Mirko Slomka hat in dieser Saison seinen Vertrag in Hannover bis 2016 verlängert © getty

Hannovers Coach ärgert sich nach dem Remis in Nürnberg über das erneute späte Gegentor und wettert gegen seinen Verweis.

Nürnberg - Erst auf die Tribüne geschickt, dann der Last-Minute-Tiefschlag - Mirko Slomka war restlos bedient.

"Es ist das dritte Mal nach den Spielen gegen Mainz und Düsseldorf, dass wir in letzter Sekunde Punkte verlieren. Wir lassen die Flanke zu und in der Mitte ist keiner dran", zürmte der Trainer von Hannover 96 nach dem 2:2 (1:0) beim 1. FC Nürnberg (Bericht).

"Das ärgert mich sehr, das stört unseren Weg in noch höhere Tabellenregionen."

Und obwohl es nach fünf Auswärtspleiten in Folge für die Niedersachsen zumindest mal wieder zu einem Pünktchen gereicht hatte, blieb Slomkas Miene finster: "Das tröstet mich nicht." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Tag zum Vergessen

Statt mit dem Tabellensiebten Mainz 05 nach Punkten gleichzuziehen, liegt sein Team nun als Achter schon vier Punkte hinter den Europapokal-Plätzen.

Es war ein Tag zum Vergessen für Slomka, der das Spiel ab der 65. Minute von der Tribüne aus verfolgt hatte. Einmal reklamieren reichte, und Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer schickte ihn auf die Zuschauerränge.

"Ich hatte vorher keinen Kontakt zu den Schiedsrichtern. Wenn das also ihr einziges Kommunikationsmittel ist, dann kann ich meinen Beruf nicht ausüben", sagte Slomka sichtlich angefressen: "Ich coache meine Mannschaft und bin halt emotional dabei."

Wiesinger mahnt Fehler an

Die Nürnberger waren mit ihrem Punkt etwas glücklicher, aber auch nicht ganz zufrieden ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag ).

"In der letzten Sekunde noch so einen Ausgleich zu machen, ist verdammt wichtig. Aber nach gutem Beginn waren wir lange zu fahrlässig. Wir haben Moral gezeigt, aber wir müssen unsere Fehler abstellen", sagte Club-Coach Michael Wiesinger, der ein goldenes Händchen bewiesen hatte.

Der in der 82. Minute eingewechselte Sebastian Polter erzielte in der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleich (90.+2).

Auch der Held ärgert sich

Allerdings verpasste es der zu Hause nun seit acht Spielen ungeschlagene Club, sich möglicherweise vorentscheidend von der Abstiegszone abzusetzen.

Durch die Niederlage von 1899 Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart vergrößerten die Franken den Abstand auf den Relegationsplatz aber immerhin auf zehn Punkte.

"Natürlich sind wir glücklich, auf diese Weise noch einen Punkt geholt zu haben, aber dass es nicht mehr war, ist ärgerlich", sagte Polter.

Nürnberg verliert den Faden

Drei Tage nach Hannovers Hinspielpleite in der Europa League bei Anschi Machatschkala (1:3) trafen Szabolcs Huszti (41.) und Didier Ya Konan (68.) für die 96er, die sich nach schwachem Beginn im Spielverlauf steigerten.

Nürnberg hatte dagegen anfangs seine stärkste Phase, verlor aber nach und nach den Faden. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Timm Klose (53.) reichte es aber zumindest noch zum Unentschieden.

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