Jupp Heynckes (r.) und der FCB gewannen 17 ihrer bislang 21 Liga-Spiele in dieser Saison © getty

Ob er dem Star-Trio Gomez, Robben und Boateng erneut eine Chance gibt, lässt Heynckes offen. Sein Mittelfeld überhäuft er mit Lob.

Von Martin Hoffmann und Mathias Frohnapfel

München - Man hatte am Ende das Gefühl, dass Jupp Heynckes den Journalisten gar keine Schlagzeile gönnen mochte.

Nicht einmal die allseits beliebte Feststellung, dass der FC Bayern sich am Freitagabend einer "Generalprobe" stellen muss.

"Nein", meinte der Trainer des Rekordmeisters da lapidar.

Das Spiel beim VfL Wolfsburg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) sei kein Probelauf für die Champions-League-Aufgabe beim FC Arsenal vier Tage später: "Wolfsburg ist unabhängig von Arsenal."

Es war, als wollte er noch das letzte bisschen Brisanz aus der Partie herausreden.

Robben und Gomez wieder draußen?

Sportlich ist ja nicht mehr viel Spannung drin, bei nun 15 Punkten Vorsprung auf Verfolger Dortmund. Nach dem 4:0 gegen Schalke am vergangenen Samstag scheint der Meisterkampf entschieden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und das große Zündstoff-Thema der zurückliegenden Wochen hatte Heynckes ja bei gleicher Gelegenheit fachgerecht entschärft - indem er Arjen Robben, Mario Gomez und Jerome Boateng gegen S04 von ihrem Bankdrücker-Dasein erlöste.

Bleibt die Frage, ob die Erlösung von Dauer ist.

Oder ob Heynckes Robben Co. in Wolfsburg wieder zu Gunsten von Thomas Müller, Mario Mandzukic und Daniel van Buyten zurück nach draußen rotiert.

Rückkehr zur alten Formation denkbar

Auf dieses Trio hatte Heynckes in den Spielen zuvor konsequent gesetzt. Alles sah danach aus, als ob der Trainer die champions-league-freie Zeit dazu nutzte, um eine Elf für das Duell mit dem FC Arsenal einzuspielen.

Es hätte seine Logik, wenn Heynckes nun zu dieser Strategie zurückkehren würde. Gomez, Boateng und Robben haben schließlich ihr Zuckerl im Sinne des Betriebsfriedens bekommen.

Das widerspräche zwar Heynckes' Wolfsburg-hat-nichts-mit-Arsenal-zu-tun-Behauptung.

Andererseits hat der Coach in dieser Saison immer wieder falsche Fährten in der Öffentlichkeit gelegt.

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Kroos freut sich über Variationsmöglichkeiten

Nach Ansicht von Toni Kroos spielt es ohnehin keine große Rolle, wie Heynckes es nun macht.

"Die Rotation hat uns auf Schalke keinen Abbruch getan, das hat man gesehen", stellt der Mittelfeldspieler im Gespräch mit SPORT1 fest.

Es sei "toll, so viele gute Spieler in der Hinterhand zu haben".

Und egal, mit welcher Mannschaft man in dieser Saison aufgelaufen sei, "wir haben uns sehr gut eingespielt und uns gefunden".

Der Spielplan bringe es nun eben mit sich, "dass man die Aufstellung immer wieder mal ändert".

Gustavo ersetzt Martinez

Sicher ist im Hinblick auf Wolfsburg nur, dass Heynckes im defensiven Mittelfeld umstellen muss.

Javi Martinez fällt mit einer Zehenprellung aus, Luiz Gustavo wird wohl seinen Platz im defensiven Mittelfeld einnehmen.

Einen Qualitätsverlust muss Heynckes deswegen nicht befürchten, wenn man bedenkt, wie groß Gustavo im vergangenen Jahr nach der Verpflichtung des Spaniers aufspielte.

"Bester Mittelfeldspieler der Hinrunde"

Der Coach hat das nicht vergessen.

Er würdigte den Brasilianer als "vielleicht besten Mittelfeldspieler der Hinrunde".

Was etwas heißen will, konkurrierte Gustavo hier allein schon klubintern mit "dem besten Mittelfeldspieler der Welt".

Diesen Titel verlieh Heynckes am Donnerstag ganz nebenbei an Gustavos Kollegen Bastian Schweinsteiger - mit der Einschränkung, dass er sich die Auszeichnung mit Barcelonas Sergio Busquets teilen muss.

Heynckes lobt Martinez

Und wo Heynckes schon dabei war, lobte er auch gleich noch den verletzten Martinez in den Himmel.

Der habe gegen Schalke "super klasse" gespielt und sei maßgeblich mitverantwortlich für die rekordträchtige Defensivbilanz mit nur sieben Liga-Gegentoren insgesamt und keinem einzigen in der Rückrunde.

Martinez hätte nun endgültig allen seine Qualitäten bewiesen. Auch dem Ehrenpräsidenten des FC Bayern, der bei der Verpflichtung des Basken zugab, ihn gar nicht zu kennen.

"Der Franz Beckenbauer hat gedacht, es wär' eine Kaffeesorte", witzelte Heynckes. Keine Nachricht, keine Schlagzeile - aber immerhin etwas zum Schmunzeln.

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