Dortmunder Offensivkollegen: (v.l.) Marco Reus, Robert Lewandowski und Mario Götze © imago

Wegen der Zwangspause droht dem BVB ein Offensivbruch. Springt Schieber ein oder gibt's die spanische Variante?

Von Christian Paschwitz

München - Seinen Platz hat Robert Lewandowsi immer sicher - auch diesmal, wenn es im Topduell gegen Eintracht Frankfurt gilt (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER):

Da wird Borussia Dortmunds Stürmer auf jeden Fall die Tribüne des Signal Iduna Park einnehmen statt wie gewöhnlich den gegnerischen Strafraum.

Erst Ende Februar wieder kann der beste BVB-Stürmer (14 Bundesliga-Tore) seine überragenden Offensiv-Qualitäten ausspielen.

Dann ausgerechnet im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Erzrivale FC Bayern, für den Lewandowski pikanterweise offenbar auch noch ein ganz heißer Transfer-Kandidat ist.

Rot-Sperre für wohl drei Liga-Partien

Bis dahin aber ist der 24-Jährige außen vor wegen seiner Roten Karte nach einem herben Foul gegen den Hamburger SV, die Lewandowski vorbehaltlich der mündlichen Verhandlung am Dienstag eine Sperre von drei Bundesligaspielen eingebrockt hat.

"Ich habe jetzt erst einmal Pause", sagt Lewandowski und will zu verstehen geben, dass es auch ohne ihn laufen soll.

Im Duell mit Frankfurt sowie bei Borussia Mönchengladbach und gegen Hannover 96. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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An 31 BVB-Treffern beteiligt

Doch der BVB steht vor dem Dilemma, den Polen im Angriff wohl keineswegs adäquat ersetzen zu können.

Um es zu konkretisieren: In den jüngsten sieben Pflichtspielen war Lewandowski immer erfolgreich.

Wettbewerbsübergreifend ist der 1,81 Meter große und 70 Kilogramm schwere Nationalspieler mit 20 Toren und elf Vorlagen an 31 Treffern direkt beteiligt. Und das in 30 Saisonspielen.

Bruch nach Rot gegen den HSV

Auch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Schachtjor Donezk (2:2) (Bericht) hatte Lewandowski hingelangt ( 675839 DIASHOW: Die Bilder des Achtelfinals ) - ebenso in der Vorwoche beim 1:4 gegen den HSV. ( 675898 DIASHOW: Die CL-Einzelkritik )

Da war nach dem Platzverweis jedoch schnell allzu deutlich geworden, dass ohne ihn das Dortmunder Angriffsspiel deutlich lahmt.

Spannende Frage also, wer an vorderste Front in die Bresche springen wird.

"Es wird sich eine Lösung finden", meint Trainer Jürgen Klopp dazu nur knapp, wen er für den Lackmustest auch für die kommenden Woche erwählen wird.

Schieber steht bereit

Vieles spricht dabei für Julian Schieber, der nach seine, Wechsel vom VfB Stuttgart zum Double-Sieger nach wie vor nicht über die Rolle des Reservisten hinausgekommen ist.

Die Empfehlungen des 24-Jährigen nehmen sich mehr oder weniger glanzlos aus: Beim 5:0 gegen Gladbach blieb Schieber blass, im Pokal beim 4:1 VfR Aalen setzte er den bedeutungslosen Schlusspunkt.

Schieber, in der Liga zuletzt beim 4:4 der Vorsaison im VfB-Trikot erfolgreich - und das in Dortmund - , darf sich immerhin rühmen, in der Königsklasse gegen Manchester City (1:0) das goldene Tor erzielt zu haben.

Spanische Variante mit Reus und Götze

Womöglich verzichtet Klopp aber auch ganz auf einen echten Angreifer, bietet dafür die sogenannte spanische Variante auf - mit Marco Reus oder Mario Götze als verkappter Spitze.

Spaniens Nationalteam agierte zuletzt bisweilen ohne klassischen Mittelstürmer.

Als Vorbild könnte der BVB-Coach dabei aber auch an die deutsche Nationalelf denken: Beim 2:1-Sieg über Frankreich spielte die DFB-Auswahl nach der Auswechslung von Mario Gomez 30 Minute ohne nominelle Sturmspitze.

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