Srdjan Lakic ist vom VfL Wolfsburg bis 2014 an Eintracht Frankfurt ausgeliehen © imago

Vor dem Duell in Dortmund spricht Frankfurts Neuzugang Srdjan Lakic über den Eintracht-Höhenflug und seine neue Lust am Fußball.

Von Reinhard Franke

München - Die vergangenen anderthalb Jahre würde Srdjan Lakic am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen.

Als der 29-Jährige im Sommer 2011 vom 1. FC Kaiserslautern zum VfL Wolfsburg wechselte, wollte er den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.

Doch es wurde eine Rolle rückwärts. Beim FCK noch Kapitän und Publikumsliebling wurde Lakic weder bei den "Wölfen" glücklich, noch bei 1899 Hoffenheim, wohin er zwischenzeitlich ausgeliehen worden war.

Seit Januar spielt der Kroate nun für Eintracht Frankfurt, hat bei den Hessen einen Leihvertrag bis 2014 unterschrieben.

Lust am Fußball wieder entdeckt

Und der Erfolg ist sogleich zurückgekehrt: Gleich bei seinem Debüt gegen den Hamburger SV (2:0) avancierte er mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

Vor dem Spiel bei Borussia Dortmund (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Lakic im SPORT1-Interview über seine schwere Zeit, Neu-Klub Eintracht und deren Keeper Kevin Trapp - und seine neue Lust am Fußball.

SPORT1: Herr Lakic, im ersten Spiel für Eintracht waren Sie der Held, im zweiten war es ein etwas schwächerer Auftritt. Wo sehen Sie sich nach Ihren beiden ersten Spielen für Ihren neuen Verein?

Srdjan Lakic: Ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl, das hat sich jetzt nur bestätigt. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen, es stimmt im Team. Mein Start bei der Eintracht ist optimal gelaufen, ich konnte im ersten Spiel gleich mit zwei Toren zum Sieg beitragen. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, ich hoffe aber, dass ich schon bald wieder zu meiner Bestform zurückfinde.

SPORT1: Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre ersten anderthalb Wochen bei Eintracht zurück? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Lakic: Mit positiven - ich bin froh, hier zu sein. Ich hatte einen guten Start, so will ich jetzt weitermachen. Wir haben hier ein super Team, und es macht einfach Spaß, Teil dieser Mannschaft zu sein. Wir stehen nicht durch Zufall dort oben in der Tabelle.

SPORT1: Wie glücklich sind Sie, dass Sie wieder gebraucht werden?

Lakic: Natürlich macht es mich glücklich, dass ich wieder spielen darf und zu einer Mannschaft gekommen bin, bei der es gut läuft - das macht vieles einfacher.

SPORT1: Sie schienen nach Kaiserslautern nicht mehr glücklich zu werden. Wie schlimm war die Zeit danach, und was waren die Gründe für Ihr Tief in Wolfsburg und Hoffenheim?

Lakic: Bei vielen Verletzungen und wenig Vertrauen ist es ist immer schwer - es hat einfach nicht gepasst.

SPORT1: Wollten Sie damals nach dem Abschied aus Lautern zu schnell zu viel?

Lakic: Ich will immer viel. Aber für mich war es einfach an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.

SPORT1: Was nehmen Sie aus dieser schweren Zeit für sich mit?

Lakic: Das macht einen natürlich stärker, man lernt mit solchen Situationen umzugehen, sie zu meistern.

SPORT1: Eintracht-Coach Armin Veh wollte Sie unbedingt. Wie wichtig ist so eine Tatsache für Ihre Leistung?

Lakic: Ich kenne keinen Spieler, dem das Vertrauen des Trainers geschadet hat. Das ist natürlich immer schön, aber ich muss auf dem Platz stehen und zeigen was ich kann.

SPORT1: Die Eintracht strotzt vor Selbstbewusstsein: Inwieweit bekommen Sie das neue Selbstverständnis schon mit, obwohl Sie erst zehn Tage dabei sind?

Lakic: Ich bin in ein Team gekommen, in dem es stimmt, das macht es sehr viel einfacher. Die Mannschaft hat in dieser Saison nicht erst einmal gezeigt, dass sie nach Niederlagen nicht zurücksteckt, sondern einfach weitermacht.

SPORT1: Der Aufsteiger der Saison bei der Eintracht ist Torwart Kevin Trapp. Sie kennen sich noch aus FCK-Zeiten: Hätten Sie ihm das zugetraut, und was macht ihn so stark?

Lakic: Ich wusste von Beginn an, dass er ein Guter wird. Kevin und ich haben beim FCK zusammen debütiert, er war damals erst 18, ich kam als neuer Spieler. Damals war er noch sehr jung. Da wir schon viel zusammen trainiert haben, kann ich ihn sehr gut einschätzen. Mich hat das also nicht so sehr überrascht.

SPORT1: Nun geht es zum BVB, der zuletzt gegen Hamburg verloren hat. Das macht es nicht leichter für die Eintracht. Wie gehen Sie in dieses Duell?

Lakic: Das Spiel ist mit Sicherheit eine Herausforderung für uns, deshalb müssen wir hochkonzentriert sein und alles abrufen. Wir müssen an uns glauben, dann haben wir auch eine Chance. Wir werden alles geben, damit es ein gutes Spiel wird.

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