Das 0:1 gegen Stuttgart war für Hoffenheim bereits die sechste Heimniederlage der Saison © imago

Müller und Kurz sind nach der Pleite gegen Stuttgart sauer und geben Platz 15 auf. Der VfB jubelt: "Haben den Bock umgestoßen."

Von Felix Götz

München/Sinsheim - Andreas Müller und Marco Kurz blickten finster drein.

Manager und Trainer waren nach der schwachen Darbietung ihrer Hoffenheimer Mannschaft bei der 0:1-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart (Spielbericht) gleichermaßen bedient.

"In unserer Situation reicht das unter dem Strich nicht", sagte Kurz bei LIGA total!.

Und Müller wütete bei "Sky": "Wenn man diese Leistung sieht, kann man nicht zufrieden sein. Ein, zwei Spieler hatten Normalform, der Rest nicht. Ich bin sehr sauer. Wir müssen uns hinterfragen, wie es demnächst weitergeht."

Erneut ein frühes Gegentor

Was den 1899-Verantwortlichen besonders auf den Magen schlug war die Anfangsphase.

Da gegen Freiburg (4. Minute) und in Hannover (8. Minute) in den vergangenen beiden Partie sehr frühe Gegentore kassiert wurden, hatten sich die Hoffenheimer vorgenommen, diesmal konzentrierter ins Spiel zu gehen.

Das Ergebnis: Martin Harnik brachte den VfB nach Vorlage des starken Ibrahima Traore bereits in der 3. Minute in Führung. ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag )

"Das ist nicht zu entschuldigen", meinte Kurz. Und Mittelfeldspieler Tobias Weis gab zu: "Wir waren unkonzentriert."

Platz 16 das Ziel

Insgesamt nicht das einzige Problem der Kraichgauer, die gegen Stuttgart zwar ordentliche Phasen hatten, allerdings den letzten - dem Abstiegskampf angemessenen - Biss vermissen ließen, um die ebenfalls schwer angeschlagenen Schwaben zu packen.

Mit einem Sieg hätte Hoffenheim bis auf sechs Zähler an Stuttgart herankommen können, nun beträgt der Rückstand auf Rang 15, den Wolfsburg inne hat, satte zehn Punkte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Auf Platz 15 sollten wir uns nicht mehr konzentrieren nach so einer Niederlage", hakte Kurz den direkten Klassenerhalt ab.

Müller nimmt Kurz in die Pflicht

Nun liegt der Fokus auf Relegationsplatz 16, wo es Greuther Fürth und vor allem den wohl deutlich gefährlicheren FC Augsburg hinter sich zu lassen gilt.

Hoffenheim liegt einen Zähler vor dem FCA - und am Samstag kommt es zum direkten Duell in der Fuggerstadt.

"Es ist der Job des Trainers, die Mannschaft so vorzubereiten, dass wir in Augsburg ein anderes Gesicht zeigen", nahm Müller auch Kurz in die Pflicht.

"Haben den Bock umgestoßen"

Während Hoffenheim am Boden liegt, darf der VfB nach dem ersten Dreier nach zuletzt fünf Bundesliga-Pleiten in Serie aufatmen.

"Wir haben immer gesagt, dass wir die Ruhe bewahren müssen. Die Mannschaft hat immer Willen gezeigt. Wir haben den Bock umgestoßen", sagte Coach Bruno Labbadia, der trotz einer noch nicht auskurierten Grippe am Spielfeldrand alles gab.

Besonders defensiv hinterließen die Schwaben, die in den ersten vier Partien der Rückrunde elf Gegentore kassierten, einen ordentlichen Eindruck.

"Für uns war es wichtig, mit Cleverness ranzugehen und gut zu stehen. Das haben wir gemacht. In der ersten Hälfte hat ein wenig der letzte Pass gefehlt, aber gut war, dass wir keine Chancen zugelassen haben. Nach der Pause haben wir auch nur eine Möglichkeit zugelassen und da hat Ulle hervorragend reagiert", so Labbadia.

Starker Ulreich bescheiden

Labbadia sprach dabei eine Situation an, als VfB-Torhüter Sven Ulreich im Eins-Gegen-Eins gegen Joselu stark mit dem Fuß abwehrte.

Zuvor hatte der 24-Jährige bereits einen gefährlichen Freistoß von Kevin Volland erstklassig entschärft.

"Wir haben als Mannschaft gekämpft. Es freut mich, dass ich mit meiner Leistung meinen Teil zum Sieg beitragen konnte", blieb Ulreich wie gewohnt bescheiden.

Rang sechs in Reichweite

Ähnlich zurückhaltend antwortete Ulreich auch auf die Frage, ob denn der VfB angesichts von nur noch sechs Zählern Rückstand auf Platz sechs nun wieder die Europa-League-Plätze ins Visier nehmen werde:

"Es ist wichtig, kleine Schritte zu machen."

Bevor es für den Deutschen Meister von 2007 in der Liga am 23. Spieltag gegen Nürnberg weitergeht, steht am Donnerstag das Rückspiel in der Europa-League-Zwischenrunde in Genk (Hinspiel 1:1) auf dem Programm.

Doch davon wollte unmittelbar nach dem ersten Sieg in der Bundesliga seit dem 8. Dezember 2012 beim VfB niemand etwas wissen.

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