Nach drei Jahren beim FC Bayern spielt Ivica Olic (l.) seit dieser Saison für Wolfsburg © imago

Vor dem Duell mit dem Ex-Klub spricht Ivica Olic bei SPORT1 über Wolfsburgs Lage, das Rezept gegen Bayern - und Mandzukic.

Von Reinhard Franke

München - Drei Jahre war Ivica Olic beim FC Bayern Publikumsliebling.

Im Sommer 2012 lief sein Vertrag beim Rekordmeister aus, und der Kroate wechselte zum VfL Wolfsburg.

Doch sportlich lief es nicht nur für die "Wölfe" in der Hinrunde unrund - auch bei Olic war bisher mächtig Sand im Getriebe: Nur zwei Tore stehen zu Buche.

Doch der 33-Jährige ist keiner, der sich hängen lässt. Olic will um seinen Platz im VfL-Sturm kämpfen und freut sich auf das Duell mit den Bayern (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub spricht Olic im SPORT1-Interview über die Lage beim VfL, seine unbefriedigende Situation, Mario Mandzukic - und verrät, dass er Bayerns Gedankenspiele um Robert Lewandowski nicht nachvollziehen kann.

SPORT1: Herr Olic, zwei Siege, ein Remis und eine Niederlage im Jahr 2013. Ist das okay für Sie? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ivica Olic: Die Situation ist ein bisschen besser geworden. Natürlich kriegen wir die Punkte, die wir in der Hinrunde verschenkt haben, nicht zurück. Doch wir stehen in den vier Spielen nach der Winterpause mit sieben Punkten ganz ordentlich da, das ist im Durchschnitt nicht schlecht. Wir brauchen aber noch Zeit, um gefestigter zu werden.

SPORT1: Sind Sie denn zufrieden mit Ihrer persönlichen Halbjahres-Bilanz von nur zwei Toren und zwei Assists?

Olic: Es war nicht alles so, wie ich mir das gewünscht habe. Ich bin Mittelstürmer, so wurde ich auch beim FC Bayern meistens eingesetzt. Hier habe ich bislang oft auf der Außenposition gespielt. Aber ich akzeptiere das. Ich bin Profi, muss hart trainieren und hoffen, dass ich den Trainer überzeuge.

SPORT1: Wie ist Ihr Verhältnis zu Dieter Hecking?

Olic: Es ist ein ganz normales Trainer-Spieler-Verhältnis. Er hat mir gesagt, dass er in Zukunft vielleicht auch mal mit zwei Stürmern spielen will. Ich biete mich im Training an, dann sehen wir weiter.

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SPORT1: Haben Sie mit dem Trainer darüber gesprochen?

Olic: Ich bin ein erfahrener Spieler. Früher war ich in so einer Situation verärgert und ungeduldig. Jetzt mache ich das, was ich kann. Wir haben genug Spieler, und in jedem Verein ist Konkurrenz da. Der Trainer ist der Boss. Ich akzeptiere, wenn ich nicht spiele. Wenn ich aber damit zufrieden wäre, wäre ich kein Profi und könnte aufhören.

SPORT1: In welcher Stimmungslage befindet sich der VfL?

Olic: Natürlich sind wir nicht zufrieden. Aber wir haben auch schon den dritten Trainer innerhalb kürzester Zeit - das macht die Situation für die Mannschaft nicht einfacher. Da kann noch nicht alles gleich funktionieren. Die Erwartungen waren vor der Saison groß, und dann standen wir lange hinten drin Jetzt haben wir schon einige Punkte gesammelt, aber wir müssen uns noch steigern.

SPORT1: Was macht Ihnen Hoffnung auf Besserung?

Olic: Wir sind jetzt nicht mehr in einer kritischen Situation wie in der Hinrunde, wo wir lange mit dem Rücken zur Wand standen. Jetzt sind wir freier im Kopf, der ganz große Druck ist weg. Nun müssen wir zeigen, dass wir ein Team für die oberen Tabellenpositionen sind und nicht für die unteren.

SPORT1: Nun kommen die Bayern. Ihr Ex-Trainer Felix Magath glaubt, dass die Münchner fällig sind. Sie auch?

Olic: Ich will meine Bayern ärgern. Wir haben in Dortmund drei Punkte mitgenommen, das war nicht einfach. Aber wir haben gezeigt, dass wir diese hohe Qualität haben. Gegen die Bayern können wir zeigen, dass wir gegen eine der besten Mannschaften in Europa bestehen können. Realistisch ist ein 1:1. Die Bayern haben lange kein Gegentor mehr gekriegt, also wird es mal wieder Zeit. Und vielleicht bin ich ja der Torschütze?

SPORT1: Nur Dieter Hecking konnte den Bayern in dieser Saison in einem Auswärtsspiel einen Punkt abknöpfen, im November noch als Nürnberg-Coach.

Olic: Dann weiß unser Trainer also wie es geht. Es wird sicher nicht einfach, aber es ist auch nicht unmöglich. Bayern hat in der ganzen Liga den Unterschied aufgezeigt. Wir müssen schon ein großes Spiel machen, damit wir die Chance auf einen Punkt oder gar auf einen Sieg haben. Eine bessere Motivation als den FCB gibt es nicht. Bayern ist ein Gigant, und wenn du gegen den gewinnst, bist du zu Recht stolz.

SPORT1: Stolz kann auch Ihr Kumpel Mario Mandzukic auf sein erstes Halbjahr in München sein, oder?

Olic: Ich habe seine Entwicklung bei Bayern natürlich verfolgt. Ich kenne Mario schon lange, auch aus der Nationalmannschaft. Ich bin positiv überrascht, wie sich Mario entwickelt hat. Er hatte immer seine Stärken, ist jetzt aber viel ruhiger vor dem Tor. Er ist einer der Topstürmer in Europa, spielt eine super Saison und ich freue mich sehr für ihn.

SPORT1: Muss Mandzukic Angst haben vor Robert Lewandowksi, der sich mit den Bayern einig sein soll?

Olic: Alle reden von Lewandowski. Mario hat genauso viele Tore geschossen wie er. Die Bayern sind schon jetzt super stark besetzt. Mario Gomez und Claudio Pizarro sind ebenfalls hochklassige Stürmer - aber es spielt Mario Mandzukic. Er muss vor niemandem Angst haben. Er hat seine Qualitäten und ist in den besten Jahren. Konkurrenz ist immer gut, weil sie dich noch besser macht.

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