Die Freiburger bejubelten in Bremen bereits ihren neunten Saisonsieg © imago

Der Europacup-Traum wird konkreter, aber Freiburg redet auch nach dem spektakulären Sieg in Bremen nur über den Klassenerhalt.

Bremen/München - Die Champions League ist keine Illusion mehr beim SC Freiburg.

Trotzdem denken die Breisgauer auch nach dem 3:2 (1:1)-Sieg bei Werder Bremen (Bericht) nur an den Klassenerhalt - zumindest nach offizieller Sprachregelung.

Aber dass zumindest der Abstiegskampf mit Rang fünf und 34 Punkten aus 22 Spielen so gut wie bestanden ist, konnte selbst SC-Trainer Christian Streich nicht mehr wirklich dementieren: "Wir werden wohl unser Saisonziel erreichen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keine neuen Ziele

Ob es da nicht an der Zeit wäre, ein neues auszurufen? Streich verkniff es sich.

"Das wäre von dieser jungen Truppe zu viel verlangt, auch wenn sie sehr beachtlich gespielt hat", untertrieb Streich, der "keinen Hype" um seine Mannschaft aufkommen lassen wollte.

Und das obwohl sie absolut verdient den ersten Sieg gegen die Hanseaten seit zwölf Jahren einfuhr - nach einem kontrollierten ersten und einem vogelwilden zweiten Durchgang.

Auch Spieler zurückhaltend

Doch so euphorisiert die Gäste das Spielfeld verließen, so nüchtern teilten sie anschließend die Vorsicht ihres Trainers ( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag ).

"Natürlich würden sich am Ende alle Fans über einen fünften Platz freuen. Aber über Rang zehn würde sich auch niemand ärgern. Und das zu erreichen, wäre ein tolles Saisonresultat", sagte Cedric Makiadi.

Auch Mittelfeldspieler Jan Rosenthal praktizierte den verbalen Spagat: "Wir stehen nicht zu Unrecht auf dem fünften Tabellenplatz, aber dadurch ändert sich unsere Zielsetzung nicht."

Werder zu instabil

Auf der anderen Seite änderten Nils Petersens Saisontore zehn und elf (39. und 65. Minute) nichts daran, dass die Norddeutschen die angepeilte Rückkehr ins internationale Geschäft so langsam abschreiben können.

Zum wiederholten Male war die Defensive nicht stabil genug, um die drei Gegentore von Max Kruse (35.), Daniel Caligiuri (54., Foulelfmeter) und Matthias Ginter (71.) zu verhindern.

Eichin-Einstand verdorben

Und dem neuen Sportdirektor Thomas Eichin einen erfolgreichen Einstand zu bescheren.

Der Nachfolger des nach Wolfsburg gewechselten Klaus Allofs bekam gleich an seinem zweiten Arbeitstag ein für diese Spielzeit typisches Werder-Heimspiel serviert. "Vorne Banane, hinten Banane", nannte es Doppeltorschütze Petersen.

Eichin selbst sprach lieber von "einem auch für mich nicht optimalen Start". Für ihn sei nun wichtig, so der einstige Bundesliga-Profi weiter, "dass jetzt nicht rumgejammert wird. Wir haben Fehler gemacht, die der Gegner ausgenutzt hat."

Arnautovic-Abgang dementiert

Zum Nachkarten bleibt Eichin auch gar keine Zeit, denn es gilt zeitnah eine Entscheidung im Fall des umworbenen Marko Arnautovic zu treffen.

Dynamo Kiew hat ganz offiziell und direkt aktuelles Interesse an dem österreichischen Nationalspieler bekundet. In der Ukraine wird das Transferfenster, anders als in Deutschland, erst am 28. Februar geschlossen, die "Welt" berichtet sogar schon von einem fixen Deal.

"Bullshit" nannte Eichin bei LIGA total! die Meldung: "Wir haben ganz klar gesagt, dass das für uns momentan überhaupt kein Thema ist", sagte der 46-Jährige.

"Wissen genau, was wir an ihm haben"

Trainer Thomas Schaaf bekundete ebenfalls sein Interesse, den streitbaren Österreicher zu halten: "Wir wissen genau, was wir an ihm haben."

Wie die Norddeutschen insgesamt lieferte aber auch Arnautovic gegen Freiburg eine saisontypische Leistung ab.

Haarsträubende Fehler wechselten sich mit einer sehenswerten Vorarbeit zum zweiten Bremer Treffer ab.

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