Leverkusens Stefan Kießling (2.v.l.) erzielte gegen Augsburg sein 15. Saisontor © getty

Torjäger Kießling bringt die Gefühlslage in Leverkusen nach dem Sieg gegen Augsburg auf den Punkt. Der FCA hadert mit dem Ergebnis.

Leverkusen - Dauerläufer Stefan Kießling konnte selbst der Europacup-Stress nichts anhaben.

"Es war wichtig, diesen dreckigen Sieg einzufahren", sagte der Nationalspieler im Wartestand nach dem schwer erkämpften 2:1 (1:0)-Erfolg von Bayer Leverkusen gegen den Tabellenvorletzten FC Augsburg (Spielbericht).

Sein 15. Saisontreffer (26.) und seine Torvorlage für Lars Bender (75.) sicherten dem Werksklub den ersten Dreier nach vier Pflichtspielen ohne Sieg - es war das Ende der Leverkusener Ergebniskrise. ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag )

Dass Bayer knapp 43 Stunden nach dem 0:1 im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League gegen Benfica Lissabon nicht gerade Bäume ausriss, kam für "Kieß" nicht von ungefähr. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Zuletzt haben wir gut gespielt, und es nichts dabei rausgekommen. Deshalb musste es heute einfach so sein", sagte der Bayer-Angreifer, der im Kampf um die Torjägerkrone weiter gute Chancen hat.

Kießling: "Nur eine Momentaufnahme"

Allerdings lässt dies Kießling ebenso wie die Diskussion um seine Nationalmannschaftsberufung völlig kalt: "Ich will mein Bestes geben. Ich hoffe, dass es so weitergeht, aber es ist sowieso nur eine Momentaufnahme."

Kießling war erneut derjenige, der seine Mannschaft mit seiner Lauffreude, seiner Willensstärke und seinem Elan mitriss.

Nachdem Bayer zuletzt als Mannschaft gegen Dortmund (2:3) und in Gladbach (3:3) viel Lob eingeheimst, aber die Punkte liegen gelassen hatte, gelang nun der erlösende Arbeitssieg gegen die zuletzt fünfmal in Folge ungeschlagenen Schwaben.

Bender freut wichtiger Sieg

"Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Um oben dabei zu bleiben, war der Sieg unheimlich wichtig", betonte Dauerrenner Bender, der sechs Minuten vor dem Abpfiff völlig ausgepumpt ausgewechselt worden war - auch ein Zeichen für die große Beanspruchung durch die Doppelbelastung Europacup/Bundesliga in weniger als zwei Tagen.

"Diese drei Punkte waren vor allem für den Kopf wichtig, auch wenn die Leistung nicht so gut war", sagte Kapitän Simon Rolfes, der erst nach 37 Minuten für den verletzten Sidney Sam eingewechselt wurde.

Die Erleichterung über den Sieg war auch den Bayer-Verantwortlichen anzumerken.

Lewandowski freut Effektivität

"Wir waren zwar spielerisch nicht so stark, dafür aber konsequent in Verteidigung und Angriff. Es waren schwer erarbeitete Punkte", meinte Bayer-Trainer Sascha Lewandowski, der diesmal im Gegensatz zum Europacupspiel mit der vermeintlichen Topbesetzung gegen den FCA antrat.

Vielleicht auch ein Grund, weshalb sich diesmal das Erfolgserlebnis einstellte.

Die Augsburger haderten dagegen mit dem Ergebnis.

Mölders Treffer kommt zu spät

Der Anschlusstreffer von Sascha Mölders (89.) kam zu spät, um dem Favoriten noch ein Bein zu stellen.

"Leider hat sich die Mannschaft nicht belohnt. Die Chancen zu weiteren Toren waren da", sagte Manager Stefan Reuter, während Trainer Markus Weinzierl betonte: "Wir mussten mehr Tore erzielen. Deshalb sind wir nicht zufrieden, wir hätten einen Punkt verdient gehabt."

Der Ex-Leverkusener Jan-Ingwer Callsen-Bracker ergänzte: "Heute war mehr drin."

Kellerduell steht an

Das bevorstehende Kellerduell gegen 1899 Hoffenheim hat für den Tabellenvorletzten richtungweisenden Charakter.

"Ich hatte manchmal den Eindruck, dass unsere Spieler regelrecht überrascht waren, welche klaren Chancen die Leverkusener zugelassen haben", sagte Reuter und sieht sein Team trotz der ersten Niederlage in diesem Jahr weiter im Aufwind.

Weiterlesen