Aufsteiger Greuther Fürth hat in dieser Saison erst zwei Siege eingefahren © getty

Hilflos, harmlos, hoffnungslos - selbst der eigene Präsident hält Fürth nach der Pleite in Düsseldorf für bundesliga-untauglich.

Düsseldorf/München - Helmut Hack war sauer. Stocksauer. Nervös tigerte der Präsident der SpVgg Greuther Fürth auf und ab, ehe er sein vernichtendes Urteil sprach.

Zu schlecht, zu naiv, zu zaghaft sei seine Mannschaft - mit einem Wort: untauglich!

"Das hatte nichts mit Bundesliga zu tun. Wir haben nicht die Mindest-Qualität, die man für diese Liga braucht", sagte Hack nach dem 0:1 (0:1) bei Fortuna Düsseldorf (Spielbericht).

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nichts, aber auch gar nichts spricht noch für den Fürther Klassenerhalt der Franken. 12 Punkte und 13 Tore aus 22 Spielen - alle 165 Minuten ein Tor, 0,54 Punkte pro Spiel.

Die Horror-Bilanz einer Mannschaft, die, so sieht es Hack, "so in der Bundesliga nichts zu suchen hat". Oder ist da noch Hoffnung?

"Wir sind noch dabei", sagt der Präsident. Und solange das so bleibe, gebe es doch keinen Grund für den Tabellenletzten, aufzugeben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Büskens: "Immer wieder aufstehen"

Trainer Mike Büskens schmeckte überhaupt nicht, was seine Mannschaft ihm in seiner Geburtsstadt auftischte.

Büskens hat vor vielen Jahren in der Kantine einer Düsseldorfer Bankfiliale Koch gelernt, sein Lehrmeister war der Vater von Michael Preetz. Und Mike Büskens hat 101 Bundesliga-Spiele im Fortuna-Trikot absolviert - das Herz, sagt er, "hängt ein Stück hier".

Doch es wurde ein furchtbar bitterer Nachmittag für ihn, ein Phrasenzähler hätte nach dem Abpfiff im Sekundentakt angeschlagen.

Kein Besuch bei der Familie

Das Leben sei eben "nicht immer rosarot", sagte Büskens, wer häufig hinfalle, müsse "auch immer wieder aufstehen", und das werde er tun: "Bis zum letzten Tag meines Lebens!"

Einen Besuch bei seiner Familie in Gelsenkirchen gab es nicht - "auch wenn ich das sehr gerne gehabt hätte, die paar Kilometer zu fahren".

Schahin verschießt gegen seinen Ex-Klub

Dafür aber hätten die Franken gewinnen müssen, wovon sie meilenweit entfernt waren ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag ).

Trotz eines frühen Pfostenschusses, obwohl der überragende Torwart Wolfgang Hesl einen Elfmeter des Ex-Fürthers Dani Schahin (3.) hielt und zig andere Male rettete, obwohl die Fortuna reihenweise beste Chancen vergab.

Vor 37.378 Zuschauern traf Axel Bellinghausen nach einem fatalen Fehler von Matthias Zimmermann zum Fortuna-Sieg (19.), Fürths Jozsef Varga sah die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (37.).

Fortuna spielt Erfahrung aus

Büskens musste sich nach der Pressekonferenz einer Personaldebatte stellen.

"Mein Gott, das sind doch alles junge Burschen!", sagte er über sein unerfahrenes Team, das mit Anpfiff insgesamt 174 Bundesliga-Spiele vorzuweisen hatte: "Bei der Fortuna spielen abgewichste Jungs, die auch mal auf Kalteisen hauen."

Allein die Düsseldorfer Robert Tesche und Stefan Reisinger kommen gemeinsam auf 193 Spiele.

Hack setzt (noch) auf seinen Trainer

Dennoch: Büskens hat den Kader zusammengestellt, und er muss seinen Kopf hinhalten.

Auf Nachfragen, das war auffällig, fiel ihm wenig ein, abgesehen von dem Satz, dass "in Fürth eben auf Talente gesetzt wird". Angst um seinen Arbeitsplatz muss Büskens jedenfalls (noch) nicht haben, wie Hack erklärte.

Ganz fest im Sattel sitzt Norbert Meier. Der Trainer der Düsseldorfer war "einfach nur glücklich, gewonnen zu haben". Der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt jetzt zwölf Punkte.

Weiterlesen