Hoeneß' neuestes Angriffsziel ist BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watze, genauer gesagt dessen Aussagen über Dortmunds wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber dem FCB: "Die Märchen, die Herr Watzke erzählt, mit seinen 45 Millionen Personalkosten im nächsten Jahr, die kann er jemandem erzählen, der sich nicht im Geschäft auskennt"
Hans-Joachim Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer des BVB © getty

Der nach SPORT1-Informationen fixe Wechsel kann sich ziehen. Watzke deutet an, dass der BVB den Polen 2013 womöglich nicht abgibt.

Von Christian Paschwitz

München/Dortmund - Robert Lewandowskis nach SPORT1-Informationen fixer Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern dürfte sich dem Vernehmen nach noch zu einem Preis-Poker entwickeln:

"Wenn er 2013 wechseln möchte, muss er uns irgendwann sagen, wohin er möchte. Dann werden wir prüfen, was für Borussia Dortmund das Beste ist", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einer Radiosendung des "WDR".

Watzke deutete vielsagend an, dass die Borussen dann zu dem Entschluss kommen könnten, Lewandowski 2013 nicht abzugeben und ihn eher 2014 ablösefrei ziehen zu lassen.

BVB-Boss hofft auf das große Geld

"Das ist möglicherweise die beste Lösung", sagte der BVB-Boss. "Wir können eine ganze Menge Geld verdienen, wenn wir wieder Champions League spielen und in der Champions League auch weiter kommen."

Was im Umkehrschluss indes bedeuten mag: Wollen die Bayern tatsächlich bereits zur neuen Saison Lewandowski verpflichten, müssten sie an die Dortmunder wohl eine weitaus höhere Ablösesumme zahlen als offenbar bisher in Aussicht gestellt.

Der Marktwert des polnischen Nationalstürmers wird auf knapp 30 Millionen Euro geschätzt.

Watzke: Jeder Spieler muss ersetzbar sein

Nach dem 3:0-Sieg über Frankfurt (Bericht) klang der Tenor bei Watzke ohnehin etwas anders.

"Wir wissen das relativ klar - wenn der Rest das nicht weiß, ist uns das auch egal", sagte er bei LIGA total! zu den Unklarheiten um Lewandowski. "Wir wissen, was wir an Robert haben. Aber grundsätzlich ist es auch so, dass jeder Spieler am Ende auch ersetzbar sein muss."

Und er ergänzte: "Wir haben alles versucht und auch ein für unsere Verhältnisse außergewöhnliches Angebot gemacht. Aber wenn das dann nicht angenommen wird, entwickelst du ja auch ein Gefühl dafür."

Zorc: "Wir sind relativ entspannt"

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc gibt sich in der Personalie betont gelassen.

"Wir sind da relativ entspannt, weil wir einen Vertrag mit Robert haben", sagte Zorc bei LIGA total!.

Er glaube zwar "nicht, dass es zu einer Vertragsverlängerung kommen wird", räumte Zorc ein: "Ansonsten sind wir da sehr entspannt und werden vorbereitet sein für alle Eventualitäten."

Dass der Transfer bereits fix sei, dementierte der BVB-Manager: "Es gibt nichts Neues!" Er könne die fortwährenden Spekulationen in den Medien "wirklich nicht verstehen", ergänzte Zorc.

Bekanntgabe nach dem Pokalduell?

So oder so: Nach Informationen von SPORT1 und dem "Münchner Merkur" ist der Wechsel des polnischen Nationalstürmers zu den Bayern fix (Bericht).

Auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist, der Transfer auch nicht vor dem Pokalduell zwischen dem Rekordmeister und dem BVB am 27. Februar offiziell verkündet werden soll.

Lewandowskis Kontrakt bei den Schwarz-Gelben läuft noch bis 2014. "Meine persönliche Einschätzung ist, dass es nicht mehr sehr wahrscheinlich ist, dass er seinen Vertrag in Dortmund verlängert", teilt Watzke die Einschätzung seines Sportchefs.

Sammer sagt, "was gesagt werden darf"

Die Bayern mauern derweil, lassen aber trotzdem tief blicken: "Die einzigen, die sich nicht zu Robert Lewandowski geäußert haben, waren wir. So wird es auch in Zukunft bleiben", sagte Sportvorstand Matthias Sammer bei LIGA total!.

Bei "Sky" sagte Sammer: "Zu dem Thema gibt es von uns nichts zu sagen. Ich kann nicht beurteilen, was der Berater sagt. Ich habe gesagt, was ich sagen musste und sagen wollte und was gesagt werden darf."

Schuster kann Wechsel nicht nachvollziehen

Bernd Schuster wiederum kann Lewandowskis bevorstehenden Abgang zu den Bayern nicht nachvollziehen:

"Ich sehe das als schwierig an", sagte der LIGA total!-Experte. "Ich verstehe das eigentlich auch gar nicht so richtig: Lewandowski zu Bayern - wenn man schon zwei solche Stürmer hat. Man hat schon ein Problem mit Gomez, weil er auf der Bank sitzt. Und dann kommt jetzt noch ein Dritter dazu. Er ist ja auch ein Typ, der beiden sehr ähnelt."

Weiterlesen