Marco Reus erzielte gegen Frankfurt seine Saisontore neun bis elf © getty

Götze. Gündogan und Reus nehmen Frankfurt auseinander. Dortmunds Bosse machen im Poker um Lewandowski vieldeutige Aussagen.

Vom BVB berichtet Thorsten Langenbahn

Dortmund - Marco Reus und Mario Götze hatten nach 90 Minuten immer noch nicht genug.

Eine knappe Stunde nach Abpfiff schlugen sie weitere Haken und versuchten nach dem Duschen, die wartenden Journalisten auszutricksen.

Anstatt die Stadionkatakomben auf dem üblichen Weg durch die Mixed Zone zu verlassen, versuchten sie auf einem Schleichweg durch die Trainerkabine der Presse zu entwischen.

Als die beiden Dortmunder Spaßkicker abfahrbereit unter der Osttribüne des Signal Iduna Parks warteten, wurden sie von den Medienvertretern aber doch noch gestellt.

Reus auf Rang drei der Scorerliste

"Wir haben die Antwort auf die letzte Heimniederlage gegen Hamburg gegeben", sagte Reus nach dem 3:0 im Verfolgerduell gegen Eintracht Frankfurt. ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag )

Den Spielball hatte der dreifache Torschütze als Erinnerung an seinen ersten Hattrick für den BVB da längst sicher in seiner Tasche verstaut.

Reus' beeindruckende Bilanz nach 22 Spielen: Elf Tore, acht Vorlagen - damit liegt der 23-Jährige auf Rang drei der Scorerliste der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zusammen mit seinen vier Treffern in Champions League und DFB-Pokal schoss er sein Team in dieser Saison bereits elfmal mit 1:0 in Führung.

"Ich mache mir keine großen Gedanken vor dem Tor, sondern versuche einfach den Ball reinzuschießen", sagte er auf SPORT1-Nachfrage zu seinen Raketenstarts.

Gündogan als Antreiber und Stabilisator

Drei Tage nach dem 2:2 im Champions-League-Achtelfinale bei Schachtjor Donezk kombinierte das Offensiv-Trio Götze, Reus und Jakub Blasczykowski traumhaft sicher, angetrieben von Ilkay Gündogan als Spiritus rector im defensiven Mittelfeld.

"Alle Tore waren wunderschön herausgespielt", sagte der nach seiner Zehenverletzung zurückgekehrte Gündogan.

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Eine Torvorlage ging an Mats Hummels, die anderen beiden an Mario Götze. Dortmunds Nummer 10 war in den vergangenen 13 Pflichtspielen an 17 Treffern direkt beteiligt.

Das Weltklasseduo "Mario" läuft rechtzeitig zum DFB-Pokal-Knaller in anderthalb Wochen beim FC Bayern wieder zu Höchstform auf.

Schieber: "Einfach unglücklich"

Den Ausfall des gesperrten Torjägers Robert Lewandowski machten die Nationalspieler damit fast vergessen. So fiel auch kaum ins Gewicht, dass der eigentliche Lewandowski-Ersatz Julian Schieber ("Es war einfach unglücklich") schon in der ersten Halbzeit vom Platz flog.

"Wir haben einfach die Ruhe bewahrt und wollten unbedingt zu null in die Kabine gehen", sagte Reus.

Nach Schiebers frühem Abgang gelang das in einem System ohne nominellen Stürmer vorzüglich.

Klopp vorbereitet auf Lewandowski-Abgang

Es dürfte die Fans beruhigen, dass diese Variante so gut funktionierte. Denn Lewandowski wird nicht nur in den kommenden beiden Bundesligaspielen fehlen, auch sein Abschied aus Dortmund steht ja offenbar bevor.

Nach Informationen von SPORT1 und des "Münchner Merkur" ist sich der Pole mit dem FC Bayern München über einen Vertrag schon einig. Trainer Jürgen Klopp ist auf alle Eventualitäten vorbereitet.

"Wenn er geht, was noch nicht feststeht, dann sind wir einigermaßen darauf vorbereitet. Aber ein Spielertyp wie Lewandowski ist nicht so leicht zu finden", sagte der BVB-Coach im "ZDF".

"Jeder muss ersetzbar sein"

Der Rest der Führungsriege lässt zwischen den Zeilen durchblicken, dass man durchaus mit einem Abschied des Stürmers rechnet.

"Ich glaube nicht, dass es zu einer Vertragsverlängerung kommen wird. Das müssen wir auch sagen. Ansonsten sind wir da sehr entspannt und werden vorbereitet sein für alle Eventualitäten", erklärte Sportdirektor Michael Zorc bei LIGA total!.

Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke ergänzte: "Grundsätzlich ist es auch so, dass jeder Spieler am Ende auch ersetzbar sein muss. Aber ob das dann passiert oder nicht, das ist unsere Entscheidung! Die werden wir uns auch reiflich überlegen und vorbehalten."

An die Adresse der Bayern richtete er bei "sky" vieldeutig die Ansage, wenn der Rekordmeister interessiert sei, "dann müssen sie irgendwann ihr Visier lüften, müssen zu uns kommen und eine Anfrage stellen."

Frankfurt trotzdem zufrieden

Mit solchen Themen müssen sich die Frankfurter momentan noch nicht auseinandersetzen. Trotz der deutlichen Pleite waren sie relativ zufrieden.

"Wenn Dortmund nach zehn Minuten 2:0 führt, sind sie clever genug, das runterzuspielen. Ich denke, wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht", sagte Kevin Trapp zu SPORT1.

"Wir müssen uns sogar noch zusammenreißen, damit wir nicht die Hütte vollkriegen", sagte Eintracht-Torjäger Alexander Meier.

Für den Tabellenvierten soll die 40-Punkte-Marke nun am Freitag beim SC Freiburg fallen.

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