Marco Reus (r. mit Piszczek) wechselte im Sommer 2012 von Gladbach nach Dortmund © getty

Der Nationalspieler schießt Dortmund mit seinen drei Treffern im Verfolgerduell gegen Frankfurt zum Sieg und vorbei an Leverkusen.

Dortmund - Marco Reus grinste, unter seinen rechten Arm hatte er den Spielball geklemmt.

Die Kugel, die der Dortmunder zuvor dreimal im Tor der Frankfurter Eintracht untergebracht hatte, wollte der Nationalspieler unbedingt mit nach Hause nehmen.( 676516 DIASHOW: Der 22. Spieltag )

"Ich denke, das ist eine schöne Erinnerung", sagte Reus, der mit seinem Saisontoren neun bis elf quasi im Alleingang für das 3:0 im Verfolgerduell gegen Eintracht Frankfurt gesorgt hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich freue mich mehr, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn Frankfurt war richtig stark", erklärte Reus bescheiden.

Lob von Klopp

"Die Tore waren nicht schlecht, das war klasse gemacht", lobte Trainer Jürgen Klopp den 23 Jahre alten Offensivspieler.

"Wir haben die Zeit genutzt, die wir hatten, Unterzahl zu üben", erklärte Klopp: "In den letzten vier Heimspielen haben wir früh im Spiel drei Rote Karten gekriegt. Nach dem intensiven Spiel in Donezk so etwas abzurufen ist herausragend gut und macht uns auch stolz."

Nach einer Gelb-Roten Karte gegen Julian Schieber (31.) musst der BVB lange in Unterzahl spielen.

Dreierpack von Reus

Als der Ersatz für den rotgesperrten Robert Lewandowski, den es beim 1:4 eine Woche zuvor gegen den Hamburger SV erwischt hatte, wegen wiederholten Foulspiels den Rasen verließ, hatte Reus seine Mannschaft mit einem frühen Doppelschlag (8. und 10.) bereits in Führung geschossen.

In der 64. Minute machte der Nationalspieler mit Saisontor Nummer elf alles klar. Anschließend sah auch der Frankfurter Takashi Inui (74.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

Götze und Hummels legen auf

Von Müdigkeit war bei den Borussen vor 80.500 Zuschauern drei Tage nach dem nicht minder kraftraubenden Gastspiel in Donezk (2:2) nicht viel zu spüren.

Von Beginn an gingen die Westfalen hohes Tempo und hatten bereits in der vierten Minute die Chance zur Führung, doch Eintracht-Torhüter Kevin Trapp klärte gegen Reus mit dem Fuß.

Wenig später nutzte der Nationalspieler jedoch nach einem Pass von Mario Götze seine zweite Chance zum 1:0 und anschließend ein präzises Zuspiel von Mats Hummels zum zweiten Treffer, was die Strategie der Frankfurter früh durchkreuzte.

Frankfurt fehlt die Durchschlagskraft

Die Gäste bemühten sich zwar um druckvolle Angriffe, aber große Möglichkeiten ihrer Mannschaft sahen die 6200 Eintracht-Fans zunächst nicht.

Die frühen Treffer spielten hingegen dem BVB in die Karten, denn in der Folge konnten die Schwarz-Gelben aus einer gut organisierten Defensive ihre schnellen Angriffe starten.

Die erste hochkarätige Chance zum Anschlusstreffer der Frankfurter vergab Sebastian Rode (41.).

Subotic kehrt zurück

Im Vergleich zum Spiel in Donezk präsentierte sich der BVB mit drei Veränderungen: Für Lewandowski kam Schieber zu seinem zweiten und am Ende nur kurzen Bundesliga-Einsatz im BVB-Trikot von Beginn an.

Im defensiven Mittelfeld feierte Nationalspieler Ilkay Gündogan nach überstandener Zehenverletzung sein Comeback, und in der Abwehrkette bestritt der genesene Innenverteidiger Neven Subotic (Muskelfaserriss) sein erstes Pflichtspiel im neuen Jahr.

Subotic und Gündogan bestätigten, warum sie derzeit unverzichtbar sind.

Götze mit zwei Assists

Auch nach dem Wechsel bestimmte der BVB in Unterzahl die Begegnung und setzte die Eintracht unter Druck.

Götze sowie Subotic hatten den dritten und sicherlich vorentscheidenden Treffer auf dem Fuß.

Der dritte Treffer von Reus nach sehenswerter Vorarbeit des nicht minder starken Götze war eine logische Folge der BVB-Dominanz.

Veh lobt BVB-Duo

"Wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh: "Sie haben uns am Anfang schon den Zahn gezogen."

Die Hessen bleiben trotz der Niederlage auf dem vierten Platz. Für die herausragenden Spieler des BVB hatte auch Veh nur Lob parat.

"Reus und Götze sind erstklassige Spieler", erklärte der Eintracht-Coach.

Weiterlesen