Seit November 2012 Manager beim VfL Wolfsburg: Klaus Allofs © getty

Nach den Attacken des BVB-Chefs in Richtung Hoffenheim Co. schlägt VfL-Manager Allofs zurück und fordert "mehr Toleranz".

Von Tom Vaagt

München - Der Streit um die Rolle der Werksklubs in der Fußball-Bundesliga droht zu eskalieren.

"An mangelndem Selbstbewusstsein leidet Herr Watzke nicht", konterte Manager Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg die Kritik von Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und schickte einige Spitzen in Richtung des deutschen Meisters hinterher.

Zwar sei die breite Brust des BVB-Bosses angesichts der jüngsten Erfolge auch berechtigt, sagte Allofs. Gleichzeitig wies er aber auf die großen finanziellen Probleme der Dortmunder vor einigen Jahren hin: "Da hätten vielleicht auch einige gesagt, so ein Verein gehört nicht in die Bundesliga, weil der Klub nicht wirtschaftlich gesund ist."

"Liga braucht Hoffenheim nicht"

Der VfL-Manager reagierte damit auf Watzkes Aussagen im Rahmen des Spobis-Kongresses in Düsseldorf. Dort hatte der BVB-Chef im Rahmen einer Podiumsdiskussion scharfe Attacken in Richtung der Werksklubs aus Wolfsburg und Leverkusen sowie die von SAP-Begründer Dietmar Hopp alimentierten Hoffenheimer gefahren.

"Dietmar Hopp ist komplett in Ordnung, aber die Bundesliga braucht Hoffenheim nicht zwingend", hatte Watzke gesagt und zudem vorgeschlagen, dass die Kraichgauer bei der Verteilung der Fernsehgelder bestraft werden sollten.

Dabei erneuerte er sein Anliegen, einen Teil der TV-Einnahmen nach aktuellen Zuschauerzahlen, mitreisenden Auswärtsfans und bundesweiten Sympathisanten zu verteilen.

Allofs wirbt für "Vielfalt"

Für Allofs macht hingegen gerade die Vielfalt den Erfolg der Bundesliga aus: "Und zu dieser Viefalt gehören eben auch Klubs wie Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und Hoffenheim. Aber auch Traditionsklubs wie Schalke 04 und Borussia Dortmund, die auch mal schwierige Phasen überstehen müssen, um sich dann wieder neu zu erfinden."

Zudem meinte der 56-Jährige, dass er sich von derartigen Kritikern ein "bisschen mehr Toleranz und manchmal auch einen Blick in die eigene Vergangenheit wünschen" würde, um "zu bedenken, was solche Aussagen eigentlich bringen sollen."

Eintracht Frankfurts Klubchef Heribert Bruchhagen hatte sich derweil auf die Seite von Watzke geschlagen.

Auch Bruchhagen kritisiert Werksklubs

Traditionsvereine wie der 1. FC Köln oder der 1. FC Kaiserslautern, die immer ausverkaufte Stadien hätten, würden "durch die Werksklubs um drei Plätze zurückgeschoben - bis in die 2. Liga", sagte der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL).

"Weil Manfred Schneider bei Bayer oder Martin Winterkorn bei VW eine Liebe zum Fußball besitzen und die Bundesliga zum Pläsir am Wochenende nutzen, sind diese Vereine so potent. Hoffenheim ist im weitesten Sinne auch ein Werksklub", meinte Bruchhagen.

Einmal in Fahrt legte er nach: "Und wenn Audi in Ingolstadt richtig ernst macht, drücken sie Nürnberg raus. Und Mateschitz wird Leipzig nach oben hieven."

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