Jupp Heynckes soll angeblich neuer Trainer auf Schalke werden. Der Coach selbst reagiert gelassen, bei S04 herrscht wieder Unruhe.

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Von Reinhard Franke und Mathias Frohnapfel

London/München - Jupp Heynckes blieb locker und entspannt.

Unruhe kann der Trainer von Bayern München nicht gebrauchen.Schon gar nicht vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (Super-Dienstag ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) beim FC Arsenal.

Mit Spekulationen über seine eigene Zukunft sollen sich doch andere herumschlagen. Er nicht. Bayern nicht. Schon eher Schalke 04. Den Gerüchten um sein mögliches Engagement bei den Gelsenkirchenern entgegenete der Coach auf SPORT1-Nachfrage folglich: "Ich bin alt genug, um das alles relaxt und sachlich entgegenzunehmen."

Heynckes kann Gerüchte "nicht verhindern"

Die "Bild" hatte Heynckes am Montag als Nachfolger des vieldiskutierten S04-Chefcoaches Jens Keller ins Gespräch gebracht. Der 67-Jährige könnte den umstrittenen Schalker Trainer zur kommenden Saison ersetzen, hieß es.

Er könne nicht verhindern, dass sein "Name in dem ein oder anderen Klub" gehandelt werde, meinte Heynckes lapidar. Er wolle sich erst nach Saisonende zu seiner Zukunft äußern. Jetzt gilt die volle Konzentration dem FC Arsenal.

Schalke kommt nicht zur Ruhe

Bei den Schalker, die am Mittwoch in der Königsklasse bei Galasaray Istanbul antreten, würde man gern ähnliche Schwerpunkte setzen. Doch die Gerüchte machen ruhiges Arbeiten bei S04 mal wieder schwierig. Der Klub kommt nicht zur Ruhe.

Kaum hatten sich nach dem 2:2 am vergangenen Wochenende beim FSV Mainz 05 (Bericht) zumindest die gröbsten Gewitterwolken über den zuletzt arg gebeutelten Schalkern verzogen, kommt es zu den nächsten Turbulenzen.

Heldt: "Reine Spekulation"

Das Gerücht um Heynckes sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Schalkes Manager Horst Heldt musste sich am Montag erst mal schütteln, weil er eigentlich an eine Atempause glaubte.

Als "reine Spekulation" bezeichnete der Sportdirektor die Gerüchte um Heynckes, der die Bayern am Saisonende verlassen und Platz für Pep Guardiola machen wird.

"Da wird ein Name genannt und damit spekuliert wie mit vielen anderen Namen vorher auch, und es wird vermutlich auch nicht der letzte sein. Wir werden das nicht mehr kommentieren", sagte Heldt weiter. Ein Dementi gab es nicht.

Rummenigge ahnungslos

Auch die Bayern reagierten. Während Bayern-Präsident Uli Hoeneß sich das Ganze kaum vorstellen konnte und als einen "kleinen Aprilscherz" abtat, blieb Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ein wenig sachlicher.

"Ich kann bestätigen, dass Jupp Heynckes quickfidel ist und einen super Job bei uns macht. Aber ich weiß nicht, was Schalke und Jupp Heynckes für Pläne haben," sagte der 57-Jährige und betonte, dass der Coach die Entscheidung über seine Zukunft "in aller Ruhe fällen wird".

Heynckes hatte die Königsblauen bereits in der Spielzeit 2003/04 trainiert, jedoch nur den siebten Tabellenplatz erreicht. Nach einem Fehlstart in seine zweite Saison auf Schalke wurde er entlassen.

Keller von Beginn an in Kritik

Keller, der im Dezember die Nachfolge des entlassenen Huub Stevens angetreten hatte, und quasi vom ersten Tag an in die Schusslinie geraten war, dürften die neuesten Gerüchte alles andere als recht sein.

Heldt hatte bisher zwar alles Erdenkliche probiert, um die Diskussionen um den Trainer zu beenden, doch so recht gelingen wollte ihm dies nicht. An ein langfristiges Engagement Kellers in Gelsenkirchen glaubt ohnehin kaum jemand.

Auch Jol und Veh gehandelt

Selbst Heldt betonte in den vergangenen Wochen immer wieder, dass die Zusammenarbeit zunächst einmal bis zum Saisonende vereinbart sei. Eine Übergangslösung also - nicht mehr. Und damit von Beginn an alles andere als unantastbar.

So wurden vor Heynckes bereits immer wieder der ehemalige Hamburger Coach Martin Jol (FC Fulham), Thomas Tuchel (FSV Mainz 05) und Armin Veh (Eintracht Frankfurt) als potenzielle Keller-Nachfolger genannt.

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