesamt 257 Bundesligaspiele für die Königsblauen. Zudem war er schon zweimal (2008 und 2009) Chefcoach der Gelsenkirchener - jeweils auf Interimsbasis.

SPORT1-Experte Peter Neururer glaubt allerdings nicht an eine Rückkehr von Büskens zu Schalke: "Ich kann mir das nicht vorstellen. Das würde für beide Seiten nicht passen."

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